Freie Wählergemeinschaft Landkreis Diepholz stellt sich in Barnstorf vor

„Raus aus dem Korsett der etablierten Parteien“

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Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Landkreis Diepholz (FWG LK DH) informierten im Hotel Roshop in Barnstorf Interessierte über die Arbeit der Freien im Kreistag. Stehend: Vorsitzender Christian Flor aus Syke.

Barnstorf - Heinz Riedemann aus Sulingen, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Landkreis Diepholz, hatte den Fraktionszwang satt. Er war 37 Jahre CDU-Mitglied und wollte raus aus dem Korsett der etablierten Partei und sich beim Andersdenken nicht mehr unterordnen. „Jetzt ist Schluss, jetzt kündige ich meine Mitgliedschaft“. Riedemann war einer der sechs Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft Landkreis Diepholz (FWG LK DH), die am Montagabend im Hotel Roshop in Barnstorf etwa zehn Interessierte über die Arbeit der Freien im Kreistag informierten.

Und vielleicht schließen sich nach der Diskussion Barnstorfer Bürger an, eine Bekundung dazu gab es bereits in der Inforunde. Mit Riedemann kamen Vorsitzender im Verein FWG LK DH Christian Flor aus Syke, stellvertretende Vorsitzende Wilfriede Wienbergen, Asendorf, Schriftführerin Heidi Siewert, Bassum, aus der Kreistagsfraktion neben Riedemann selbst, der stellvertretende Vorsitzende Hermann Schröder, Schwarme und als Kreistagsabgeordneter Hermuth Straßburg, Bassum. Was an der Arbeit im Kreistag, trotz Les-, Fahr- und Zeitaufwand so interessant ist, wollten die Gäste wissen: „Man bekommt ein Gefühl dafür, wieviel Geld für was ausgegeben wird, wie hoch man bereit ist, sich neu zu verschulden und welche Entscheidungen nicht auf unteren kommunalen Ebenen getroffen werden“, so Hermann Schröder.

Alle Mitglieder der FWG LK DH hatten bereits viel Erfahrung in Stadt- oder Gemeinderäten gesammelt, befanden aber nach den Erfahrungen im Kreistag, dass es sehr sinnvoll sei, wenn Orts- bzw. Stadtabhängige Entscheidungen möglichst auf der direkten unteren Ebene entschieden werden sollten. „Sonst kann es bei spezifischen Fragen zu Fehlentscheidungen kommen“, so Hermuth Straßburg.

Nach dem Überblick von Riedemann über Haushalt, Schuldenstand, Neuverschuldung, Investitions-Staus im Landkreis, klagten die anwesenden Bürger aus der Samtgemeinde Barnstorf ihr Leid. Viel zu viele Beschlüsse würden an den Räten in den Verwaltungsausschüssen verabschiedet, man wünsche sich mehr Transparenz von Seiten der Verwaltung im Rathaus gegenüber den gewählten Volksvertretern.

„Dann traut Euch, steigt jetzt noch ein zur Wahl im September. Wir hätten gerne noch Mitglieder in der Freien Wählergemeinschaft“. Je mehr sie im Kreistag seien (derzeit drei), desto mehr könnten sie den etablierten Parteien auf die Finger schauen, manchmal auch das Zünglein an der Waage bei den 62 Kreistagsabgeordneten plus Landrat sein.

Wichtige Themen wie zum Beispiel das Regionale Raumordnungsprogramm, Kultur, Finanzen, Sicherheit und Ordnung und Soziales oder das Thema der Existenz der Krankenhäuser im Landkreis Diepholz rückten näher an die Bürger mit Politikinteresse und dem Willen zur Mitbestimmung bei Mitarbeit und Einmischen im Kreistag. 

sbb

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