Grundschulen machen positive Erfahrungen mit der Mathe-Werkstatt

Spiele fördern das Denken

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Spielerischer Ausflug in die Dreidimensionalität: Anica, Luisa und Eric (vorne, v.l.) basteln Fußbälle und andere Würfelkonstruktionen in der Grundschule Drebber.

Eydelstedt/Drebber - Von Thomas Speckmann. Jannik kniet auf dem Boden der Pausenhalle, vor ihm liegen zahlreiche Sechs- und Fünfecke in den unterschiedlichsten Farben. „Wie kann man daraus einen Fußball basteln?“, fragt sich der Junge. Schritt für Schritt nimmt er die (denk-)sportliche Herausforderung an und fügt die bunten Körpernetze zusammen. Die Herstellung von dreidimensionalen Gebilden ist eine von vielen Aufgaben, die in der Mathe-Werkstatt auf die Grundschüler warten.

„Die Materialen haben die Schüler sehr begeistert. Sie haben damit intensiv und auch sehr konzentriert gearbeitet“, berichtet Schulleiterin Marleen Schäfer, die das Projekt unlängst für zwei Wochen an die Grundschule Eydelstedt geholt hat. Auch ihr Kollege in Drebber, Axel Flügge, ist auf den Zug aufgesprungen und lobt die mobile Ausstellung zum Mitmachen: „Es wird von den Kindern begeistert aufgenommen“, blickt der Schulleiter auf das Projekt zurück. Die positiven Erfahrungen sprechen sich schnell herum. Die Grundschule Barnstorf-Drentwede bemüht sich um einen Termin für die begehrte Ausrüstung, die an Schulen in der Region ausgeliehen wird.

Die Mathe-Werkstatt ist vor vier Jahren am Institut für Didaktik der Mathematik und des Sachunterrichts der Universität Vechta entwickelt worden. Initiatorin Dr. Gabriele Grieshop hat das Material auf die hohen Anforderungen in Grundschulen abgestimmt. Der Einsatz der vielseitigen Hilfsmittel soll deutlich machen, dass Mathematik weitaus mehr zu bieten hat, als nur Zahlen und Rechnen. Ziel ist es, Mathematik in der eigenen Welt der Kinder zu erkennen.

„Die Kinder können spielerisch in Bereiche eindringen, die im normalen Unterricht oft vernachlässigt werden“, stellt Schäfer fest. Die Spiele verkörperten zentrale Ideen der Mathematik und berührten auch Randbereiche. Dabei würden Lehrplanelemente wie Raum und Form, Muster und Strukturen sowie viele Aspekte der Geometrie thematisiert. Manche Kinder würden gar nicht merken, dass diese spielerische Arbeit etwas mit Mathe zu tun habe, so die Pädagogin.

Mit Hilfe von Polydron-Material können die Schüler der ersten bis vierten Klassen nicht nur der Frage nachgehen, ob ein Fußball rund oder eckig ist, sondern auch mit geeigneten Holzelementen eine Leonardo-Brücke konstruieren. Ganz praktisch geht es auch beim Bauen von Würfelgebäuden sowie Legen von Figuren zu. Hier stehen sowohl das Erkennen von Raum-Lage-Beziehungen als auch das Weiterführen von Mustern und Strukturen im Vordergrund.

An einer Messstation können die Kinder mit Reis, Erbsen und Steinen ganz praktische Erfahrungen zum Thema Gewicht sammeln. Unterdessen fordern Strategiespiele zum Denken in Zusammenhängen und zum Finden eigener Vorgehensweisen heraus. Da ist Konzentration und gegenseitige Unterstützung gefragt. „Die Schüler tauschen sich aus und geben untereinander Hilfestellungen“, berichtet Schulleiter Flügge.

Ellen und Mieke haben sichtlich Spaß in der Werkstatt. Sie stehen an einer kleinen Tafel mit kleinen Filzplatten, gestalten Blumen und andere Muster. „Die Tafel werden wir uns auf jeden Fall anschaffen“, sagt Schulleiterin Schäfer. Inspiration liefert die kostenlose Ausstellung, die von der ZF Friedrichshafen AG gefördert wird, auch in Drebber. Es sei eine gute Möglichkeit, um Spiele und Hilfesmittel auszuprobieren und anschließend vielleicht in den Unterricht zu integrieren, so Flügge.

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