Auftaktveranstaltung: Barnstorf als fünfte Netzwerk-Region / Plan: „Café Kinderwagen“

„Frühe Hilfen“ spinnt Fäden

Gruppenarbeit: Hier ist es Ursula Dell (IGEL Barnstorf), die die Arbeit zusammenfasst. - Foto: Landkreis

Barnstprf - Auf Einladung des Landkreises Diepholz trafen sich am Donnerstag zu einer Auftaktveranstaltung „Netzwerk Frühe Hilfen“ in der Samtgemeinde Barnstorf zahlreiche Akteure, die aufgrund ihrer Profession mit werdenden Eltern und Eltern von Säuglingen und Kleinkindern zusammenarbeiten. Dazu kamen Fachkräfte aus Institutionen und Ansprechpartner in den Kommunen und Fachkräfte, die Zugang zu Familien pflegen.

Die Federführung im Landkreis im Fachdienst Jugend haben als Netzwerkkoordinatorinnen Kerstin Nicolaysen im Kreishaus Diepholz und Anke Brinkmann im Kreishaus Syke. Durch den Nachmittag führte Nicolaysen als Moderatorin.

Mit der Auftaktveranstaltung in Barnstorf hatte man sich neben den bereits bestehenden Netzwerken im Landkreis Diepholz – Sulinger Land, Stuhr, Bruchhausen-Vilsen und Bassum – für Barnstorf als fünfte Region entschieden, in der der Aufbaus eines schrittweisen sozialräumlichen Netzwerkes etabliert wird. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und Landrat Cord Bockhop ließen sich entschuldigen, da sie Wirtschaftsminister Olaf Lies wegen des Verkehrswegeplanes in Hannover besuchten.

„Wir freuen uns sehr, dass Barnstorf die fünfte Region wird, zeigt dies das Ergebnis unser vielfältigen Aktivitäten im Sozialraum Barnstorf mit den unterschiedlichsten Akteuren vom Kleinstkind bis zum Senior“, fasste Frauke Brüning, Leiterin des Fachdienstes Soziales und Ordnung der Samtgemeinde Barnstorf zusammen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir hier in Barnstorf starten, weil wir in Diepholz genau beobachteten, was hier schon passiert“, bezeichnete es Leiter des Jugendamtes Detlef Klusmeyer. „Dass solche möglichst Frühen Hilfen wichtig sind, die Erkenntnis ist so alt wie die Sozialarbeit“.

Aufgesattelt hatte der Landkreis Diepholz auf die Bundesinitiative Frühe Hilfen und ihre Umsetzung in Niedersachsen, die zum Ziel hat, Kindern in Deutschland von Geburt an eine faire Chance auf eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Bis Ende 2015 standen dazu Fördermittel in Höhe von 177 Millionen Euro zur Verfügung. Förderfähig seien der Einsatz von Familienhebammen, Qualifizierung und Ausbildung, Aus- und Aufbau von Netzwerken Früher Hilfen, Ehrenamtsstrukturen in dem Bereich. „Frühe Hilfen sind doppelt definiert“, erläuterte Klusmeyer die Arbeit des Fachdienstes Jugend. „Früh bezüglich der Altersgruppe null bis drei und früh bevor eine Problemlage auftritt“. Barnstorf weise in der Arbeit bereits eine super Vernetzung und hohe Kompetenz auf.

Anke Brinkmann erläuterte Geschichte, Hintergründe und die gesetzliche Ausgangssituation. „Der Aufbau des Netzwerkes soll schrittweise sozialräumlich geschehen, auf vorhandene Strukturen aufbauen, Überschneidungen vermeiden, multiprofessionell sein“. Die Veranstaltung diente vorrangig dazu, in einen ersten Dialog zu treten, zu eruieren, welche Angebote es schon gibt und welche Unterstützungsbedarfe da sind. Dazu hatten Nicolaysen und Brinkmann einen Fragebogen zusammengestellt, der als Basis für die Netzwerkstruktur dient. In einer bereits geplanten Folgeveranstaltung am 8. Juni soll die Präsentation der Ergebnisse erfolgen.

Bei den „Frühen Hilfen“ will man von der Intervention hin zur Prävention, möglichst früh ansetzen, um ungünstige Entwicklungsverläufe zu hemmen, Eltern in sensiblen Phasen erreichen, dort, wo sie in Kontakt sind. So könne zum Beispiel die Idee des „Café Kinderwagen“ ein Ort und Anlaufstelle sein, wo sich Eltern mit Kleinstkindern treffen und als Regelangebot ausgebaut werden.

Kinderärztin Iselin Klaus des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes in Syke stellte die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2014/2015 im Landkreis und im direkten Vergleich Barnstorf vor.

„Erschrecken Sie nicht, aber Barnstorf schneidet bei fast allen Parametern etwas schlechter ab“. Das bezog sich auf die Untersuchungsergebnisse Hör- und Sehtest, Übergewicht, Medienkonsum, Zahngesundheit, Sport im Verein. Bei der Abfrage der psychosozialen Belastung lag Barnstorf unter dem Landkreiswert. Bereits greifende Fördermaßnahmen waren prozentual höher als landkreisweit angesiedelt.

Insgesamt galt als Warnung der Kinderärztin: „2015 konnten nur 50 Prozent der Schulempfehlungen ohne große Bedenken ausgesprochen werden“. Zu dieser Aussage stand konträr die eingangs gezeigte Folie, dass im Landkreis 99 Prozent der Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung einen Kindergarten besuchten.

Im Anschluss an den Informationsteil hatten die Teilnehmer Zeit zum interdisziplinären Kennenlernen, Austausch in kleinen Arbeitsgruppen zur Erarbeitung der Unterstützungsbedarfe. - sbb

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