Gewerbesteuer verbessert das Jahresergebnis

Gemeinde Eydelstedt kann vorerst auf Kredit verzichten

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Kämmerer Friedhelm Gieseke machte keinen Hehl daraus, dass ihm die Gemeinde Eydelstedt am Herzen liegt. Die öffentliche Ratssitzung am Dienstagabend war ihm sogar ein besonderes Vergnügen. Nicht nur weil die Zusammenkunft in seinem Heimatort Wohlstreck stattfand, sondern weil er der Politik einen Nachtragshaushalt für das Jahr 2017 zur einmütigen Beschlussfassung vorstellen konnte, mit dem die Kommune aufgrund der unerwarteten Steuereinnahmen sehr gut leben kann.

Als der Haushaltsplan vor knapp einem Jahr im Feuerwehrhaus in Eydelstedt beschlossen wurde, stand unterm Strich noch ein erhebliches Defizit, das nur durch eine Kreditaufnahme gedeckt werden konnte. Am Dienstag in der Gaststätte Sandmann stellte sich das voraussichtliche Jahresergebnis wesentlich freundlicher da, auch zur Überraschung des erfahrenen Kämmerers: „Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, solche Zahlen heute präsentieren zu können.“

„Das Gesamtaufkommen bei den Steuereinnahmen hat sich im laufenden Haushaltsjahr überaus positiv entwickelt“, erläuterte Gieseke. Bei der Gewerbesteuer waren zunächst Einnahmen von 800 000 Euro eingeplant. Dieser Ansatz konnte nun dank der wirtschaftlichen Entwicklung der heimischen Betriebe auf 1,3 Millionen Euro angehoben werden. Dass dadurch die zu zahlende Gewerbesteuerumlage um fast 100 000 Euro steigt, kann die Kommune verschmerzen,

Der Kämmerer zeigte die weiteren Auswirkungen auf den Haushaltsplan auf und kam zu dem Schluss, dass die Gemeinde Eydelstedt zum Jahresende über einen deutlich gestiegenen Finanzierungsmittelbestand in Höhe von fast 320.000 Euro verfügt. Die zunächst veranschlagte Kreditaufnahme über 115.000 Euro werde nicht mehr benötigt und könne aus dem Zahlenwerk gestrichen werden.

„Ein Nachtrag der absolut erfreulichen Sorte“, resümierte Gieseke, der in den vergangenen drei Jahren eine Berg- und Talfahrt bei der Aufstellung des Haushaltes erleben musste. Mit Blick auf das kommende Jahr wünschte er sich ein ähnlich gutes Ergebnis. Allerdings ist in der Finanzplanung 2018 bis 2020 ein Kreditvolumen in Höhe von insgesamt 840.000 Euro vorgesehen. Hauptgrund sind die geplanten Investitionen, unter anderem in Flurbereinigung, Regenwasserkanalisation im Hülsmeyer-Park, Endausbau der Straße Eichenkamp und nicht zuletzt der Breitbandausbau in der Gemeinde Eydelstedt.

Ausdrücklichen Dank an die heimischen Unternehmen

Bürgermeister Friedrich Bokelmann nahm den Nachtragshaushalt erfreut zur Kenntnis, warnte aber aus langjähriger Erfahrung vor den höheren Samtgemeinde- und Kreisumlagen, die im nächsten Jahr aufgrund des zusätzlichen Steueraufkommens auf die Kommune zukämen. Einen ausdrücklichen Dank richtete der Ratsvorsitzende an die heimischen Unternehmen, die ein solches Ergebnis erst möglich machten und sich in der Gemeinde Eydelstedt wohlfühlten. Der Rat wolle alles dafür tun, damit dies auch so bleibe.

Ratsherr Karsten Brokering stellte heraus, dass es sich bei den zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen nicht etwa um Einmal-Effekte handele und äußerte die Hoffnung auf eine weiterhin stabile Entwicklung. Gleichzeitig mahnte er zur Disziplin in Haushaltsentscheidungen und stellte sich noch einmal hinter die Entscheidung der Kommune, sich mit einem Betrag von bis zu einer halben Million Euro am geplanten Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt beteiligen zu wollen. „Uns ist das Projekt wichtig“, betonte der Fraktionssprecher der Gruppe WGE/SPD, die über zehn der elf Sitze im Gemeinderat verfügt.

Rubriklistenbild: © dpa

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