Barnstorfer Speeldeel begeistert mit Dreiakter „Dat Verlegenheitskind“

Der Funke springt sofort über

Mehr als 250 Besucher verfolgten die ersten beiden Vorstellungen im großen Saal von „Schröders“.

Barnstorf - Von Sabine Nölker. Bereits am ersten Wochenende konnte sich die Barnstorfer Speeldeel über zwei gut besuchte Vorführungen freuen. Mehr als 250 Zuschauer verfolgten das Theaterstück im „Schröders“. „Wir sind sehr zufrieden“, erklärte Thomas Brüggemann nach dem gelungenen Auftritt. Und das konnten der Laiendarsteller und seine Truppe auch sein, zumal der plattdeutsche Dreiakter „Dat Verlegenheitskind“ aus der Feder von Jan Peter Asmussen bestens ankam. „Das wohl beste Stück der letzten Jahre“, lobte Helga Ahlers am Sonntagabend.

Schon das aufwenig gestaltete Bühnenbild war unglaublich. Die Blicke der Zuschauer schweiften über die Hunte und die Dächer Barnstorfs. Ein Holzzaun und eine gemütliche Sitzecke vermittelten ländliche Idylle pur. Es fehlte nur noch das Vogelgezwitscher aus den Nistkästen am Scheunentor. Mit viel Liebe und Detailtreue hatten Udo Mattfeld, Stefan Burrichter, Birgit Varnhorn und Kevin Varnhorn für eine tolle Kulisse gesorgt. Gertrud Scharfscheer lobte bei ihrer Ansprache auch Sabine Schoster: „Die hat Ideen! Die kann dekorieren, da kommt keiner mit.“

Der plattdeutsche Dreiakter begann mit einem Lied, vorgetragen von Kurt Wördemann, der als Bauer Amandus Quandt eine tragende Rolle spielte. Er hatte für das Stück extra Akkordeonunterricht genommen und so sahen ihm die Zuschauer auch ein paar falsche Töne nach. Die Akteure hatten die volle Aufmerksamkeit der Damen, Herren und Kinder im großen Saal. Bei der Spielfreude der Laiendarsteller sprang der Funke sofort aufs Publikum über. Da machten auch ein paar Textunsicherheiten nichts.

„Die Proben waren sehr schwierig und anstrengend“, berichtete Thomas Brüggemann im Gespräch mit dieser Zeitung. „Zehn Rollen, da fehlt immer mal jemand.“ Da einer der Akteure zwei Wochen vor der Premiere im Urlaub war, ging es insbesondere auf der Zielgeraden heiß her. „Dreimal die Woche haben wir am Ende geprobt, das hat gefruchtet“, so der erfahrene Theaterspieler. Bei kleinen Schwächen half Souffleuse Angelika Rapaic den Schauspielern auf die Sprünge, sodass bei den ersten Aufführungen jeder Akteur in seine Rolle fand.

Für Vanessa Drieling war es der erste Auftritt für die Barnstorfer Speeldeel. Sie ging in ihrer Rolle als Evchen voll auf. Mit Mimik und Gestik, mit Zetern und Weinen, bot die junge Frau eine klasse Vorstellung. Ebenso wie Doris Egelriede, die als Kellnerin begeisterte. Mal kokett, mal verliebt, vermittelte ihr Gesicht immer den passenden Ausdruck. Manuela Mattfeld war die Rolle der Bauersfrau mit Haaren auf den Zähnen auf den Leib geschrieben. Geradezu bedrohlich schwang sie auch schon einmal den Besen und jagte ihren Mann, gespielt von Johannes Varnhorn, über die Bühne. Er verkörperte einen etwas dusseligen Bauern, und zwar so gekonnt, dass das Publikum schon Mitleid mit ihm haben konnte.

Hauptdarsteller Kurt Wördemann zeigte ungeahnte Talente, als er unter anderem als Huhn über die Bühne hüpfte. Als seine Frau betrat Katharina Wilms die Bühne. Sie beherrschte nicht nur Text und Mimik, sie brachte ihre Rolle als garstige Katrin gekonnt rüber. Ihr gemeinsamer Sohn wurde von Klaus Vehlber gespielt, der nach einjähriger Pause wieder in der heimischen Theatergruppe mitmischte.

Mit Blick auf die noch ausstehenden Aufführungen soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden. Aber ein kleiner Vorgeschmack sei erlaubt: Die amüsante Geschichte handelt von einem Bauern, der sich eine Tochter aus vorehelichen Zeiten angedichtet hat, um sein Taschengeld aufzubessern. Im Laufe der Jahre kommt ein hübsches Sümmchen zusammen. Doch als plötzlich ein Kind auf dem Hof auftaucht, kommt es zu allerlei Verwirrungen.

Weitere Aufführungen

Schröders: Sonnabend, 19. Oktober, 19 Uhr; Sonntag, 20. Oktober, 16 Uhr (jeweils nachmittags ab 15 Uhr mit Kaffeetafel und abends mit Snack-Bufett). Gaststätte Sandmann: Sonnabend, 26. Oktober, 19 Uhr (Schnitzelbufett mit Anmeldung). Kartenvorverkauf: Schröders und Buchhandlung Seitenwind, Eintritt: 7,00 Euro.

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