Fahrstuhl am Bahnhof jetzt in Betrieb / Abschluss des barrierefreien Umbaus

Leichter Bahnsteig-Wechsel: Ein Knopfdruck genügt

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Ein Knopfdruck genügt: Axel Sauert, Leiter Bahnhofsmanagement für die Verkehrsstation Barnstorf, testet den Fahrstuhl.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Das Treppensteigen ist überflüssig, ab sofort gibt es eine weitaus bequemere Lösung, um den Bahnsteig zu wechseln: „Achtung, Tür schließt!“, heißt es auf Knopfdruck. Nur wenige Sekunden später erklärt die freundliche Computerstimme des Fahrstuhls: „Untere Ebene, Türe öffnet!“ Der moderne Aufzug erfüllt seinen Dienst. Er ist ein wesentlicher Bestandteil des barrierefreien Ausbaus, der am Barnstorfer Bahnhof vollzogen und nun nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit vollendet wurde.

„Wir sind froh, dass wir das jetzt geschafft haben“, freut sich Axel Sauert, Leiter Bahnhofsmanagement für die Verkehrsstation Barnstorf, über die von Fahrgästen sehnsüchtig erwartete Inbetriebnahme des Fahrstuhls. Funktionsbereit war der moderne Aufzug schon seit Monaten gewesen, doch eine entscheidende Sache hatte bis zu Beginn dieser Woche noch gefehlt: die erforderliche Inbetriebnahmegenehmigung für die Energieversorgung. „Die Abnahme ist am Dienstag gemacht worden“, berichtet Sauert im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bis auf kleine Restarbeiten, die den Betrieb aber nicht behindern dürften, ist der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs abgeschlossen. „Die Station ist jetzt komplett nutzungsbereit“, erklärt der Bahn-Vertreter. Er wirkt zufrieden, die Maßnahme sei „fast planmäßig“ durchgezogen worden. Nach den Plänen der Deutschen Bahn AG sollte die Sanierung schon Ende 2013 fertiggestellt werden, doch mehrere Probleme sorgten für Verzögerungen.

„Es ist nicht eines von den einfachen Projekten gewesen“, stellt Sauert fest – und nennt einen wesentlichen Grund: Die Erneuerung eines Mittelbahnsteigs sei aufwändiger als ein Außenbahnsteig, zumal sich der Bahnhof an einer Haupt- und Schnellfahrstrecke befinde. Es sei nicht einfach, Sperrpausen für die Bauarbeiten zu bekommen. Vor allem dann, wenn unerwartete Probleme auftauchen, deren Behebung Zeit und Geld kosten.

Am Mittelbahnsteig hatten die Arbeiter eine Betonschicht unter der alten Bahnsteigkante entdeckt, die unter großem Aufwand entfernt werden musste. Dafür waren zusätzliche Sperrpausen nötig, damit die Arbeiter ungestört zu Werke gehen konnten. Ein zweiter gravierender Grund für die Verzögerung war eine erhebliche Menge an Kabeln, die im Erdreich entdeckt wurde und eine Verlegung des Fahrstuhls nötig machte.

Einfacher wäre der Ausbau vermutlich gewesen, wenn die Bahn auf die lange Rampe am Mittelbahnsteig verzichtet und stattdessen einen zweiten Fahrstuhl installiert hätte. Ein Aufzug wäre günstiger gewesen, sagt Sauert, hätte aus Platzgründen zwischen den Gleisen aber nicht realisiert werden können. Somit führt jetzt eine Rampe in den Tunnel, der ebenfalls einer Schönheitskur unterzogen wurde. Wetterschutzhäuschen und Beleuchtungen runden das neue Gesicht des Bahnhofs ab.

Ob und in welchem Umfang sich die baulichen Verzögerungen auf die Kosten auswirken, ist derzeit noch unklar: „Das ist noch in der Prüfung“, sagt der Bahn-Vertreter. Er geht davon aus, dass im ersten Quartal 2015 konkrete Zahlen vorliegen. Dann werde das Gespräch mit dem Flecken Barnstorf gesucht, der sich im Rahmen des Programms „Niedersachsen ist am Zug! II“ an dem Drei-Millionen-Euro-Projekt beteiligt. Fest steht laut Sauert aber schon jetzt: „Das Gesamtbudget für die Maßnahme haben wir ausgereizt.“

Zuversichtlich ist der Leiter des Bahnhofsmanagements, dass sich der barrierefreie Umbau auf die Nutzung der Bahn positiv auswirkt. Die Ermittlung der Fahrgastzahlen Ende 2015 werde die Prognose bestätigen, meint Sauert. Nach den Erfahrungen der Bahn sorge die Schaffung einer Barrierefreiheit für einen Schub. Nicht nur Menschen mit Behinderung und Rollstuhlfahrer würden vom Umbau profitieren, auch Erwachsene mit Kleinkindern. Und das Treppensteigen mit schweren Koffern hat nun auch ein Ende.

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