Geldautomat soll vor Ort bleiben

OLB schließt ihre Filiale in Barnstorf

+
Für die Filiale an der Barnstorfer Bahnhofstraße sieht die Geschäftsleitung „keine wesentlichen Wachstumspotenziale“.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Würfel sind gefallen: Die Oldenburgische Landesbank (OLB) will noch in diesem Jahr ihre Filiale in Barnstorf schließen. Die zentral gelegenen Geschäftsräume an der Bahnhofstraße möchte die Regionalbank mit Sitz in Oldenburg aber nicht gänzlich aufgeben. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker sollen erhalten bleiben, so dass sich Kunden vor Ort weiterhin mit Bargeld versorgen können. „Standort mit Selbstbedienung“ heißt es im Fachjargon.

„Die Umwandlung zur SB-Filiale wird voraussichtlich im November erfolgen“, erklärt Rainer Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung der Region Osnabrück/Diepholz, auf Anfrage unserer Zeitung. Der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest, die Räume müssten der künftigen Nutzung entsprechend angepasst und umgebaut werden. Die Kunden würden über die aktuelle Entwicklung noch schriftlich informiert.

Die Geschäftsleitung versichert: „Mitarbeiter werden nicht entlassen.“ Das dreiköpfige Team, darunter zwei Vollzeit- und eine Teilzeitkraft, wechsele zur Filiale nach Diepholz und betreue von dort aus schwerpunktmäßig die Kunden in Barnstorf. „Alle Kunden behalten ihre bekannten Ansprechpartner“, so Schröder. Durch die Einbindung in ein größeres Team sei eine bessere Vertretungsregelung möglich, die auf Dauer in Barnstorf nicht gewährleistet wäre. Außerdem würden Kompetenzen gebündelt.

Die Bank hat im Frühjahr bei ihrer Bilanzpressekonferenz in Oldenburg auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 verwiesen. Der Gewinn im Geschäftsgebiet zwischen Weser, Ems und Nordsee mit seinen mehr als 170 Filialen ist gestiegen. Und wie ist die Situation am Standort Barnstorf? Konkrete Zahlen nennt Schröder nicht, aber er macht deutlich, dass die nötige Perspektive fehlt. „Wir haben uns die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und Potenziale sehr genau angeschaut. Leider sehen wir in Zukunft keine wesentlichen Wachstumspotentiale für unser Filialgeschäft in Barnstorf. Bestenfalls können wir es auf dem jetzigen Niveau halten, und das ist vor dem Hintergrund eines sich verändernden Kundenverhaltens, steigender Kosten des Marktumfelds leider nicht ausreichend“, so Schröder.

Ein wesentlicher Grund für die strategische Entscheidung seien die veränderten Marktverhältnisse, betont Schröder. Früher seien Kunden vornehmlich in Filialen gegangen, um ihre Bankgeschäfte abzuwickeln. Hier habe sich ein Wandel vollzogen. Die Kunden wollten heute verschiedene Wege nutzen, kleinere Angelegenheiten auch außerhalb der Öffnungszeiten erledigen. „Die Nachfrage hat sich verändert, die Kunden nutzen zunehmend das Online-Banking. Darauf müssen wir reagieren.“

Der Ausbau des Online-Bankings ist Teil der Modernisierung des Privatkundengeschäfts, die die OLB eigenen Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr vorangetrieben hat. Dem zunehmenden Kundenwunsch, einfache Bankgeschäfte direkt online oder mobil zu erledigen, komme die Bank mit der Erweiterung ihres digitalen Leistungsangebots nach, heißt es im Geschäftsbericht. Und weiter: „Für die persönliche Beratung bleibt die Filiale der Ankerpunkt.“ Dieser Anker wird nun allerdings in Barnstorf gelichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

Chris Froome gewinnt zum vierten Mal die Tour de France

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

US-Golfstar Jordan Spieth gewinnt 146. British Open

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Green Circus auf dem Deichbrand Festival 2017

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Holtebütteler Plattsnackers spielen „Chaos in’t Bestattungshuus“ 

Meistgelesene Artikel

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

Norwegischer Urlauber will Benzin holen und "tankt" beim Schützenfest in Stuhr

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

14-Jähriger kracht auf der Flucht vor Polizei in Gaststätte

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

„Summer in the City“: Besucher wünschen sich Fortsetzung

Kommentare