Mehr als 130 Osterfeuer in der Samtgemeinde Barnstorf / Aktive Nachbarschaft

Fröhliches Wiedersehen bei Bratwurst und Cocktails

Knackige Bratwurst auf die Hand: Jürgen Eckert war in diesem Jahr für die Organisation des Osterfeuers an der Straße Poggenburg in Drebber zuständig. Dazu gehörte auch die Arbeit als Grillmeister.

BARNSTORF/DREBBER - Von Luka Spahr. Aufsteigender Rauch, wohin das Auge reicht: An zahlreichen Orten in der Samtgemeinde Barnstorf brannten die Osterfeuer. Insgesamt 132 Anmeldungen, 13 weniger als Vorjahr, waren im Vorfeld im Rathaus eingegangen. Bei den Ausrichtern handelte es sich um Feuerwehren und Vereine, aber auch viele Privatpersonen und Nachbarschaften pflegten wieder das Brauchtum.

Die Freiwillige Feuerwehr Barnstorf hatte sich am Samstagabend auf ein großes Publikum eingestellt. Etwa 300 bis 400 Besucher erwarteten die Verantwortlichen auf dem Platz neben ihrem Gerätehaus. Für Verpflegung war bestens gesorgt: Neben Bratwurst und Pommes gab es Stockbrot und Poffertjes, dazu Ostereier mit Feuerwehr-Gravur und allerlei Süßes für die Kinder.

Die kleinen Gäste kamen bei der Veranstaltung besonders gut weg. Jugendfeuerwehrwart Jan Bufe versteckte am frühen Abend zahlreiche Eier und Süßigkeiten auf dem Gelände. Schnell waren alle Verstecke enttarnt, und ein kleines Feuer speziell für den Nachwuchs zog wieder die leuchtenden Kinderaugen auf sich. Die Erwachsenen warteten derweil auf das große Feuer, welches bei Einbruch der Dunkelheit entzündet wurde.

Neben vielen Barnstorfern tummelten sich auch einige Besucher von außerhalb auf dem Gelände an der Bürgerweide. Torsten Heimsoth kam aus Hamburg, um zu Ostern sein Patenkind in Barnstorf zu besuchen. Zusammen mit dem Opa machten sich die Familie auf den Weg zum Feuer. Eier wurden jedoch noch nicht gesucht, die sollte es erst einen Tag später am Ostersonntag geben, berichtete der Junior.

Die Traditionsveranstaltung, die bis vor einigen Jahren am Schützenplatz stattfand, hatte erneut einiger Vorbereitungen bedurft. „Wir fangen bereits Ende des Jahres mit den ersten Planungen für das Osterfeuer an. Vieles ist aber auch bereits Routine und läuft wie von selbst ab“, erläuterte stellvertretender Ortsbrandmeister Mario Heuer. Neu war in diesem Jahr die Musik im beheizten Zelt. Sie kam bei den Besuchern gut an. Ebenso die kleine Cocktailbar der Feuerwehrfrauen, die bereits im vergangenen Jahr auf große Zustimmung gestoßen war.

Ein Osterfeuer der ganz anderen Art gab es ein paar Kilometer weiter in Drebber. Dort standen keine Feuerwehr und kein Verein hinter dem auf sechs Meter aufgeschichteten Haufen aus Baum- und Strauchschnitt, der ebenfalls am Samstagabend angezündet wurde. „Jeder kann einfach vorbeikommen und bringt selber etwas zu essen oder zu trinken mit“, lautete das Prinzip an der Straße Poggenburg,

Mehrere Bürger aus dem Wohngebiet veranstalten bereits seit mehr als 15 Jahren ein gemeinsames Osterfeuer. Die Familien Schwarze, Ekau, Eckert und Emker wechseln sich mit der Organisation ab. In diesem Jahr war Jürgen Eckert an der Reihe. Er hatte das Anmeldeformular bei der Gemeinde ausgefüllt und stand pünktlich ab 19 Uhr hinter dem Grill. Mehr als 50 Leute zählte er im Laufe des Abends auf der kleinen Wiese. Das Besondere bei solchen Osterfeuern: Jeder kennt sich. „Wir sind alle Freunde oder Nachbarn hier“, war am Samstagabend aus der großen Runde zu hören. Häufig werde mit der ganzen Familie angerückt, bestätigte Anja Schwarze. „Es ist jedes Jahr wieder sehr heimelig und familiär hier“, freute sie sich. Daher gehe sie auch schon seit Jahren zum Nachbarschafts-Osterfeuer. Hier treffe sie einfach viele Nachbarn und Freunde.

Die Organisatoren hatten vorher noch einmal das Holz umgeschichtet, ein Stromkabel zu dem kleinen Unterstand auf der Wiese gelegt, dazu ein paar Stehtische und Bänke aufgestellt und auch eine Lichterkette aufgehängt. Das Büfett entstand durch die Mitbringsel der Gäste. Am Ende sollte es wieder für alle Gäste reichen. „Das einzige, was uns bisher noch fehlt, ist eine Dixi-Toilette“, schmunzelte Helmut Emker.

Die Stimmung sei jedes Jahr gut beim Osterfeuer, fügte der Anwohner hinzu. Wenn es abends nicht zu kalt sei, bleibe man auch mal bis zum frühen Morgen am Feuer sitzen. Da würden häufig schon Pläne für die nächste Veranstaltung geschmiedet. Die Nachbarn gingen auch gemeinsam auf Kohl- oder Spargeltouren. Das Osterfeuer sei aber jedes Jahr das erste große Wiedersehen nach der kalten Jahreszeit, so Emker.

Ob das kleine Osterfeuer der Nachbarn oder die traditionelle Veranstaltung der Feuerwehr, eine Sache verbindet sie alle: Das gesellige Beisammensein. So standen während des Osterfestes wieder viele Menschen in der Samtgemeinde Barnstorf am Feuer. Und wer weiß, vielleicht tauchen im nächsten einige neue Gesichter auf.

Mehr zum Thema:

R´n´B-Ikonen "En Vogue" begeistern im Schlachthof

R´n´B-Ikonen "En Vogue" begeistern im Schlachthof

22-Jähriger wird tot aus Hunte geborgen  

22-Jähriger wird tot aus Hunte geborgen  

USA bauen Raketenabwehr in Südkorea auf

USA bauen Raketenabwehr in Südkorea auf

Netanjahu sagt Treffen mit Gabriel ab

Netanjahu sagt Treffen mit Gabriel ab

Meistgelesene Artikel

Störungen auf Bahnstrecke zwischen Kirchweyhe und Syke 

Störungen auf Bahnstrecke zwischen Kirchweyhe und Syke 

Spannende Positionskämpfe bei Regatta für funkferngesteuerte Boote

Spannende Positionskämpfe bei Regatta für funkferngesteuerte Boote

Spezialgerät auf A 1 zerrt an den Nerven der Anwohner

Spezialgerät auf A 1 zerrt an den Nerven der Anwohner

„Das Zeug gehört nicht in die Toilette“

„Das Zeug gehört nicht in die Toilette“

Kommentare