Geschäftsaufgabe nach mehr als 90 Jahren / Umzug an die Kampstraße

Traditionshaus Barnewold: Neuer Standort, neuer Name

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An der Brinkstraße in Barnstorf geht eine große Firmentradition zu Ende. Am 2. Mai werden die Türen des Elektrogeschäftes Barnewold ein letztes Mal geöffnet.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Mehr als 90 Jahre hat der Name Barnewold die Geschäftswelt in Barnstorf geprägt. Nun verschwindet das Traditionshaus von der Bildfläche. Der Laden an der Brinkstraße schließt Anfang Mai seine Türen. Der Betrieb wird deswegen aber nicht gänzlich eingestellt. Er läuft weiter – an anderer Stelle, unter neuem Namen.

Unternehmer Stephan Lemke wird den Handel mit Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation in ortsnaher Lage fortsetzen. Der neue Standort befindet sich an der Kampstraße, wo Lemke mit seiner Firma Menkens Elektrotechnik ansässig ist. Dort laufen bereits erste Umstrukturierungen, um Platz für die Ausstellung zu schaffen.

Nach dem Tod von Firmeninhaber Uwe Barnewold hatte Lemke das Traditionshaus im Oktober 2013 übernommen. Dabei hatte er mit dem Barnstorfer Unternehmer Dennis Meyer einen Kompagnon an seiner Seite. Meyer wird nun aus dem Betrieb aussteigen. An Geschäftsinhalt und Personalbestand soll sich aber nichts ändern. Schon damals waren fünf Mitarbeiter von Barnewold weiter beschäftigt worden. Davon sind zurzeit noch vier Kräfte im Hause tätig. „Sie werden übernommen“, kündigt Lemke an.

An der Zusammenarbeit mit dem Einkaufsverband „Euronics“ will der Geschäftsführer ebenfalls festhalten. Dies soll sich auch im Namen zeigen. Aus „Euronics Barnewold“ wird „Euronics Menkens“. Die Ausstellungsfläche an der Kampstraße wird hingegen deutlich geringer ausfallen als an der Brinkstraße, wo der frühere Inhaber zu Lebzeiten noch kräftig expandiert hatte.

„Es wird alles etwas kleiner und kompakter“, bestätigt Lemke. Eine große Auswahl wie bisher werde es nicht mehr geben. Gewünschte Artikel, die nicht auf Lager seien, könnten aber innerhalb von 24 Stunden geliefert werden. Verkaufsleitung Evilina Moor sieht die Verkleinerung der Ausstellungsfläche auf rund 160 Quadratmeter aber nicht zwangsläufig als Nachteil. „Wir können die Kunden hier besser bedienen“, sagt die langjährige Mitarbeiterin.

Einen weiteren Vorteil sehen die Unternehmensvertreter darin, dass künftig alle Menkens-Mitarbeiter unter einem Dach vereint sind, sich somit gegenseitig unterstützen und vertreten können. Arbeitsabläufe könnten optimiert und flexibel gestaltet werden. Bereits in den vergangenen Monaten seien Auslieferungen, Reparaturen und Serviceleistungen vom Standort an der Kampstraße koordiniert worden.

„Hier haben wir viel mehr Man-Power und können die Kompetenzen besser bündeln“, erklärt der Geschäftsführer. Er macht keinen Hehl daraus, dass bei der Entscheidung auch die Kosten eine Rolle spielen. Nach der Übernahme des Traditionshauses seien die Umsätze erreicht worden, „die wir haben wollten“. Demgegenüber stehen die Nebenkosten. Miete und Energie werden durch die Aufgabe des Standortes eingespart.

Den Mietvertrag mit der Familie Barnewold will Lemke zum Ende dieses Jahres kündigen. Der Umzug soll kurzfristig über die Bühne gehen. Die Türen an der Brinkstraße sind am Sonnabend, 2. Mai, ein letztes Mal geöffnet. Am Montag, 4. Mai, geht die Neueröffnung an der Kampstraße über die Bühne.

Mit diesem Schritt findet die Barnewold’sche Tradition ein Ende. Die Firmengeschichte reicht bis ins Jahr 1923 zurück. Damals hatte Heinrich Barnewold mit einer Klempnerei den Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen gelegt. In den 1950er Jahren übernahm Sohn Friedrich die Geschäftsführung, die später auf Uwe Barnewold überging. Der Wunsch, der Familie, eines Tages das 100-jährige Firmenbestehen zu feiern, wird sich nun nicht mehr erfüllen.

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