Stehende Ovationen zum Schluss

Musikverein „Altes Amt Lemförde“ genießt Akustik in der Marienkirche

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Knapp 100 Besucher hörten das Konzert des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ in Drebber.

Mariendrebber - Von Simone Brauns-Bömermann. Wie das passte zum Weltfrauentag im Konzert des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“ zu Gast in der Marienkirche zu Drebber: Emmerich Kálmán meinte in seiner Operette „Die Csárdásfürstin“ „Ganz ohne Weiber geht die Schose nicht“. Das zitierte Musikdirektor Stephan Flore.

Und so war es: Unter den 95 Besuchern und Fans des obligaten Konzertes waren natürlich mindestens 50 Prozent Frauen.

Und auf die Frage des Dirigenten: „Darf ich mal fragen, wer das Werk kennt?“ schnellten einige Hände in die Höhe. „Es geht um Liebe, Heirat, Intrigen… keine Details, die Interpretation von Moderator des Abends Dr. Matthias Henseleit. Dass aber Csárdás auch Schenke und Wirtshaus heißt, wusste Henseleit genau.

Bevor der Weg dorthin nach getaner Arbeit vielleicht noch ging, erhielten die Zuhörer einen Reigen voller Gefühle auf sehr hohem Niveau.

Was folgte war ein kompaktes Konzert durch Klassik, Operette, Filmmusik und Soul-Pop. Allerdings war auch am Musikverein die Grippewelle nicht spurlos vorübergegangen, und das Ensemble disponierte in der Wahl der Stücke um, bezogen auf den Spielerstand der sonst ungefähr rund 32 Spieler.

Das allerdings durchaus nicht zum Schaden des Publikums: „Unser Streichkonzert“ hörten Sie eingangs“, so Henseleit. Das war jedoch kein klassisches Konzert mit ausschließlich Streichern, sondern eine Kompaktversion der „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Eine barocke Programmmusik mit Gewitter, Sturm, Jagdszenen, Schlittschuhläufern, konsequent für das Ensemble gestrichen.

Stehende Ovationen und frenetischer Applaus in der Marienkirche in Drebber zum Ende des Konzerts.

Ein Kleinod war von Komponist Franz Schubert „Auf dem Strom“, eigentlich ein Lied mit obligater Stimme und Horn, vom Musikverein von Christine Schumacher an Violine, statt Gesangstimme, dem brillanten Hornspiel von Ensemble-Leiter Stephan Flore und Matthias Henseleit am Klavier dargebracht. Wellenschlag, Flusswindungen, Strudel und leichtes Dahinplätschern des Flusses erfüllten die Hallen der Marienkirche szenisch. „Wenn unser Chef besonders gut gelaunt ist, lässt er sein Horn wie das Wasser gurgeln“, so der Tierarzt aus Hüde.

Ein Ohrenschmaus der besonderen Art, sehr romantisch, anspruchsvoll und anstrengend für das Horn, am Ende mal dramatisch, dann seicht wie eine Außenbiegung eines mäandrierenden Flusslaufes.

„Zu Tschaikowsky müssen wir uns trotz der Musikerausfälle beschränken, sonst fliegt uns die gute Akustik hier um die Ohren“, warnte der launige Moderator. Was folgte, war ein Prepaque aus Tschaikowskys „Nussknacker“. Ein Prepaque? Was das denn sei, beantwortet der Moderator: „Bitte machen Sie den Bock- und Spagat-Sprung der Kosaken nicht nach, auch wenn wir Ärzte und Apotheker im Orchester haben“.

Die Musik zu der fantastischen Literatur zu Tolkiens „Herr der Ringe“, volle symphonische Volumina zum Medley aus dem Musical „Tarzan“ und echter Soul von Amy Winehouse bewiesen die Vielseitigkeit des Ensembles. Stehende Ovationen und frenetischer Applaus in der Marienkirche, aber Stephan Flore blieb hart: „Wir haben nichts mehr, wünschen aber einen wunderbaren Abend“. 

Damit war er nicht allein, das Publikum hatte schon einen Teil davon genossen mit dem Konzert und die Musiker auch. Zu Beginn hatte Henseleit nämlich überrascht erklärt: „Ich bin erstaunt, dass so viele Gäste den Weg an einem ganz normalen Donnerstag zu uns gefunden haben“.

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