Mit Maske zum Führerschein

Großer Andrang bei Fahrschule Weißleder

Unterricht mit Maske: Fahrlehrer Heiko Weißleder freut sich, nach zwei Monaten Zwangspause wieder unterrichten zu können. Geschlossen hatte er eine so lange Zeit noch nie. Foto: Scholz

Barnstorf - Von Jan Scholz. Die Tür zum Unterrichtsraum steht offen; erstmals nach zwei Monaten Schließung. Innen sitzt hinter einem Schreibtisch Heiko Weißleder. Er ist der Besitzer der Fahrschule an der Bremer Straße. Seit neun Jahren ist er schon am Standort Barnstorf. Geschlossen hatte er eine so lange Zeit noch nie. Doch auch ihm hatte die Corona-Pandemie eine Zwangspause beschert. Diese ist nun vorbei – der Betrieb kann mit Einschränkungen weitergehen.

Vor der Fahrschule stehen mit Abstand zueinander einige Fahrschüler. Der Andrang nach der Unterbrechung sei groß, berichtet Weißleder, schon mehr als 30 Schüler seien in den letzten anderthalb Stunden da gewesen. Nun gehe es darum, den Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Denn: „Solange das Auto steht, verdiene ich kein Geld.“

Auch auf den Theorieunterricht haben die Corona-Beschränkungen Auswirkungen. Um den Unterricht wieder aufnehmen zu können, hat Weißleder die Stühle im Unterrichtsraum weit auseinander gestellt und die Anzahl der Plätze verringert. Statt üblich maximal 35 Schülern können aktuell nur noch gerade 15 am Unterricht teilnehmen. Neben dem Eingang liegt darum auf einem kleinen Tisch eine Liste, in die sich jeder eintragen muss. Daneben ein Formular, mit dem jeder bescheinigt, dass er keine Corona-Symptome habe. „Jeder, der den Raum betritt, muss zudem sich die Hände desinfizieren und eine Maske tragen“, erläutert Heiko Weißleder.

Er ist froh, wieder unterrichten zu können, und hofft darauf, dass er schnell zur Normalität zurückkehren kann. Für Weißleder bedeuteten die zwei Monate einen Verdienstausfall von ungefähr 30 000 Euro. Er habe zwar Soforthilfe vom Land Niedersachsen erhalten, doch sei das Minus bei ihm groß. Trotzdem gibt der Fahrschulbesitzer sich optimistisch: „Die Auszeit hat auch für mich bedeutet, mehr Zeit für meine Familie zu haben.“ Als einzige Fahrschule am Standort Barnstorf habe er so einiges zu tun. Darum sei es um so wichtiger, auch den Praxisunterricht wieder beginnen zu lassen. Vom Land habe er die Auflagen, dass der Unterricht maximal 90 Minuten dauern dürfe, mit immer nur einem Fahrschüler im Auto. Zudem müsse er während der Fahrt mit offenen Fenster fahren und das Auto nach jedem Fahrschüler desinfizieren. „Auch im Auto ist Maskenpflicht“, sagt Weißleder.

Seit dieser Woche finden beim TÜV Nord unter strengen Auflagen wieder theoretische Fahrerlaubnisprüfungen statt. Das bedeutet: weniger Plätze, bessere Belüftung, Maskenpflicht und Desinfektion. Zudem müssen die Fahrschüler selber zum TÜV nach Diepholz kommen und können nicht wie gewohnt vom Fahrlehrer eingesammelt werden.

Die 17-jährige Fahrschülerin Jenna Stuckenberg ist eine der Wartenden vor dem Fahrschulgebäude. Sie habe die Zeit der Schließung zum Üben der Theoriefragen genutzt und möchte nun schnellstmöglich einen Termin beim TÜV zur Prüfung bekommen. „Ich habe mich zwar erst geärgert, doch ich habe vollstes Verständnis für die Schließung“, sagt die Fahrschülerin. Auch der 39-jährige Ahmad freut sich, endlich mit dem Theorieunterricht beginnen zu dürfen. Er habe schon lange darauf gewartet.

Laut Weißleder werde die kommende Zeit eine Herausforderung für ihn. Doch glaubt er fest daran, dass alle gemeinsam die Situation meistern können. Denn das schönste Gefühl als Fahrlehrer sei neben dem Umgang mit jungen Menschen doch immer: „Das Gefühl, wenn die Fahrschüler die Prüfung bestanden haben.“

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