Gedächtnis-Seminar: Fitness für Gehirnmuskel, viel Spaß und ohne Druck

„Politische Gymnastik“ hilft dem Gehirn

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„Das Gehirn ist ein Muskel, der An- und Entspannung benötigt“, sagt Referentin Regina Bruns aus Twistringen.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Was haben Bananen, Nüsse, Vollkornbrot, „politische“ Gymnastik, verrückte Bilder im Kopf und Schätzfragen oder Dinge „mal mit Links“ zu erledigen mit dem Vorbeugen vor allzu häufigem Vergessen zu tun? Viel. Mit dieser Erkenntnis und einem Lächeln im Gesicht gingen die 14 Teilnehmer (drei Männer und elf Frauen) gemischten Alters gestern Morgen aus dem LEB-Seminarraum im Barnstorfer Erlebnis- und Umweltzentrum (BUEZ).

Referentin Regina Bruns aus Twistringen, Gedächtnistrainerin, ambitionierte Frau in Sachen Inklusion und Integrationshelferin von Flüchtlingen hatte ihren Job richtig gut gemacht, denn das wichtigste blieb bei allen Teilnehmer des Schnupperkurses „Am Ball bleiben, ein Leben lang“ – Rund ums Gedächtnistraining – hängen: Freude, Spaß und die Gewissheit den wichtigsten Muskel des Menschen, das Gehirn, ein Stück weit trainiert zu haben. Und alles ganz ohne Druck – das war ihr wichtig.

Das kostenlose Einführungsseminar im Rahmen der Aktionswoche zum zehnjährigen Bestehen des Lokalen Bündnisses für Familie, für das schon eine Fortsetzung vom 20. Oktober bis 24. November an sechs Terminen jeweils Dienstagsvormittags geplant ist, wurde von den Teilnehmer durchweg positiv resümiert. Die lockere Atmosphäre, der Austausch untereinander, die Teamarbeit und die gemeinsame Motivation Konzentration, Merkfähigkeit und somit unmittelbar Gedächtnis und Gehirn zu schulen, waren das Erfolgsrezept. Ein Training nicht nur für Senioren, das war der Seminarleiterin wichtig.

„Wir sind hier, weil wir unser Gehirn auf Trab bringen wollen. Dazu gehören sowohl die richtige Nahrung, als auch praktische Tipps“, so Bruns. Die Nahrung war schnell behalten: Zitrone rege den Geist an, baue Stress ab, das Ei verbessere die Gedächtnisleistung und Konzentration. Nüsse seien reines Kraftfutter für den Kopf und Wasser sei elektrischer Leiter des Gehirns. Die Ohrenmassage zwischendurch bringe die Durchblutung des Gehirns in Schwung und die Massage der Stirnwölbung löse Denkblockaden.

„Machen Sie auch einfach mal Bekanntes anders: Putzen Sie die Zähne nicht mit rechts, sondern mit der linken Hand und stehen sie dabei auf einem Bein“, empfahl die Expertin. „Und da uns die Technik viel Arbeit im täglichen Leben abnimmt, einfach mal wieder einen Brief mit der Hand schreiben“. Das ganzheitliche Gedächtnistraining umfasse Körper (Bewegung), Geist und Seele.

Die erste körperliche Übung im Seminar wurde sehr lustig: „Wir machen einmal gemeinsam politische Gymnastik“. Dahinter versteckte sich typisches Politikerverhalten. Umgesetzt in Bewegung hieß es beispielsweise so: „Wir raufen die Haare, rümpfen die Nase, rudern zurück, treten auf der Stelle, schieben zur Seite, benutzen die Ellenbogen, kommen ins Schwimmen, aber treten nicht zurück“.

Es folgten visuelle, akustische, taktile Wahrnehmungsübungen. „Achten Sie einmal auf zarte Geräusche, während Sie auf den Bus warten. Merken Sie sich Dinge durch Übertreibung der Größe in der Vorstellung, belegen sie sie mit Humor und mit Bildern. Je verrückter, desto einprägsamer“. Das Gehirn brauche die ständige Andersartigkeit der Tätigkeiten, die Variation, eine andere Reihenfolge, um trainiert und fit zu bleiben. „Denn es ist ein Muskel, der An- und Entspannung benötigt“, so Bruns. „Lernen Sie eine neue Sprache, zählen Sie Schritte beim Spazierengehen, erfinden Sie neue Worte, all das hilft“.

Die Denkflexibilität trainieren, war auch ein Punkt. „Ganz wichtig, wenn Sie einmal in einer Senioreneinrichtung leben: Urteilen Sie selbst, entscheiden Sie sich aktiv und lernen Sie es frühzeitig. Sagen Sie nie: Weiß nicht, ist mir egal“. Übungen zum strukturiertem, aber auch dem assoziativen Denken, dem Denken um die Ecke in Bildern oder Märchen, folgten. Zum Gedächtnistraining gehöre auch das Training des logischen Denken, der Merkfähigkeit, der Formulierung.

Das Resümee der eineinhalb Stunden Power-Training ohne Druck: „Niemand wurde vorgeführt, wir wurden zwar gefordert, aber nicht überfordert, es hat viel Spaß gemacht, die Runde war toll, sehr informativ“. Die Teilnehmer kamen aus der Samtgemeinde Barnstorf, aus Diepholz und Goldenstedt.

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