„Kegeln auf Russisch“

Samuel Kraft möchte altes Spiel „Gorodki“ in Barnstorf etablieren

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Es gibt verschiedene Figuren, die von den Spielern abgeräumt werden können.

Barnstorf - „Gorodki ist ein altes russisches Spiel, dass bei knapper Freizeit auf dem Lande und in den Städten gespielt wurde“, erläutert Samuel Kraft an diesem Morgen auf einer Wiese neben der Vereinssporthalle an der Walsener Straße. Bei einer öffentlichen Präsentation will er Interessierten zeigen, was es mit dem Spiel auf sich hat. Es regnet in Strömen, aber die, die einmal das Fieber des „Hölzer-fliegen-Lassens“ gepackt hat, stört das nicht.

Kraft ist mit einer mobilen Gorodki-Anlage zur Sporthalle gekommen, hat Unterstützung von Helfern und Mitspielern seines Vereines aus Dinklage beim Aufbau der Spielfelder für die Holzfiguren und der Absperrung mit Flatterband. Dieses ist notwendig, denn der Sport ist eine Art Kegeln, aber mit einem Stab, der auf die Figurenkonstellation geschleudert wird, um möglichst mit wenig Würfen so viele Hölzer wie möglich abzuräumen. Trifft der Stab auf die Fläche um die Figuren und räumt ab, braucht er aber noch eine Auslaufzone.

Schnell wird klar beim Probetraining der noch wenigen Besucher aufgrund der heftigen Schauer, dass bei dieser Sportart viele Muskelpartien, Dehnung durch Dreh- und Wurfbewegung, Ausdauer (Wiederholen der Stäbe), Koordination und Konzentration gefordert werden. Und Ehrgeiz stellt sich wie beim Bowlen, Kegeln oder Boule-Spielen ein. „Irgendwie muss man den imaginären Gegner doch vom Platz fegen?“

„Man bleibt lange beweglich“

Kraft war maßgeblich in 2009 an der Etablierung einer festen Anlage in Dinklage am Schul- und Sportzentrum beteiligt mit Mitteln für die Aktion „Integration durch Sport“. Bei dem uralten Spiel aus Russland hatte man früher einfach abgebrochene Stiele oder Stöcker verwendet und diese nach Stiefeln oder anderen Utensilien geworfen. „Man bleibt lange beweglich“, erläutert der Physiker Kraft und übersetzt sofort den genauen Ablauf des Wurfes. Es geht um kinetische Energie bei dem Sport mit dem Gummistab (Bit). Die mobile Anlage, die sich die Abteilung Dinklage anschaffte nach einem Turnier am Strand, kommt jetzt Barnstorf zu Gute.

Wolfgang Reimann (Geschäftsführer MTV Barnstorf) und stellvertretende Vorsitzende Sabine Düver sind mit einigen weiteren Interessierten vor Ort und lassen sich das Spiel erklären, vormachen und probieren. „Die Lage hier ist sehr gut. Genug Abstand zur Wohnbebauung (Lärmschutz), Infrastruktur an der Sporthalle (Parken) und am Nachmittag ist an den Bushaltebuchten nicht mehr so viel los“, kommen die Diskutierenden überein.

Auch sehr gut für Rollstuhlfahrer geeignet

Wenn sich genügend Interessierte finden, scharrt Kraft schon in den Startlöchern, ließen sich Gelder beim Kreis- oder Landesportbund generieren. Das Spiel fördere aber nicht nur die allgemeine körperliche Konstitution, sondern fördere auch Geselligkeit und Kommunikation nach „getaner Arbeit“. Die Sportart ist auch sehr gut für Rollstuhlfahrer geeignet und die Mitspieler haben immer etwas leckeres Essbares dabei: „So ist das bei uns“, sagt Frau Kraft und lädt zum Kuchen.

Für weitere Infos oder Anmeldungen zu der Sportart steht Samuel Kraft unter Tel. 0152/53906560 gern zur Verfügung. 

sbb

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