Gemeinde Eydelstedt hält an Hausnummern mit Ortsbezeichnung fest

Es bleibt alles beim Alten

+
Die Familie von Horst Mitlewski (l.) ist zufriedem. Sie kann ihre Adresse „Scharrel 48“ behalten. Der Rat der Gemeinde Eydelstedt hat beschlossen, dass die alten Ortsbezeichnungen nicht von der Bildfläche verschwinden sollen.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Nach dem Aufschrei folgt die Erleichterung: Wilfried Mitlewski ist zufrieden. An seiner Adresse „Scharrel 48“ wird nicht gerüttelt. Er und viele Nachbarn in dem kleinen Ortsteil im Südosten der Gemeinde Eydelstedt behalten ihre gewohnte Anschrift. Die Vergabe von neuen Straßennamen ist vom Tisch. Das ist das Ergebnis der jüngsten Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Donstorf.

„Es bleibt so, wie es jetzt ist. Wir wollen den Wünschen der Bürger gerecht werden“, betonte Bürgermeister Friedrich Bokelmann. Mit dem mehrheitlichen Beschluss waren die Wogen geglättet, die bei der öffentlichen Sitzung zwei Wochen zuvor aufgekommen waren. Mehrere Bürger hatten sich, wie berichtet, gegen eine Vergabe von Straßennamen gewehrt, damit die kleinen Ortsteile nicht von der postalischen Bildfläche verschwinden.

Die Befürworter von Straßennamen hatten ihre Haltung unter anderem damit begründet, dass Rettungsdienste ihren Einsatzort ohne geregelte Bezeichnungen nur schwer finden könnten. Diese Auffassung wollte Florian Krause aus Dörpel nicht teilen. Der Rettungsdienst-Mitarbeiter erklärte in der Einwohnerfragestunde, dass seine Kollegen über ein spezielles Navigationssystem verfügten, das auf Daten des Katasteramtes zurückgreife. „Wir finden jede Hausnummer direkt.“

Ratsherr Andreas Heuer wies darauf hin, dass auch Feuerwehren zum Rettungswesen gehörten. Sie hätten das spezielle Navigationssystem hingegen nicht. „Ich weiß nicht, wo wer wohnt“, sagte Heuer, der selbst in der Ortsfeuerwehr Eydelstedt aktiv ist. Er war nicht der einzige Ratsvertreter, der seine Bedenken am Mehrheitsbeschluss zum Ausdruck brachte.

Es gebe viele Leute, die gerne Straßennamen hätten. Aber dann sollte schon die ganze Gemeinde berücksichtigt werden, meinte Ludger Schomaker. Irritierend sei vor allem, dass Neubauten die nächste verfügbare Hausnummer im Ort bekämen. Dann könnten die Hausnummern der neuen Nachbarn stark voneinander abweichen. „Das kriegen wir mit dieser Sache nicht weg“, meinte auch Ratsherr Lutz Imhof, der sich eine Einführung von Straßennamen gewünscht hätte.

Cord-Hinrich Egelriede räumte ein, dass Straßennamen eine gewisse Ordnung gebracht hätten, aber die Auffassung der Anlieger sei zu verstehen und sollte Berücksichtigung bei der Entscheidung des Rates finden. Auch Dr. Horst Gaumann sprach sich für einen Erhalt der Strukturen aus: „Für uns ist der Respekt vor den Wünschen der Leute ausschlaggebend.“

Laut Ratsbeschluss wird die von der Landesstraße 344 in Eydelstedt abzweigende Schweringhauser Straße jetzt lediglich bis zur Kreuzung Loge/Dörpel verlängert. Die südlich gelegenen Haushalte bleiben unberührt. Betroffen ist lediglich der „Loger Treff“, der ohnehin schon mit der Anschrift „Schweringhauser Straße 22“ gearbeitet hat. Diese Anschrift bekommt jetzt offiziellen Charakter.

Weil die Einführung von Straßennamen vom Tisch ist, soll die Orientierung für Auswärtige nun auf andere Weise verbessert werden. Die Gemeinde möchte in den kleinen Ortsteilen nach und nach Schilder an Kreuzungen und Einmündungen aufstellen, auf denen die Hausnummern abgedruckt sind. Dieses System wird beispielsweise in Aldorf praktiziert.

Außerdem sollen die alten Ortsteilbezeichnungen wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt werden. Beispiel: Wer bisher die Anschrift Wohlstreck hat, aber im Ortsteil Schierholz wohnt, bekommt in Zukunft diesen kleinen Ortsteil in seine Anschrift. Die bestehenden Hausnummern würden bei dieser neuen Regelung erhalten bleiben. Sie soll Schritt für Schritt per Ratsbeschluss umgesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Flughäfen zwischen Abflug- und Ausflugsziel

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Das ist der Gipfel: E-Mountainbiking am Dachstein

Neue Smartphones von Nokia und Motorola im Test

Neue Smartphones von Nokia und Motorola im Test

Neue Spiele: Zombie-Festungen und Völkerball-Schlachten

Neue Spiele: Zombie-Festungen und Völkerball-Schlachten

Meistgelesene Artikel

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Durch die Heidelbeer-Plantagen von Kirchdorf

Kommentare