Gelungene Integration

Junge Flüchtlinge beteiligen sich am Freizeitsport des TSV Drebber

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Gute Laune beim Freizeitsport des TSV Drebber: Unter die Herren mischen sich nicht nur spielfreudige Damen. Auch Flüchtlinge nehmen das Angebot gerne wahr. Für Yaman Al Hussiny (5.v.l.) ist es ein wichtiger Beitrag zur Integration.

Drebber - Von Simone Brauns-Bömermann. Für Flüchtlinge ist es nicht leicht, sich in einem neuen Land zurecht zu finden. Da gibt es Sprachbarrieren, neue Gewohnheiten und Regeln. Was bei der Integration helfen kann, ist der Sport.

Ein schönes Beispiel liefert der TSV Drebber. In dem Verein kommen junge Menschen aus fernen Ländern mit Einheimischen beim Baggern und Pritschen in Kontakt.

Leise, unaufgeregt und erfolgreich verläuft die Integration ausländischer Jugendlicher in Drebber. Ganz ohne politische Instrumentalisierung. Schauplatz ist die Sporthalle an der Schulstraße. Dort treffen sich regelmäßig mehrere Herren zum Freizeitsport. Manchmal stoßen auch einige Damen hinzu. Es gibt Ballspiele, Gymnastik und andere sportliche Betätigungen.

Baggern und Pritschen auf dem Programm

Am Montagabend steht Volleyball auf dem Programm. Yaman Al Hussiny kommt mit dem Rad angefahren und wundert sich: „Wir sind heute wenige, soll ich noch mal losfahren und nachfragen?“, fragt der 14-jährige Syrer in die Runde. Helmut Reitzig ermuntert ihn, seine Freunde zu kontaktieren. „Ja, kannst Du ja versuchen“. Während Yaman die anderen Flüchtlinge erreicht, beginnen die Freizeitsportler mit dem Aufwärmen und spielen sich die ersten Bälle zu.

Die Verantwortlichen freuen sich über die Neuzugänge, die seit einigen Wochen zu den Treffen kommen. „Es fing alles im Sommer auf dem Beachvolleyballplatz an“, erinnern sich Helmut Reitzig und Hartmut Weber-Bockhop. Die jungen Ausländer hätten am Spielfeldrand gestanden und gefragt, ob sie mitmachen könnten. Klar konnten sie – und seitdem mischen die Flüchtlinge beim Freizeitsport munter mit.

Nach einem Jahr fließend Deutsch

Yaman kommt aus Damaskus. Er lebt seit etwa einem Jahr mit seiner Familie in Deutschland und spricht bereits fließend Deutsch. Doch am Montag muss er die Nachricht überbringen, dass seine Freunde ausnahmsweise nicht kommen können: „Die müssen noch für die Schule lernen“. Es sind Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Sie kommen unter anderem aus Syrien, Albanien und dem Kosovo.

Der Sport macht Yaman sichtlich Spaß. Er spielt in der ersten Runde in der Herrenmannschaft, hängt sich sofort rein und sucht den Bodenkontakt. „Der Junge hat echt Talent“, stellen die Routiniers fest. „Manchmal kommt auch ein kleines Mädchen. Die möchte immer zuschauen. Wir geben ihr dann die Punktetafel und lassen sie vom Spielfeldrand zählen“, lächelt Weber-Bockhop.

Win-win-Situation

Wenn die Flüchtlinge mit den anderen Freizeitsportlern auf dem Spielfeld stehen, dann ergibt sich sofort eine Win-Win-Situation. Ohne wissenschaftliches Konzept, nur durch aufeinander zugehen, wird ein großes Stück Integration greifbar. Und zwar nonverbal, mit einfachen Gesten und verständlichen Ansagen von Wünschen. 

Und wo Deutsch-Kenntnisse noch an ihre Grenzen stoßen, entwickelt der Sport seine ganz eigene Sprache. Augenscheinlich gibt es bei der Betätigung keine Vorbehalte oder Vorurteile. Jeder gibt sein Bestes mit viel Elan, egal ob in Deutschland geboren oder zugewandert, männlich oder weiblich, jung oder alt.

Der Sport trägt zum gegenseitigen Kennenlernen bei. Vereinsvorsitzender Heinfried Maschmeyer freut sich über die Einbeziehung der Flüchtlinge. Neue Gesichter sind in der Gruppe stets willkommen. Das gilt natürlich auch für Einheimische. „Jeder, der Lust hat, sich zu bewegen, ein wenig Ballgefühl und bequeme Kleidung hat, ist herzlich eingeladen“, erklärt Maschmeyer.

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