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Rettung in letzter Sekunde für den Förderverein der CHS in Barnstorf

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Von: Jannick Ripking

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Nathalie Zink vor dem Logo der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf.
Nathalie Zink übernimmt das Amt der Kassenwartin des Fördervereins der Christian-Hülsmeyer-Schule. Damit ist der Verein wieder handlungsfähig. © Jannick Ripking

Einfach weil sie Lust auf die Mitarbeit hat, stellt sich Nathalie Zink dem Förderverein der Christian-Hülsmeyer-Schule als Kassenwartin zur Verfügung. Es war eine Rettung in letzter Sekunde.

Barnstorf – Das Schlimmste ist abgewendet. Der Förderverein der Christian-Hülsmeyer-Schule stand nach 23-jährigem Bestehen kurz vor der Auflösung, weil er keinen Kassenwart finden konnte (wir berichteten). Doch in buchstäblich letzter Sekunde rettete jetzt Nathalie Zink den Verein vor dem Aus. Sie übernimmt das Amt, das im Vorstand besetzt sein muss, um wieder handlungsfähig zu sein.

Die Vorsitzende Sarah Thiemann strahlte schon zu Beginn der außerordentlichen Sitzung des Fördervereins über beide Ohren. Da war bereits zu erahnen, dass sie positive Nachrichten im Gepäck hatte. Lange hatte es allerdings so ausgesehen, dass der Förderverein niemanden für das Amt des Kassenwartes findet. Auf der Tagesordnung der außerordentlichen Sitzung stand deswegen – für den Fall der Fälle – auch die Auflösung des Vereins.

Beitrag im Diepholzer Kreisblatt brachte die Lösung

Der Vorstand hatte zuvor nichts unversucht gelassen, einen Kassenwart zu finden. „Wir haben unzählige Telefonate und Gespräche geführt, Werbung auf Facebook gemacht, Elternbriefe verteilt“, erzählte Thiemann. „Wir sind auch durch die Presse an die Öffentlichkeit gegangen.“ Einfach nichts hatte bis dahin geholfen.

Doch Thiemann verkündete jetzt: „Wir haben jemanden gefunden.“ Erst ein zweiter Artikel in dieser Zeitung, der auf die prekäre Lage des Fördervereins aufmerksam machte, habe für den entscheidenden Durchbruch gesorgt. „Es gab ganze vier Bewerber“, berichtete die Vorsitzende zufrieden. „Wir hatten also sogar noch einen Plan B, C und D.“

Sie ist ein echter Glücksgriff für den Vorstand.

Die Vorsitzende Sarah Thiemann über die neue Kassenwartin Nathalie Zink

Die Vorsitzende stellte Nathalie Zink als Plan A vor. Sie ist die neue Kassenwartin des Fördervereins. „Sie ist ein echter Glücksgriff für den Vorstand“, kommentierte Thiemann. Zink ist 47 Jahre alt, wohnt in Barnstorf und arbeitet im Außendienst für eine Versicherung. „Ich bin also kaufmännisch vorbelastet“, sagte sie. Deswegen sei sie laut Thiemann „genau das, was wir gesucht haben“. Der komplette Vorstand sei „froh und erleichtert“.

Das Besondere: Nathalie Zink wird neue Kassenwartin des Fördervereins und hat keine eigenen Kinder, die die Christian-Hülsmeyer-Schule besuchen. „Sie macht es also komplett ehrenamtlich“, sagte Thiemann. Zink habe von der Fast-Auflösung des Fördervereins mitbekommen und sich bereit erklärt, Kassenwartin zu werden. Warum sie dieses Amt übernimmt, obwohl sie keine Kinder hat, erklärte Zink selbst: „Ich habe mir einfach gedacht: ,Förderverein? Das schaffe ich.‘“ Für ihre Bereitschaft, den Förderverein zu retten, erntete sie Applaus.

Weil sich der Verein nun also nicht auflösen muss, war die Stimmung nach der Wahl von Zink zur Kassenwartin entsprechend ausgelassen. Die stellvertretende Vorsitzende Jana Brauner sagte: „Wir wollen uns eine neue Popcorn-Maschine zulegen.“ Sarah Thiemann entgegnete: „Stimmt, jetzt können wir endlich arbeiten. Wir haben ja jetzt eine neue Kassenwartin.“ Nathalie Zinks Replik: „Ich muss mir erst die Finanzen ansehen.“ Alle lachten.

Mitgliederentwicklung gut, Resonanz schwach

Die Vorsitzende Sarah Thiemann berichtete während der außerordentlichen Sitzung nicht nur über die Nicht-Auflösung des Fördervereins der Christian-Hülsmeyer-Schule, sondern auch über die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Von fast 550 Schülern der Oberschule sind nur 71 Eltern Mitglieder im Verein.

Im Vergleich zum Vorjahr seien zwar um die 20 neue Mitglieder dazugekommen, aber das Interesse an der aktiven Mitarbeit scheine gering zu sein: Insgesamt kamen zur Sitzung nur vier Mitglieder, die nicht dem Vorstand angehören – darunter auch die didaktische Leiterin der Oberschule, Isabel Blumberg. „Ich bin erschüttert, dass aus der gesamten Elternschaft nur eine Person hier ist“, sagte Sarah Thiemann.

Isabel Blumberg bescheinigte dem Vorstand sehr gute Arbeit und meinte, dass er sich nicht die Schuld an den wenigen anwesenden Mitgliedern machen soll: „Ich glaube, es ist ein gesellschaftliches Problem. Viele Schulen haben Fördervereine, die vor der Auflösung stehen. Vor dem Hintergrund sind 70 Mitglieder nicht wenig.“

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