Flohmarkt in Barnstorf

Schnäppchenjagd beginnt schon am frühen Morgen

Die Geschwister Mika (11) und Jona (8) sowie Cousine Larah (9, r.) besserten mit dem Verkauf von Spielsachen ihr Taschengeld auf.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Das „Barnstorfer Frühlingserwachen“ machte seinem Namen alle Ehre. Bei strahlendem Sonnenschein strömten tausende Besucher in den Hunte-Flecken. Die Jan-Spieker-Bahn pendelte immer wieder zwischen den Gartentagen im Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum und dem Ortskern, wo der Frühjahrsmarkt am verkaufsoffenen Sonntag so richtig auf Touren kam. Beliebte Meile war die Bahnhofstraße, die eine prächtige Kulisse für den großen Flohmarkt bot.

Die ersten Händler hatten ihre Stände schon um kurz nach fünf Uhr auf der Bahnhofstraße aufgebaut. Nach und nach füllten sich die Plätze. Organisator Holger Pleus war begeistert: „Es brummt wie doof.“ Schon im Laufe der Woche war der Vertreter der Fördergemeinschaft ins Schwitzen geraten, ob er sämtlichen Anfragen gerecht werden kann. Mehr als 70 zumeist private Händler, darunter viele Wiederholungstäter, meldeten ihren Platzbedarf an. Das Ergebnis war eine Standlänge von 286 Metern, annähernd 50 Prozent mehr als im Vorjahr, so Pleus, der den Trödelmarkt kurzerhand auf den Bahnhofsvorplatz ausweitete.

Wie die Bäume, so blühten auch die Geschäfte. An allen Ecken wurde gehandelt und gefeilscht. Die sechsjährige Isabell zückte gleich am zweiten Stand ihr Portemonnaie. Der bunte Schmuck für die Schuhe hatte es ihr angetan. „Alles was glitzert und funkelt, findet sie toll“, lachte ihre Mutter.

Gleich nebenan griff Hobbyfotograf Segond Francis etwas tiefer in die Tasche. Er machte einen Deal, mit dem er am Frühstückstisch noch nicht gerechnet hatte. Der Franzose, wohnhaft in Drebber, kaufte eine mobile Beleuchtungs-Anlage. Vereinbarter Preis: 260 Euro inklusive Service. Verkäufer Meik Schmidt half beim Transport zum Auto.

Meik Schmidt bot an seinem Stand vor allem technischen Schnickschnack an. Aber auch einige Merchandising-Artikel von Jägermeister lagen auf seinem Tisch. Bedruckte Aschenbecher, die er doppelt habe, würden aussortiert, erzählte der Barnstorfer und fügte hinzu: „Die Raritäten bleiben zuhause.“

Barnstorfer Frühjahrsmarkt

Zuhause, das war in diesem Fall gleich um die Ecke an der Kampstraße. Da nahmen andere Händler und auch Besucher weitere Wege auf sich. Zum Beispiel Sabine Niemüller, die früher viele Jahre in Drentwede gelebt hat und nun in Bassum wohnt. Sie bot allerlei Trödel an. Mit Kaffee aus der Thermoskanne und Brötchen stellte sie sich auf einen langen Tag ein. Zum Bummeln kam sie nicht. „Wenn ich selbst verkaufe, habe ich keine Ruhe zum Gucken“, sagte die Seniorin.

Am Nachmittag dehnte sich die Schnäppchenjagd auch auf den örtlichen Einzelhandel aus. Zum verkaufsoffenen Sonntag, initiiert von der Fördergemeinschaft, lockten viele Läden mit Sonderrabatten. Vor den Umkleiden der Textilgeschäfte bildeten sich zeitweise Schlangen. Ralf Meyer, Mitinhaber des Barnstorfer Sporthauses, stellte eine hohe Kundenfrequenz fest, sah auch viele fremde Gesichter. Aber das Kaufverhalten sei etwas zurückhaltender als in den Vorjahren, befand der Geschäftsmann in einer ersten Bilanz.

Bei den Schaustellern rund ums Rathaus sollte sich die Stimmung am Sonntag etwas aufhellen. Zum Auftakt des Marktes war der Betrieb noch sehr überschaubar gewesen, und auch am Sonnabend war noch viel Luft in den Gassen. Das sollte sich zum großen Finale des Frühlingserwachens schlagartig ändern. Bei strahlendem Sonnenschein belebten Besuchermassen das Herz des Hunte-Fleckens.

Dabei durfte des Deutschen liebstes Kind natürlich nicht fehlen. Die Autoschau fiel jedoch kleiner aus als noch vor Jahren. Dass sich die drei Händler an getrennten Standorten postierten, machte den Vergleich der Modelle nicht einfacher. Aber ein Trend war überall zu erkennen: Fahrzeuge mit höherem Einstieg. „Die sind bei allen Altersklassen begehrt“, berichtete Händler Rainer Bruns.

Barnstorfer Gartentage

Bis sich Amy Lou mit solchen Fragen auseinandersetzt, dürfte es noch eine Weile dauern. Die Vierjährige drehte aber trotzdem ihre Runden, gemeinsam mit Cousin Mikail im Kinderkarussell, wo sie einen Platz im Feuerwehrauto ergatterten. Immer wieder läuteten die beiden Kinder an den Glocken und riefen: „Es brennt, es brennt!“ Autoscooter und Rockexpress waren ebenfalls gut belegt. Die Premiere des Labyrinths ging allerdings daneben. In den Gängen herrschte kaum Betrieb. Über mangelnde Kundschaft konnte sich der Eisverkäufer nicht beklagen. Kein Wunder bei dem Sonnenschein.

„Es hat wieder alles gepasst. Das Wetter ist hervorragend“, freute sich Rouven Barmbold, Vorstandsmitglied der Fördergemeinschaft, über den „rappelvollen“ Markt. Die Kombination mit den Gartentagen habe sich erneut bewährt.

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