„Drentwede soll sich entwickeln“

Gemeindebürgermeister Theo Amelung zur möglichen Grundschulschließung

Gemeindebürgermeister Theo Amelung äußert sich zur möglichen Schließung der Grundschule Drentwede.
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Gemeindebürgermeister Theo Amelung äußert sich zur möglichen Schließung der Grundschule Drentwede.

Drentwede – Seit Wochen kommen Stimmen auf, die sich zur möglichen Schließung des Grundschulstandortes Drentwede äußern. Drentwedes Bürgermeister Theo Amelung gibt nun Antworten auf Fragen zur Zukunft der Grundschule und möglichen Auswirkungen für die gesamte Gemeinde Drentwede.

Was sagen Sie zu der möglichen Schließung des Grundschulstandortes in Drentwede?

Eine kleine Grundschule schließt man nicht, sondern man nutzt die vielen sehr guten pädagogischen Möglichkeiten zum Wohle der Kinder. Und man schließt auch keine kleine Grundschule, auch wenn es sich um eine Außenstelle handelt, wenn man möchte, dass sich Drentwede weiterentwickelt. Die ganze Gemeinde Drentwede, die Eltern und der Gemeinderat stehen voll zu unserer Schule, auch wenn es nur eine Außenstelle ist.

Ich frage mich, was treibt eigentlich die Antragssteller, die Grünen in Barnstorf dazu, einen Antrag zu stellen, der die bewährte Schulstruktur in Barnstorf zerstört. Übrigens eine Struktur, die sich seit 2011 bewährt hat. Mit den Schulstandorten in Barnstorf, Drebber, Eydelstedt und Drentwede als Außenstelle. Warum soll jetzt kurz vor den Gemeinderatswahlen so ein Beschluss durchgesetzt werden, völlig übereilt und ohne ausreichende Informationen an die Eltern. Das hat sicher etwas mit Profilierung vor den Wahlen zu tun. Aber eine Profilierung wofür? Für eine Sache, die gegen die Kinder gerichtet ist, und für eine Sache, die gegen unsere Gemeinde Drentwede gerichtet ist. Und worauf bezieht man sich? Es seien zu wenig Lehrerstunden vorhanden. In den letzten zehn Jahren war es aber immer möglich, auch Klassen in Drentwede einzurichten.

Was ist das Besondere an der Grundschule in Drentwede?

Die kleine Schule ist in jeder Hinsicht überschaubar. Kleine Klassen, die Lehrkraft, die alle Schülerinnen und Schüler und ihre Familien kennt. Das damit verbundene Eingehen auf die Kinder, auch mit ihren persönlichen Nöten und Schwierigkeiten, dient dem Kindeswohl und erleichter die Erziehungsaufgaben und dient dazu, die Persönlichkeit des Kindes zu stärken.

Warum ist der Erhalt der Grundschule für die Gemeinde wichtig?

Die Schule in Drentwede, auch wenn es nur eine Außenstelle ist, ist ein Garant für die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde. Ohne Grundschule werden junge Familien nicht mehr nach Drentwede ziehen. In den 60er und 70er Jahren wurden über 3 000 Grundschulen in Niedersachsen geschlossen, weil man glaubte, in größeren Schulen würden die Kinder besser auf die weiterführenden Schulen vorbereitet. Diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt. Gleichzeitig sind aber viele dieser Dörfer in ihrer Entwicklung abgehängt worden.

Wie bewerten Sie die Unterschriftenaktion der Eltern?

Nicht nur die Eltern der Drentweder Kinder, sondern ein ganzes Dorf zeigt mit der Unterschriftenaktion, dass man die Schule im Dorf erhalten soll.

Was erwarten Sie von der Schulleitung?

Ich erwarte von der Schule, die Anmeldungen soweit wie möglich nach hinten zu verschieben, damit die Eltern sich auch über die Grundschul-Außenstelle in Drentwede informieren können. Vielleicht wird ihnen danach klar, welche guten pädagogischen Möglichkeiten in der Grundschule Drentwede gegeben sind.

Was wollen Sie für den Erhalt der Grundschule Drentwede tun?

Zuerst werden wir unseren Landtagsabgeordneten um Hilfe bitten.

Ich schlage außerdem vor, den niedersächsischen Kultusminister Grant-Henrik Tonne einzuladen. Ich bin auch gerne bereit, sofort zum Kultusminister nach Hannover zu fahren. Er könnte uns allen von Nutzen sein. Übrigens hat Herr Tonne in seinem Wahlkreis auch kleine Schulstandorte. Von Schulschließungen ist dort aber nicht die Rede.

Ich halte es auch für verfrüht, jetzt schon Aussagen über die künftige Klassenbildung zu machen, weil die Anmeldungen zur Schule noch nicht erfolgt sind. Es gibt auch noch gar keine Beschlüsse über die Schulstandorte in der gesamten Samtgemeinde Barnstorf. Das muss auf jeden Fall abgewartet werden, bevor man zu irgendwelchen Erklärungen kommt.

Wie lautet Ihr Appell an die, die entscheiden?

Schulpolitik ist sicher kein leichtes Geschäft, aber für mich gilt ein Grundsatz, auch auf der Gemeindeebene: Schule muss für Kinder gelingen, nicht für Kommunalpolitiker und nicht für Verwaltungsbeamte. Maßstab des Handelns muss immer das Kinderwohl sein.

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