55 Gäste besuchen zum Jahreswechsel in Barnstorf die „Alte Oma“

Besondere Tradition: Zu Silvester durchs Hunteholz

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Bei der traditionellen Silvesterwanderung in Barnstorf brauchten die 55 Teilnehmer, die teils von weit her kamen, in diesem Jahr einen Schirm. Ziel war die Buche „Alte Oma“ im Hunteholz.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Für die Einheimischen ist es das Hunteholz: Das Unterholz, die Hunte und ihr Verlauf. Das ist eben alles da, so lange man denkt. Für Gäste ist es immer wieder spannend, auch im Silvesterregen.

So für die 55 Gäste des Hotel Roshop in Barnstorf, die teils schon seit Jahrzehnten zu Silvester in den Flecken an der Hunte reisen, um dort den Jahreswechsel gemeinsam zu feiern.

Diese Tradition ist im Grunde fast immer gleich, aber in Nuancen, und das ist das Interessante, immer wieder neu und anders.

Drei Tage Barnstorf mit Silvesterwanderung, Wellness und Silvesterfeier. Hierzu treffen sich Gruppen regelmäßig bis leicht unregelmäßig aus Oyten, Bremen, Achim, Stuhr, Delmenhorst, aber auch Freunde aus München, Hamburg oder Braunschweig. „Vergessen Sie nicht das schöne Bad Essen und Nienburg“, klingt es auf der Wanderung am Silvestermorgen auf dem Weg durch Regen unter dem bunten Schirmwald durch Barnstorf.

Die Wanderung der Natur- und Silvestergenießer leitet wie in den vergangenen Jahren wieder Heinz Fessel, mit seinen 85 Jahren noch schnellen Schrittes unterwegs. Er ist Wanderwart des MTV Barnstorf und kennt alle schönen Ecken im Flecken.

„In diesem Jahr zeige ich Ihnen die „Alte Oma“ im Barnstorfer Unterholz“, sagt er vor der eineinhalbstündigen Wanderung durch den Ort, entlang der Hunte und ihren Altarmen, dem Hunteholz und dem Unterholz.

Alle Gäste waren angetreten zu der Wanderung. Sie wurden von Hotelier Ludolf Roshop begrüßt und später an der über 150 Jahre alten Buche, die in Barnstorf liebevoll „Alte Oma“ genannt wird, mit Glühwein und Punsch versorgt.

Wer dann nicht mehr laufen möchte, den nimmt der Roshop gern im Fahrzeug mit zurück zum Hotel.

Die Münchner Gruppe mit 14 Personen genießt den Mischwald, die leichten Hügel, den Morast, in den die Regentropfen wie Beruhigungstropfen fallen. Sie kommen seit nunmehr 20 Jahren nach Barnstorf.

Der Weg, den Heinz Fessel ausgesucht hatte, führte durch das ortsnahe Hunteholz, Richtung alter Mühle und Querung über die Hunte am Roggenberg. Weiter in östlicher Richtung entlang der Hunte, dort wo einst die alte Badeanstalt an der Hunte lag. „Hier wurde sportlich im Fluss geschwommen“, erläutert Fessel die Stelle, gibt Auskunft über Fauna und Flora und zeigt Biberverbiss am Flussufer.

Zur „alten Oma“ geht es links ins Unterholz und nach ein paar Hügeln steht sie da, die alte Buche ohne Laub, knorrig mit vielen Armen, die abgespannt und gesichert sind und wird durch ein Schild „Naturdenkmal“ ausgewiesen. Wer sie sieht, genießt und die mit Fantasie, sehen schon die Vorlage einer wunderbaren Animation in Märchenfilmen, wo alte Bäume reden, sprechen und laufen.

Tatsächlich zeugt der alte Baum von Bestand, Ruhe, Tradition und Pflege. Tote schwere Äste sind abgesägt, ein Spannseil hält eine dicke, starke Ästelung gegen Abbruch.

Gestärkt macht sich die Silvesterwandergruppe auf den Rückweg: Parallel zur Nord-Süd-Trasse der Bahn, durch den Tunnel hinter dem Barnstorfer Bahnhof und dem seniorengerechten Wohnareal.

„Jetzt müssen wir nur noch unsere Verkehrsader kreuzen, dann sind wir zurück im Hotel“, hat es Heinz Fessel geplant, dann steht der Silvesterparty mit kulinarischem Genuss und anschließendem Tanz nichts mehr im Weg.

Und viele von den Gästen werden auch nächstes Jahr zum Jahreswechsel wieder in Barnstorf sein, das planen sie.

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