Zu wenig aktive Mitglieder

Feuerwehr Dörpel vor der Auflösung

Ortsbrandmeister Sebastian Motzke (r.) und Gemeindebrandmeister Guido Schruth sind sich einig: Es sollen möglichst viele Kameraden auf dem neuen Weg mitgenommen werden. - Foto: Speckmann

Dörpel - Von Thomas Speckmann. Am 1. April dieses Jahres brannte eine Jugendhilfe-Einrichtung in Scharrel. Acht Feuerwehren aus der Samtgemeinde Barnstorf und der Stadt Twistringen waren vor Ort, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Dörpel. Für die Truppe um Ortsbrandmeister Sebastian Motzke könnte es der letzte offizielle Einsatz gewesen sein, denn die kleine Wehr soll zum 31. Dezember 2017 aufgelöst werden.

„Wir haben uns für eine Umstrukturierung ausgesprochen, um einen Fortbestand des Feuerwehrwesens in Dörpel zu gewährleisten“, erklärt der Ortsbrandmeister auf Anfrage dieser Zeitung. Als Grund nennt er die rückläufige Zahl an aktiven Mitgliedern. Die gesetzlich erforderliche Mindeststärke von 20 Kameraden sei auf Dauer nicht zu erfüllen. Somit bleibe der Feuerwehr nichts anderes übrig, als ihre Selbstständigkeit aufzugeben.

16 aktive Kameraden

Nach Angaben des Kommandochefs verfügt die Ortsfeuerwehr aktuell über 16 aktive Kameraden, wovon ein Großteil nicht regelmäßig am Dienst teilnehme. Sie sollen aber weiterhin die Möglichkeit bekommen, sich im Brandschutz zu engagieren. In Abstimmung mit dem Gemeindekommando ist vorgesehen, dass die Dörpeler eine Löschstaffel bilden, die der Freiwilligen Feuerwehr Eydelstedt angegliedert wird. Für diese „taktische Einheit“, wie sie in Feuerwehrkreisen genannt wird, sind nur zwölf Personen erforderlich. Tragkraftspritzenfahrzeug und Ausstattung sollen auch künftig im Gerätehaus in Dörpel stationiert bleiben.

„Wir wollen den Standort Dörpel nicht verlieren“, betont Gemeindebrandmeister Guido Schruth. Es sei wichtig, dass die Kameraden an ihrem gewohnten Platz stationiert blieben, um sich weiter mit der Feuerwehr identifizieren zu können und die Ortskenntnis bei Einsätzen zu bewahren. Der Dienstbetrieb soll zwar in Eydelstedt stattfinden, aber zu ihren Einsätzen könnten die Kameraden weiter aus Dörpel ausrücken. Außerdem sollten die Aktivitäten der Feuerwehrleute, die neben dem Brandschutz einen wertvollen Beitrag zum Dorfleben leisten, fortgeführt werden.

Für den Gemeindebrandmeister kommt der Antrag aus Dörpel nicht ganz überraschend. Er hat noch die mangelhafte Beteiligung bei der letzten Jahreshauptversammlung vor Augen, als gerade einmal sechs (!) aktive Kameraden im Gasthaus Warnke erschienen waren. Im Laufe des Jahres habe es dann mehrere Gespräche über die Zukunft der Ortsfeuerwehr gegeben. Schruth begrüßt, dass die Initiative von den Betroffenen selbst gekommen sei. Motzke räumt in diesem Zusammenhang ein, dass es kein leichter Weg gewesen sei, weil viel Überzeugungsarbeit in seiner Wehr geleistet und auch die rechtlichen Schritte zur Auflösung abgeklopft werden mussten.

Demografischer Wandel erschwert Erhalt

Mit Blick in die Zukunft sind sich die Vertreter des Gemeinde- und des Ortskommandos einig: Es sollen möglichst viele Kameraden auf dem neuen Weg mitgenommen werden. „Wir sind eine Flächengemeinde und brauchen jeden einzelnen Kameraden!“, erklärt Schruth. Er hofft, dass es die einzige Auflösung in der Samtgemeinde bleibe. Mit Blick auf die anderen zwölf Ortsfeuerwehren habe er zurzeit keine Sorgen. Da sei noch alles im grünen Bereich. Gleichwohl müssten sich die Gruppen immer wieder um Nachwuchs bemühen, um ihre Mindeststärke zu behalten.

Der demografische Wandel macht den Erhalt der Feuerwehren allerdings nicht leichter. Das sieht auch Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers so. Es sei eine Entwicklung, die sich auch schon in anderen Kommunen bemerkbar gemacht habe. Man müsse die weitere Entwicklung in der Samtgemeinde Barnstorf abwarten. Im vorliegenden Fall sei aus feuerwehrtechnischen Gründen die Notwendigkeit gegeben. Aus der Politik heraus gebe es kein Bestreben, Wehren aufzulösen, so Lübbers.

Was die beantragte Auflösung der Ortsfeuerwehr Dörpel betrifft, ist ein Beschluss des Samtgemeinderates erforderlich. Dieser soll in der öffentlichen Sitzung am 12. Dezember gefasst werden, einhergehend mit der Änderung der Feuerwehr-Satzung. Auch der Landkreis Diepholz als Aufsichtsbehörde und der Kreisbrandmeister sind in den Prozess eingebunden. Am Ende würde das Aus der im Jahr 1934 gegründeten Wehr stehen.

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