Gemeinde mietet Gebäude an / Offizierscasino wird interkultureller Treffpunkt

Platz für 44 Flüchtlinge im Hülsmeyer-Park

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Auf jeder Etage des Unterkunftsgebäudes gibt es eine Gemeinschaftsküche.

Barnstorf - Die Samtgemeinde Barnstorf hat derzeit 121 ihr zugewiesene Flüchtlinge aufgenommen; sie sind dezentral – in Wohnungen oder Einfamilienhäusern – in allen vier Mitgliedsgemeinden untergebracht. Da die Zahl der Asylbewerber voraussichtlich weiter steigt, wird die Gemeinde zum Jahresbeginn eine erste größere Unterkunft in Betrieb nehmen. Auf dem Gelände des Hülsmeyer-Parks wird ein Unterkunftsgebäude angemietet, das 44 Menschen Platz bieten soll.

Es handelt sich dabei um das ehemalige Offizierswohnheim. Darin sind elf Zimmer vorhanden, jedes etwa 33 Quadratmeter groß, die jeweils mit vier Personen belegt werden können. Jedes Zimmer ist mit Toilette und Dusche ausgestattet. Auf jeder der zwei Etagen gibt es eine Gemeinschaftsküche. Die Organisation und Belegung wird von der Samtgemeinde betrieben.

Das Gebäude wird zurzeit hergerichtet, ab 1. Januar 2016 soll es möglichst schrittweise belegt werden.

„Für den Personenkreis soll auf jeden Fall eine soziale Betreuung sichergestellt werden“, unterstreicht Fachdienstleiterin Frauke Brüning.

Hierzu bietet sich das nebenstehende Gebäude an, das ehemalige Offizierscasino, das ebenfalls seit dem Abzug der Bundeswehr aus Barnstorf im Jahr 2005 leersteht. Auch dieses Gebäude hat die Samtgemeinde angemietet. Das ehemalige Casino soll ein Treffpunkt für alle Flüchtlinge in der Samtgemeinde Barnstorf werden, an diesem beispielsweise auch Sprachkurse angeboten werden können oder Hausaufgabenbetreuung stattfinden kann.

Die Verwaltung ist mit dem IGEL (Interessengemeinschaft Gesundes Leben) als freiem Träger in Verhandlung, der die Koordination der neuen Angebote und die Kooperation mit den schon bestehenden Angeboten organisieren soll. Dafür soll mindestens eine halbe Sozialarbeiterstelle geschaffen werden, beim IGEL angesiedelt, von der Samtgemeinde bezahlt. Weitere Stellen können aus anderen Fördertöpfen kommen. „Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Willkommen“ ist selbstverständlich, da die ehrenamtliche Arbeit auf jeden Fall weiter geführt werden soll“, so Brüning.

Aber das Ansatz des neuen Treffpunkts geht noch weiter. Er soll nicht nur Flüchtlingen offenstehen, sondern allen, die im Hülsmeyer-Park arbeiten. Etwa 300 Menschen sind bei den Unternehmen und Organisationen beschäftigt, die auf dem ehemaligen Kasernengelände angesiedelt sind.

Die Idee ist, einen „interkulturellen Treffpunkt“ in dem ehemaligen Casino zu etablieren. „Wir wollen ein Miteinander fördern“, sagt Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. So plane der IGEL, die Küche, die im „Offz-Heim“ eingerichtet ist, wieder in Betrieb zu nehmen. Dann könnte hier möglicherweise ein Mittagstisch für die Bediensteten umliegender Firmen angeboten werden. Denkbar ist auch, dass Unternehmen die Räume für Tagungen oder Feiern nutzen könnten.

Vorsitzender Johann Knake räumt ein, dass das Engagement im Igel-Vorstand durchaus kontrovers diskutiert worden sei. Tenor: „Ist das wirklich IGEL?“ Aber die Antwort sei positiv gewesen. „Wir fühlen uns da voll unterstützt, und jetzt gehen wir es an.“

Knake erklärt, warum es auch für den IGEL Sinn macht, sich beim neuen Treff zu engagieren. Dadurch, dass man mittags im Mehrgenerationenhaus sowohl für den offenen Treff, für die Kita und für die Grundschule Eydelstedt koche, habe man eine Kapazitätsgrenze erreicht. Mit den Räumen im neuen Treff habe man jetzt professionelle Möglichkeiten zu kochen und das Angebot auszuweiten.

Der zweite Teil der IGEL-Aktivitäten betreffe die Sozial-Arbeit. „Wir wollen damit nicht in Konkurrenz treten zu irgendjemandem“, unterstreicht Knake. Es liege dem IGEL sehr an der Kooperation mit allen Beteiligten sowie den Firmen.

sr

Quote steigt

Zusätzlich zu den 121 bereits in der Samtgemeinde aufgenommenen Flüchtlingen ist damit zu rechnen, dass die Samtgemeinde bis Ende Januar weitere 39 Personen aufnehmen muss. Das erklärt Fachdienstleiterin Frauke Brüning aus dem Rathaus. Danach werde die Quote neu berechnet. „Nach den bisherigen Ankündigungen können wir von weiteren 170 Personen ausgehen“, so Brüning weiter.

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