Gottesdienst bildet den Abschluss einer aufregenden Aktionswoche

„Wenn man Jugendliche einfach mal machen lässt“

+
Der Gottesdienst der mobilen Jugendkirche „Churchville“ kam an. Auch Diakon Jörg Brand (links) spendete Beifall.

Barnstorf - „Wohin sonst?“ – So lautete das Thema der aufregenden Churchville-Woche im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz. Gastgeber war die Kirchengemeinde St. Veit zu Barnstorf, die zum Abschluss zu einem Gottesdienst in ihre Kirche eingeladen hatte. Dabei führten die jungen Leute unter der Leitung von Churchville-Diakonin Sarina Salewski selbst Regie.

Der morgendliche Gottesdienst in er Kirche war getragen durch selbst gemachte Musik der Band „Spotify“, gemeinsamem Gesang, einer nachdenklichen Predigt und einer Lesung aus einem Evangelium, die aber langsam gesprochen und bebildert auch zum Beispiel für ausländische Mitbürger oder Flüchtlinge zu verstehen war.

Was Churchville eigentlich sei, das erläuterten die Jugendlichen vorab: Churchville, übersetzt „Kirchendorf“, ist die mobile Jugendkirche, die in die Gemeinde kommt. Sie ist mit interessierten Jungen und Mädchen sieben Tage voller Aktion an verschiedenen Orten unterwegs und gibt Impulse für Glauben und Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit Vereinen.

Die Bilanz in Barnstorf fiel positiv aus. Es war eine wunderbare Woche mit dem Open up, dem Barnstorfer Adventening (einer Reise durch Barnstorf), dem Chill-Café im Jugendzentrum, der Himmelskoffer-Veranstaltung im Bahnhof und der Schnupperstunde bei der Box-Sparte des MTV „Jahn“ Barnstorf, wo es ordentlich zur Sache ging. „Dort konnten wir mal richtig die Sau rauslassen“, meinte Sylvia aus dem Churchville-Team.

Die Lesung von Martin Dreyer, freikirchlicher Theologe, Suchtberater und Schriftsteller, der die „Jesus Freaks“ gründete und Initiator des Projekts „Volxbibel“ ist, bestach, das resümierten die meisten Jugendlichen. Die Veranstaltung war flankiert durch eine Hilfsaktion. Jugendliche in der Gemeinde und Konfirmanden hatten Taschen bemalt, Engel aus Brennholzscheiten gebastelt und sie dann zur Versteigerung angeboten. Der Erlös soll in die Flüchtlingshilfe in Barnstorf münden.

Im Gottesdienst am Sonntagmorgen sangen die jungen Leute mit der Band und beschrifteten Sterne mit ihrer Meinung zu ihrem ganz eigenen Stern im Leben, der sie leitet. Die hängen jetzt am Adventskranz in St. Veit. In ihrer Predigt kamen Michel Lorenz und Rahel Meyer zu dem Schluss: „Wir wollen zur Weihnacht nicht mehr die hektischen To-do-Listen randvoll, sondern lieber die Windstille der Seele oder zumindest eine Annäherung an diesen Zustand“.

Von Pastorin Ilka Strehlow gab es „Klapperkläuse“, mit Schokolinsen gefüllte Nikoläuse, zu denen sie nicht schnell genug zum Rhythmus machen aufrufen konnte. Zum nächsten jungen Kirchensong klapperten sie schon fleißig. Zum Abschluss der 13. Churchville-Woche bedankte sich Organisatorin Salewski bei allen Protagonisten, die an den Projekt in Barnstorf mitgearbeitet hatten.

Die älteren Kirchgänger erlebten in diesem außergewöhnlichen Gottesdienst ihr wahres Wunder: Denn St. Veit präsentierte eine ganz junge Kirche mit extremer Musikalität, Mut und Engagement. „Toll, was herauskommt, wenn man Jugendliche einfach mal machen lässt“, lautete das Fazit von Pastor Torben Schröder und die Antwort auf die von den Jugendlichen gestellte Frage „Wohin sonst?“.

sbb

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Alpaka-Nachwuchs in Rethem

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Tourbus unter dem Hammer: Reisen wie einst die Kelly Family

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

Personaler verraten: So sieht der perfekte Bewerber aus

„Lenna” im Kurpark

„Lenna” im Kurpark

Meistgelesene Artikel

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Philip Sander löst Simon Hammann als Schützenkönig von Twistringen ab

Twistringer Schützen erleben Marathon der Glückseligkeit

Twistringer Schützen erleben Marathon der Glückseligkeit

Neues Königspaar in Twistringen gekürt

Neues Königspaar in Twistringen gekürt

Sanitär-Firma Waßmann: Insolvenz

Sanitär-Firma Waßmann: Insolvenz

Kommentare