Annie Heger unterhält Landfrauen in Barnstorf

Frühstück mit Powerfrau

Powerfrau Annie Heger und ihr Pianist Matthias Monka. Foto: Konkel

Barnstorf - Von Eva-maria Konkel. „Bühne frei für ein Multitalent“ hätte das Motto des 16. Frauenfrühstücks der Landfrauen heißen können.

„Guten Morgen! Sag den Problemen, ich komme nach dem Frühstück. Aber sie brauchen nicht auf mich zu warten. Echt nicht.“ Mit diesem Spruch auf einer Karte wurde jede der 145 anwesenden Frauen am Samstag an ihrem Platz im großen Saal des Hotels Roshop begrüßt.Und sollten tatsächlich Probleme zuhause geblieben sein, so konnten diese in dem gut drei Stunden dauernden Programm zumindest für diese Zeit vergessen werden.

Mit dem Gedicht „Morgenwonne“ von Joachim Ringelnatz, das die Wonnen eines leckeren Frühstücks beschreibt, gelesen von Renate Windeler, begann der Morgen dann mit einem reichhaltigen Mahl, das optisch und kulinarisch eine tolle Einleitung für das folgende Programm war.

Mit einem Prost auf die Plattschnacker, die Landfrauen und die hochdeutsche Randgruppe begrüßte die multitalentierte Powerfrau Annie Heger ihr Publikum. Sie ist Schauspielerin, Moderatorin, Autorin und Sprecherin der Radiosendung „Hör mal´n beten to“ von NDR 1. Und nicht nur das, sie kann auch hervorragend singen.

Das Programm, das sie und ihr musikalischer Begleiter am Piano, Matthias Monka, mitgebracht hatten, war großartig. Im Wechsel mit launigen Geschichten aus Hegers Leben und selbst geschriebenen Liedertexten verstand es das Duo, die Herzen der Frauen zu erobern.

So erzählte Annie Heger aus ihrer Kindheit, wie exotisch sie sich als dunkelhaarige Ostfriesin vorgekommen sei. „Niemals konnte ich Blütenkönigin werden, dazu hätte ich blond sein müssen“, klagte sie. Aber ihr Großvater, der für sie eine starke Bezugsperson gewesen ist, mochte „Schwarzbunte“ besonders gern.

Gesang und Geschichten auf Platt unterhielten die 145 Teilnehmerinnen beim Frauenfrühstück der Landfrauen in Barnstorf bestens. Foto: Konkel

Bei allem Witz, mit dem Heger ihre Geschichten auf Platt erzählte, war in vielen doch auch Hauch Wehmut zu spüren. Genau wie in ihren Plattdeutschen Liedtexten, die sie stimmgewaltig zu Gehör brachte, und bei denen sie von Matthias Monka einfühlsam am Piano begleitet wurde. Aus dem Lied „Bridge over troubled Water“ von Simon & Garfunkel wurde „As een Diek schütz ik di for´d water“.

Durchaus sozialkritisch wurde der Umgang der Menschen miteinander betrachtet. Das Leben in der Stadt, in der viel Anonymität und Gleichgültigkeit herrscht, wurde mit dem Leben auf dem Land verglichen. „Ist es nicht fein, wenn man noch ein Auge füreinander hat?“, rief Annie Heger ins Publikum: „Wir brauchen keine Videoüberwachung, wir haben Nachbarn.“

Mit viel Charme gelang es der Künstlerin, ihr Publikum zu fesseln und zum Lachen zu bringen. Nach einem kleinen Exkurs in die verschiedenen Plattdialekte stimmte sie mit dem „Landfrauenchor“ ein Lied an, das wie Heger meinte, „alle können, egal welches Platt man spricht“. Und tatsächlich, bei „Wenn Du min leevsten büst“ war der Chor ziemlich textfest.

Mit dem mitgebrachten Programm hatten die Beiden den Nerv ihrer Zuhörerinnen getroffen. Mit „Can‘t buy me love“ von den Beatles, umgeschrieben zu „Die Liebe ist ausverkauft“, rockten die Musiker den Saal.

Ihre Träume wären mit ihr gewachsen, verriet Heger, so wollte sie die Welt erobern. „Und wo bin ich jetzt?“, fragte sie und gab sich selbst die Antwort „in Barnstorf“ und verdrehte die Augen.

Ja, sie trat in Barnstorf auf. Zum Glück, kann man sagen, denn sie ist durchaus gefragt und hat demnächst ein Engagement in Japan. Annie Heger bezeichnet sich selbst als Paradiesvogel, der im Land der Möwen groß geworden ist, und hatte auch gleich den passenden Song mitgebracht. Mit „flieg, Vogel, flieg“ konnte sie ein weiteres Mal ihre absolut starke Stimme zur Geltung bringen.

Eine Überraschung hatten die Barnstorfer Landfrauen für die sympathischen Künstler im Gepäck: Mit einer Blüte, die ins Haar gesteckt, beziehungsweise bei Matthias Monka wegen fehlender Haarpracht geklebt, wurde Annie Heger zur „Ersten dunkelhaarigen ostfriesischen Blütenkönigin“ gekürt. Die Begeisterung der Ostfriesin, die heute in Berlin lebt, erschien erfrischend echt.

Als Zugabe konnte Matthias Monka noch einmal sein Können als Sänger zeigen. Mit „Alles im Leben ist nur auf Zeit“ machte er neugierig auf das, was er sonst noch zu bieten hat, wenn er mit seiner Band unterwegs ist.

Das neue Programm der Landfrauen ist übrigens fertig und wird bei der Jahreshauptversammlung am 6. März ab 18 Uhr im Hotel Roshop vorgestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brexit verschoben - aber weiter keine Lösung in Sicht

Brexit verschoben - aber weiter keine Lösung in Sicht

Trommel-Ensemble „Kokubu“ in der Glocke

Trommel-Ensemble „Kokubu“ in der Glocke

Abi-Mottowoche an der Eichenschule

Abi-Mottowoche an der Eichenschule

„Kunstgeflüster“ im Domgymnasium

„Kunstgeflüster“ im Domgymnasium

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Unfall auf der B51: 81-jährige Pedelec-Fahrerin kollidiert mit Auto

Tödlicher Unfall auf der B51: 81-jährige Pedelec-Fahrerin kollidiert mit Auto

Mit Ausnahme von Bassum werden Häuser im gesamten Kreis teurer

Mit Ausnahme von Bassum werden Häuser im gesamten Kreis teurer

Nachruf für Hans-Ulrich Püschel: „Er war immer da“

Nachruf für Hans-Ulrich Püschel: „Er war immer da“

Vilsa-Chef Henning Rodekohr erklärt: Was macht Wasser zum Mineralwasser?

Vilsa-Chef Henning Rodekohr erklärt: Was macht Wasser zum Mineralwasser?

Kommentare