Züchter hat Wolf in Verdacht

Grausiger Fund auf der Rinderweide

Rinderzüchter Marius Kinkhorst machte einen grausigen Fund auf seiner Weide im Moor bei Barnstorf. - Foto: Reckmann

Barnstorf - Als Rinderzüchter Marius Kinkhorst am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr zu seiner Weide im Moor westlich von Barnstorf kommt, muss er eine grausige Entdeckung machen. Eines seiner Jungtiere liegt tot am Boden Eingeweide sind herausgerissen und in der Umgebung verteilt, teilweise stehen die abgenagten Knochen hervor.

Als der Züchter die immensen Bissverletzungen an dem etwa neun Monate alten Tier sieht, ist er sicher: Hier hat ein Wolf zugeschlagen.

Marius Kinkhorst hat einen Biohof, ist Herdbuch-Züchter und ist mit Tieren auch schon bei Schauen gewesen. Die Zucht mache ihm Spaß. „Aber sowas...“, schüttelt er traurig den Kopf mit dem Blick auf den Kadaver.

Tier sollte Teil einer Krippe sein 

Besonders tragisch: das Tier hätte am Wochenende Teil der Krippe bei der Hofweihnacht auf dem Hof Reeßing in Wohlstreck sein sollen. Das gutmütige junge Rind sollte den Ochsen spielen. „Das hat sich jetzt erledigt“, sagt Kinkhorst bitter. Wie er berichtet, waren vor einigen Tagen auch schon Schafe, die für den Einsatz in der Krippe vorgesehen waren, gerissen worden.

Die verbliebenen Tiere auf der Weide am Rande des Goldenstedter Moores sind an diesem Morgen aufgebracht und unruhig, „Das ist sonst gar nicht ihre Art“, sagt Werner Olschewski, ein befreundeter Landwirt aus Goldenstedt, der mit zum „Tatort“ gekommen ist. Auf etwa 1500 Euro schätzt er den Schaden. Aber es nicht nur der materielle Wert: Seit 1989 betreibe die Familie die Galloway-Zucht, die sein Vater begründet hat. Es steckt Herzblut in der Tätigkeit.

Züchter hat mulmiges Gefühl

„Die Tiere haben immer draußen gestanden, es ist ihnen nie etwas passiert.“ Aber nach den Vorfällen der jüngsten Zeit, da sei er schon manches Mal mit einem mulmigen Gefühl zur Weide gefahren, räumt der Barnstorfer Landwirt ein. Zum besseren Schutz der Tiere hat er Jung und Alttiere zusammengehalten, die einen sollten auf die anderen aufpassen. „Das hat auch nichts genützt.“

Insgesamt 16 Tiere standen in dieser Nacht auf der Weide, die von einem 1,2 Meter hohen Zaun umgeben ist, der zusätzlich mit Strom gesichert ist. Für den oder die Angreifer scheint dies nicht wirklich ein Hindernis gewesen zu sein.

Muss der Zaun höher und stärker sein? „Wie viele Rinderzüchter haben wir? Wenn die überall die Zäune höher machen sollen – wo kommen wir denn da hin?“ Er hat seine Schafe in diesem Jahr schon früher in den Stall geholt. Die Tiere „einfach“ in den Stall – das ist für Marius Kinkhorst mit seinen Galloways keine Lösung. Denn die die robusten Tiere leben draußen, das ganze Jahr über. „Selbst wenn wir so viel Stallplätze hätten, würden wir die da deshalb gar nicht reinstellen können.“

Wolfsberater will Spuren suchen 

Wolfssichtungen hatte es schon gegeben, auch er selbst habe schon ein Tier unweit seiner Weide gesehen, berichtet Kinkhorst. Am Dienstag entdeckte ein Landwirt in Rödenbeck sogar zwei Wölfe, berichtet Marius Kinkhorst. „Ich hab es ihm erst nicht so recht geglaubt. Jetzt glaub ich’s.“

Die offizielle Bestätigung, ob hier wirklich ein Wolf „am Werke“ war, steht noch aus. Am Abend wollte sich Wolfsberater Dr. Marcel Holy auf den Weg nach Barnstorf machen, um die Spuren zu sichern. - sr

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