Thema im Samtgemeinderat am 12. Juni

Grüne wollen in Barnstorf ein Gräberfeld für Muslime einrichten

Barnstorf - Die Barnstorfer Grünen haben sich in einer längeren Diskussion mit dem Thema eines muslimischen Gräberfelds befasst.

„Die Grünen, für die unter anderen Yehia Hussein – Muslim mit deutschem Pass – im Rat ist, schlagen vor, dass Barnstorfer Muslime in Zukunft die Möglichkeit haben, sich entsprechend dem islamischen Ritus auf einem Gräberfeld auf den kommunalen Friedhof beerdigen zu lassen“, so Ratsherr Klaus Schmelz in seinem Antrag, der schon im April an die Samtgemeinde Barnstorf ging.

Eine Beerdigung im Ausland, wie sie jetzt üblich ist, trage nicht zu einer längerfristigen Integration bei, so die Partei und sei für Einwanderer der zweiten und dritten Generation, die in der Regel den deutschen Pass haben, sehr befremdlich, weil es einer Ausbürgerung „post mortem“ (nach dem Tod) gleiche.

Die Grünen fordern für die Samtgemeinderatssitzung am Dienstag, 12. Juni, eine konstruktive Diskussion ein.

Alle muslimischen Konfessionen sollen Platz finden

In anderen Gemeinden – so zum Beispiel in Nordhorn – gebe es bereits Friedhöfe, die das gewünschte Modell praktizierten. In einem räumlich abgetrennten Teil würden muslimische Verstorbene beerdigt.

Wichtig ist den Antragstellern, dass ein möglicher Friedhof nicht von einer muslimischen Konfession allein bestimmt wird, wie zum Beispiel den Sunniten. Auch Schiiten, Aleviten und andere müssten das Recht haben, einen Platz für die letzte Ruhe zu finden.

Schmelz als Theologe betont laut einer Pressemitteilung, dass die Beerdigungsriten sich schon immer entsprechend den gesellschaftlichen Diskursen geändert hätten und dass es keine starren Formen gebe: „Man denke nur an die Beerdigung von Frühgeburten, bei Suiziden, an Urnengräber, an anonyme Bestattungen, Friedwälder und andere. Sich wandelnde Riten sind Ausdruck gelebter gesellschaftlicher Veränderungen.“

Extrafelder für Urnenbestattungen sind bereits normal

Die Anpassung an neue Formen von Bestattung habe auch die Samtgemeinde Barnstorf auf dem Friedhof in Drentwede in der Vergangenheit ohne öffentliche Diskussion vollzogen, wo nun auf extra ausgewiesenen Teilen des Friedhofes auch Urnenbestattungen oder anonyme Beerdigungen ermöglicht würden. 

Kein Bürger der Samtgemeinde habe je gefordert, dass es kein Extrafeld für diese „Sonderwünsche“ der Bestattungsform geben dürfe und alle, die eine solche Beerdigungsform wünschten, auf den vielen vereinzelten leer stehenden Grabstellen beerdigt werden müssten, um keine „Sonderrechte“ zu beanspruchen, so Schmelz.

So wie es respektvoll und angemessen sei, zusammenhängende Flächen für anonyme Bestattungen oder Urnenbestattungen abzugrenzen, so folgerichtig und notwendig sei es, muslimischen Mitbürgern endlich eine Bestattung vor Ort zu ermöglichen, betont Ratsherr Klaus Schmelz.

Rubriklistenbild: © dpa

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