82. Geflügelschau in Barnstorf / Die jungen Züchter fehlen

30 Aussteller zeigen ihre stolzen Models

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Mehr als 300 gefiederte „Models“ waren zu sehen.

Barnstorf - Ein wenig besorgt sind Rüdiger Wunderatsch und Kurt Mohrmann schon, wenn sie an die Zukunft der Geflügelzüchter denken. Und obschon der „Verein zur Hebung der Geflügelzucht zu Barnstorf und Umgebung“ einen eigentlich werbewirksamen Namen trägt, nämlich die Zucht nach vorne zu bringen und junge Züchter zu motivieren, fehlt auch in dieser Hobbysparte der Nachwuchs.

„Wir haben unter den 30 Ausstellern nur einen Jugendlichen und der kommt aus Bassum“, berichtet Wunderatsch beim Gang durch die Reihen der Ausstellungskäfige bei „Schröders“ im Saal. Der ist am Samstag und Sonntag kühl, ohne Gardinen und voller krähender und gackernder Stimmen und Geschichten.

Schon draußen hört man das freundliche „Kikeriki“, was wohl „komm doch mal rein“ bedeuten soll. Und die Aussteller kommen tatsächlich von A wie Albers aus Syke bis W wie Wöltje und Wunderatsch aus Rehden und Barnstorf. Dazwischen ist alles vertreten: Diepholz, Weyhe, Stemwede, Twistringen, Wehrbleck, Goldenstedt, Sulingen und mehr.

Zwei Volieren mit Zwerghühnern und Zwerg-Wyandotten begrüßen die Besucher, bevor der Rundgang durch den Saal und die Gänge beginnen kann. Manche Tiere wirken entspannt, ruhen ein wenig, manche schauen kämpferisch und aktiv.

Schön anzusehen sind sie alle, manche haben aber eben nach den Kriterien der Richter eine Schleife verdient. Und die heben wiederum die Minen der Züchter. „Mach hübsch“ lockt Erwin Dehmel seine prämierte Deutsche Modeneser Gazzi Taube in schwarz-weißem Federkleid. Sie geht „in Pose“ und macht Dehmel glücklich, denn ihre grüne Siegerschleife ziert bereits das Gitter. Gazzi das sei italienisch und hieße so viel wie Elsterfarben.

Es ist bereits Tradition geworden, dass der Geflügelzuchtverein Barnstorf (GZV) immer am Totensonntag seine Rassegeflügelausstellung durchführt. Im Saal sind auch für „Nicht-Geflügelzüchter“ die Farbenpracht, Anmut der Tiere und die Zuchterfolge der passionierten Züchter und ihre Liebe zu dem Federvieh zu sehen. Übrigens auch absolut besuchenswert für diejenigen, die ihre Eier aus der Kühltheke kaufen und mit Hühnern und Hähnen sonst eher nichts am Hut haben.

Ästhetik und Schönheit an Zucht- aber auch Nutztieren sind hier zu bestaunen. Sogar kleine Dispute über zu frühes Krähen oder allzu wildes Gackern der Haustiere über den Gartenzaun hinweg sind hier zu schlichten. Und es ging auch multikulturell unter den Hühnern und Tauben zu: Vom Altenglischen Zwerg-Kämpfer über Antwerpener Bartzwerge, Zwergitaliener, Gier- und Luchstauben, Samtschildtaube oder Trommeltaube, alle vertrugen sich. Gelockt, gestreift, meliert, gefleckt, glänzend und gesund, so präsentierten sich die Hühner- und Tauben-„Models“. Doch eins gehört zu Tier- und Artenschutz, den die Züchter betreiben dazu: Wenn die Zeit gekommen ist, ist sie gekommen. Dann zählen auch keine Schleifen mehr und manche Taube, Hahn oder Huhn ernähren ihre Züchter. Aber am Wochenende stand erstmals die Schau im Vordergrund. Über die Ehrungen werden wir noch berichten.

sbb

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