„Wachstum und Synergien“

Fusion in trockenen Tüchern: Wintershall und Dea gehen gemeinsame Wege

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Der Schriftzug auf dem Firmenschild am Werksgelände in Barnstorf wird bald überholt sein. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll den Namen „Wintershall Dea“ tragen.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Jetzt ist die Fusion von Wintershall und Dea in trockenen Tüchern: Die Mutterkonzerne der beiden Unternehmen haben eine verbindliche Vereinbarung zum Zusammenschluss ihrer jeweiligen Öl- und Gasgeschäfte unterzeichnet.

Somit wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der neue Name „Wintershall Dea“ auf dem Firmenschild an der Rechterner Straße in Barnstorf steht. Die Mitarbeiter am heimischen Standort hatten in den vergangenen Tagen gespannt nach Ludwigshafen geblickt, wo der Mutterkonzern BASF die letzten Details mit der Investorengruppe Letter One um den russischen Oligarchen und Dea-Eigner Michail Fridman klärte. 

Nachdem die Partner bereits im Dezember 2017 eine Absichtserklärung unterzeichnet und damit den Weg für die Verhandlungen geebnet hatten, erfolgte nun die Vertragsunterzeichnung. Dies teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend mit. Gestern Mittag wurde die Belegschaft in Barnstorf von Wintershall-Vorstandschef Mario Mehren per Video-Schaltung aus Kassel über die Entscheidung informiert.

Unternehmen würden gut zueinander passen

Mehren wird an der Spitze von Wintershall Dea stehen. Er war in die Verhandlungen des Mutterkonzerns eingebunden und hatte sich schon im Dezember vergangenen Jahres bei einem Besuch in Barnstorf positiv zu den Fusionsplänen geäußert. Für ihn steht fest, dass die beiden deutschen Traditionsunternehmen sehr gut zueinander passen und sich mit Blick auf Strategie, Geschäftsfelder und internationale Standorte ergänzen.

„Mit der Verbindung von Wintershall und Dea setzen wir auf strategisches Wachstum und Synergien. Mit mehr eigenoperierten Projekten, stabilen, langfristigen Partnerschaften und einem optimierten Portfolio wird Wintershall Dea als Gemeinschaftsunternehmen im internationalen Markt punkten“, erklärte Mehren nach der Unterzeichnung des Deals in einer Pressemitteilung. Mittelfristig werde ein Börsengang für den Verbund angestrebt.

Zukunft von Barnstorf ungewiss

Die neue Gesellschaft wird ihre Hauptverwaltungsstandorte in Kassel und Hamburg haben. Welche Rolle in Zukunft der Standort Barnstorf mit seinen aktuell etwa 300 Mitarbeitern spielt, ist nicht bekannt. „Die Zusammenführung ist beschlossen. Der Prozess der Integration beginnt jetzt, wir müssen die Entwicklung abwarten“, so Wintershall-Pressesprecher Mark Krümpel auf Anfrage unserer Zeitung.

Nach Angaben des Unternehmens wird der Abschluss der Transaktion im ersten Halbjahr 2019 erwartet, vorbehaltlich der Genehmigungen der Fusionskontroll-, Auslandsinvestitions- und Bergbaubehörden sowie der Bundesnetzagentur. Bis zu diesem Zeitpunkt würden Wintershall und Dea als voneinander unabhängige Unternehmen weitergeführt. Der Anteil von BASF an den Stammanteilen des Gemeinschaftsunternehmens wird zunächst 67 Prozent betragen, der von Letter One 33 Prozent.

Im Jahr 2017 hatte das kombinierte Geschäft von Wintershall und Dea einen Umsatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro, ein Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen von 2,8 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter von 740 Millionen Euro. Die Rohöl- und Erdgasproduktion belief sich im Jahr 2017 auf insgesamt 210 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE). 

Dies entspricht einer täglichen Fördermenge von rund 575.000 BOE. Das Gemeinschaftsunternehmen soll über ein regional ausgewogenes Portfolio mit Wachstumspotenzial in den Kernregionen verfügen und zwischen den Jahren 2021 und 2023 eine Tagesproduktion von 750.000 bis 800 000 BOE anstreben. Ab dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion werden Synergien in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro pro Jahr erwartet.

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