Feuerwehren verbuchen 64 Einsätze / Handlungsbedarf im Fahrzeugpark

Viele kleine Hilfeleistungen

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Gemeindebrandmeister Peter Winkelmann (r.), Stellvertreter Guido Schruth (l.) und Pressewart Jens Kaesemeier blicken der Einführung des Digitalfunks Ende Januar 2015 entgegen.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Erst zwei Wohnungsbrände in der Silvesternacht, dann ein defekter Kühlschrank, ein abgedecktes Dach und zwei blockierte Straßen durch umgestürzte Bäume: Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Barnstorf haben zum Jahresanfang alle Hände voll zu tun. Allein in den ersten fünf Tagen gibt es sechs Einsätze. In der Folgezeit beruhigt sich die Lage. Am Ende dieses Jahres stehen insgesamt 64 Einsätze zu Buche.

Gemeindebrandmeister Peter Winkelmann und Stellvertreter Guido Schruth wirken insgesamt zufrieden, als sie auf das Einsatzgeschehen der 13 Feuerwehren im Jahr 2014 zurückblicken. Zwar sind es zehn Einsätze mehr als im Vorjahr, „aber einen Großbrand gab es nicht“, bilanziert das Kommando. Was sich hingegen häuft, sind die vielen kleinen Einsätze. Allein 37 technische Hilfeleistungen müssen die Feuerwehren bewältigen. Hinzu kommen 22 Brände und fünf Fehlalarme.

Sturm und Starkregen hinterlassen ihre Spuren, Äste und Bäume liegen auf den Straßen. Die Beseitigung ist meist schnell erledigt. Deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt eine Personensuche während des Barnstorfer Krammarktes. Ein junger Mann stürzt in die Hunte und löst eine große Suchaktion aus. „Das war ein außergewöhnlicher und langwieriger Einsatz“, erinnert sich Schruth. Fast zwölf Stunden seien die Kameraden der Ortsfeuerwehr Barnstorf auf den Beinen gewesen, um Technisches Hilfswerk und Polizei zu unterstützen.

Neben den Einsätzen stehen immer wieder Übungen einzelner Wehren auf dem Programm. Eine Alarmübung der etwas größeren Art geht in der Gemeinde Drebber über die Bühne. Dort können die Kameraden zeigen, ob sie für den Ernstfall gerüstet sind. Aus- und Weiterbildung haben einen hohen Stellenwert, wie der Jahresrückblick zeigt. Der Workshop „Technische Hilfe bei Unfällen“ richtet sich vor allem an die Wehren aus Barnstorf und Drebber. Sie verfügen über die nötigen Rettungssätze mit Schere und Spreizer. Solche Ausstattungen kommen zum Einsatz, wenn sich – wie am Volkstrauertag in Barnstorf geschehen – ein Verkehrsunfall ereignet und verletzte Personen aus dem Fahrzeugwrack befreit werden müssen.

Auch für das neue Jahr hat das Kommando einige Schulungen geplant. Neben dem Umgang mit Atemschutzgeräten und Motorsägen ist eine Truppmann-2-Ausbildung vorgesehen. Hier wird den jungen Kameraden das Grundwissen der Lösch- und Hilfeleistung vermittelt. Der Termin für die Gemeindewettbewerbe steht bereits fest. Sie gehen am 20. Juni in Donstorf über die Bühne.

„Ende Januar wird der Digitalfunk auf Kreisebene eingeführt“, kündigt der Gemeindebrandmeister an. Das analoge System hat dann ausgedient. Flexibler und sicherer sollen die neuen Kommunikationswege sein. Die Fahrzeuge sind bereits mit neuen Geräten ausgestattet. Die Alarmierung per digitaler Technik dürfte hingegen noch Jahre auf sich warten lassen.

Was sich die Wehren in der Samtgemeinde bereits jetzt zunutze machen, ist die Handy-Alarmierung. Sie stellt eine freiwillige Ergänzung zu Sirenen und Meldeempfängern dar. Jeder Kamerad hat seine Nummer hinterlegt, so dass eine schnelle Erreichbarkeit per Mobiltelefon gewährleistet ist. „Die Zusatz-Alarmierung über Handy hat im ersten Jahr gut gegriffen“, sagt Winkelmann.

Was die Kommandospitze in Zukunft verstärkt beschäftigen wird, ist die Ausstattung der Wehren. Mit dem neuen Budget für die laufenden Kosten sei man in diesem Jahr hingekommen, berichtet Winkelmann. In der Schwebe sei jedoch der Etat für die Fahrzeugbeschaffung. Hier stünden noch Gespräche mit Politik und Verwaltung an. „Da ist dringender Handlungsbedarf“, betont das Kommando.

Bei rund 25 Fahrzeugen in der Samtgemeinde und einer geschätzten Lebensdauer von 25 Jahren müsste theoretisch jedes Jahr eine Ersatzbeschaffung getätigt werden. Doch das neue Tanklöschfahrzeug, das im Januar offiziell an die Ortsfeuerwehr Barnstorf übergeben wird, ist die erste Investition in den Fahrzeugpark seit Jahren. „Wir sind uns bewusst, dass die Haushaltslage angespannt ist, aber wir versuchen einen Konsens hinzubekommen und hoffen auf die Unterstützung der Politik“, erklärt der Gemeindebrandmeister. Die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung funktioniere recht gut.

Was die Kommandospitze begrüßt, ist die Fertigstellung des Feuerwehrhauses in Eydelstedt. Hier hat auch die Jugendfeuerwehr ihren Platz. Nachwuchsförderung ist wichtig, das zeigt sich auch in den Jugendfeuerwehren Barnstorf und Cornau sowie in der Kinderfeuerwehr. Hier wird die Grundlage für den aktiven Dienst geschaffen.

Mit rund 450 Aktiven in 13 Wehren ist die Mitgliederzahl recht konstant. „Man darf sich darauf aber nicht ausruhen, sondern muss daran arbeiten, weitere Mitglieder zu gewinnen und bei der Stange zu halten“, sagt Pressewart Jens Kaesemeier. Der abschließende Dank des Kommandos gilt den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft. Möge das neue Jahr etwas ruhiger als 2014 beginnen.

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