„Der Abschied fällt mir nicht leicht“

Gemeindereferentin Doris Rattay nimmt neue Aufgabe in Twistringen an

Doris Rattay, Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde Barnstorf: Die offene Tür soll ein Symbol für das Willkommen aller Gemeindemitglieder (egal welcher Konfession) zu ihrer Verabschiedung sein.
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Doris Rattay, Gemeindereferentin der katholischen Kirchengemeinde Barnstorf: Die offene Tür soll ein Symbol für das Willkommen aller Gemeindemitglieder (egal welcher Konfession) zu ihrer Verabschiedung sein.

Barnstorf – Sie ist das Gesicht der katholischen Kirche in Barnstorf. Am 1. August hätte Gemeindereferentin Doris Rattay ihr 20-jähriges Dienstjubiläum feiern können. Doch dazu kommt es nicht, denn sie wechselt ihren Arbeitsplatz.

„Der Abschied fällt mir nicht leicht, doch als ich das Stellenangebot vom Bistum in Osnabrück bekam, habe ich nach reiflicher Überlegung zugesagt. Mein nächster Arbeitsplatz wird in Twistringen sein. Dort bin ich jetzt schon mit 19,5 Stunden in der Woche als Pastorale Koordinatorin in einer Leitungsfunktion tätig, und diese Aufgabe reizt mich “, sagt sie und fügt noch hinzu: „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“

Stelle als Pastorale Koordinatorin

Auf der neuen Stelle, als Pastorale Koordinatorin in Twistringen, teilt sie sich seit dem 1. März mit Pfarrer Joachim Kieslich die Leitung der Pfarrei St. Anna. Mit diesem Projekt „Pastorale Koordinatorin“ werden seit einigen Jahren im Bistum Osnabrück neue Wege beschritten. Es eröffnet Laien Chancen auf eine Führungsposition. Bischof Franz-Josef Bode hat dieses Leitungsmodell in seiner Diözese installiert, um unter anderem auch Frauen in verantwortliche Stellungen in kirchlichen Einrichtungen zu bekommen. Das habe auch damit zu tun, dass sich die Menschen und ihre Erwartungen geändert haben, und das Bistum dem Rechnung trage. Damit soll auch der Arbeitsbereich des Pfarrers von den Verwaltungsaufgaben entlastet werden, damit mehr Zeit für die Seelsorge bleibt. So hat Doris Ratty beispielsweise die gesamten Trägeraufgaben für die katholischen Kitas in der Pfarrei St. Anna übernommen. Sie wird mit den Kita-Leitungen in Twistringen und Marhorst kooperieren und auch die Personal- und Fachaufsicht für die Mitarbeiter in den Kindertagesstätten haben. Sie ist Mitglied im Kirchenvorstand und arbeitet im Finanz- und Sozialausschuss mit. Ab August freue sie sich auf weitere Aufgaben und Projekte in der Pastoral.  ko

Als Doris Rattay am 1. August 2001 nach ihrem Studium der Religionspädagogik in Paderborn und der Absolvierung ihres Anerkennungsjahres in Osnabrück nach Barnstorf kam, hatte sie noch zwei Assistenzjahre vor sich, bevor sie nach einem Abschluss-Kolloquium ihre Prüfung als Gemeindereferentin bestand.

„Von Anfang an hatte ich eine volle Planstelle und konnte in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen viele Ideen umsetzen. Ich bin hier in Barnstorf auf eine offene Gemeinde und auf offene Vorgesetzte getroffen, die mir alles ermöglicht haben, was in meinem Rahmen als Gemeindereferentin möglich war“, sagt sie dankbar.

Zurückdenken an Projekte und Initiativen

Neben den Vorbereitungen auf die Erstkommunion und Firmung sowie der Gestaltung des Jahreskreises für Groß und Klein denkt sie besonders gerne an verschiedene Projekte oder Initiativen zurück. Dazu gehören Kinderbibeltage, Übernachtungen in den Pfarrheimen, die Klostertour mit dem Fahrrad für die Messdiener und etliche mehr.

„Ich habe mich gefreut, in vielen Bereichen tätig sein zu dürfen und dabei auf viele engagierte und motivierte Menschen zu stoßen, die das Leben in den Gemeinden mitgestalten und mitprägen wollten und immer noch wollen. Allerdings ist vor Ort immer nur so viel möglich, wie Ehrenamtliche sich einbringen“, betont sie.

„Doris Rattay war mir in den acht Jahren, die ich jetzt hier in der St. Veit Gemeinde tätig bin, eine gute Kollegin“, sagt der evangelische Pastor Torben Schröder. „Was sie besonders auszeichnet ist ihr großes Herz für die Menschen, was die zwischenmenschlichen Begegnungen zu etwas Besonderem machen.“

Arbeit auf einer Wellenlänge

Schröder und Rattay seien bei der Arbeit stets auf einer Wellenlänge gewesen und gerade die Arbeit mit Kindern habe ihn sehr beeindruckt. „Spielerisch und mit ganz einfachen Worten ist es Doris gelungen, einen Zugang zu den Kindern zu finden“, so der Pastor.

Die gemeinsamen Projekte, wie der lebendige Adventskalender, die Einschulungsgottesdienste und der Weltgebetstag sowie die ökumenischen Gottesdienste, bei denen Doris Rattay federführend war, haben über viele Jahre ihre Handschrift getragen.

Auch Ansgar Stolte, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Diepholz, Barnstorf, Sulingen, wollte im Vorfeld ihres Abschiedsgottesdienstes Worte an die scheidende Gemeindereferentin richten: „Gott und den Menschen zugewandt – dieses Leitwort des Bistums Osnabrück passt gut zur Motivation und Haltung von Doris Rattay. Seitens der Kirchengemeinde in Barnstorf und der ganzen Pfarreiengemeinschaft danken wir ihr für ihr leidenschaftliches Engagement, für ihren lebendigen Glauben, der im konkreten Miteinander seine konkrete Gestalt findet, und wünschen ihr für ihren weiteren Weg mit Gott und den Menschen von Herzen seine erfüllende Geisteskraft, Freude und gute Weggefährten.“

Trauerbegleitung als Herzensangelegenheit

Auch über ihre Aufgaben als Gemeindereferentin hinaus hat Doris Rattay ihre Arbeit ausgeweitet: Eine Herzensangelegenheit ist für sie die Trauerbegleitung. „Als ich 15 Jahre alt war, ist mein Vater gestorben. Für mich war das ein einschneidendes Erlebnis. Unterstützung gab es keine. Meine Familie hatte eine schwere Zeit. Heute weiß ich, wo und wie es Hilfe geben kann“, erklärt Doris Rattay.

Abschied nehmen könne oder müsse eingeübt werden. Sich immer wieder bewusst zu machen, dass alles endlich ist, sei ein wichtiges Instrument, der Trauer zu begegnen.

Und Abschied nehmen begegne allen im Alltag ständig: Freundschaften gehen zu Ende, Ehepartner trennen sich, lieb gewonnene Gemeindemitglieder gehen, es steht ein Wechsel oder sogar der Verlust eines Arbeitsplatzes an.

Hier steht Doris Rattay als ausgebildete Trauerbegleiterin zur Verfügung: „Meine Ausbildung zur Trauerbegleiterin habe ich gleich nach meiner Assistenzzeit begonnen.“

Trauerseminare weiterhin gefragt

Im ersten Schritt waren das Seminare im „Haus Ohrbeck“ in Osnabrück, die über einen Zeitraum von zwei Jahren stattfanden und dann noch einmal ein einjähriges Seminar bei Dr. Ruthmarijke Smeding in Düsseldorf. „Dieses Seminar zum Thema ,Trauer erschließen‘ setzt auf psychotherapeutischer Ebene an und hat mir bei meiner Arbeit schon oft geholfen.“

Seit Juni 2016 ist Doris Rattay auch mit der Leitung des kirchlichen Bestattungsdienstes beauftragt , was konkret heißt, dass sie Beerdigungen vom Trauergespräch, über die Beerdigung bis hin zur Trauerbegleitung durchführen kann.

Nachgefragt seien inzwischen ebenso die Trauerseminare von Doris Rattay und Krankenhausseelsorger Valentin Wieczorek, die gemeinde- und konfessionsübergreifend stattfinden, und auch weiterhin in dem gewohnten Rahmen in Barnstorf bestehen bleiben.

Anmeldung zum Abschiedsgottesdienst

Wer sich persönlich von Gemeindereferentin Doris Rattay verabschieden möchte, ist zum Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 11. Juli, um 11.15 Uhr eingeladen. Anmeldungen sind bis zum Sonntag, 4. Juli, möglich. Entweder nach dem Sonntagsgottesdienst oder telefonisch bei Pfarrer Ansgar Stolte unter Tel. 05441/927548 oder per Mail a.stolte@bistum-os.de. Bei gutem Wetter findet der Gottesdienst im Pfarrgarten statt. ko

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