LR Facility Services bietet Flüchtlingen eine Perspektive / „Nette Kollegen“

Gelebte Willkommenskultur in heimischer Wirtschaft

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Die beiden Albaner Edmond Beqiri (links) und Gazmir Lulja haben eine Beschäftigung in der Gebäudereinigung gefunden.

Barnstorf - Edmond Beqiri und Gazmir Lulja sind glücklich. Sie haben die Ängste und Nöte in ihrem Heimatland Albanien hinter sich gelassen, sind mit ihren Familien nach Deutschland geflüchtet und leben jetzt in der Samtgemeinde Barnstorf. Der Wunsch nach einer Arbeitsstelle ist ebenfalls in Erfüllung gegangen. Bei der Firma LR Facility Services haben die beiden Familienväter die Gelegenheit bekommen, ihr eigenes Geld zu verdienen. Möglicherweise ist es der Schlüssel für ein neues, selbstbestimmtes Leben.

Viele Arbeitgeber in Deutschland zögern noch damit, Asylbewerber einzustellen. Da gibt es Hürden, beispielsweise in sprachlicher oder auch in bürokratischer Hinsicht. Das familiengeführte Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Barnstorf ist sich hingegen seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. „Die Willkommenskultur und die Integration der Flüchtlinge sind ein wichtiger Bestandteil und eine Bereicherung für Unternehmen und Gesellschaft“, erklärt Geschäftsführer Christian Hinsenhofen.

Für die Führung des Unternehmens, das sich auf Gebäudemanagement spezialisiert hat und mittlerweile fast 1000 Mitarbeiter beschäftigt, ist die betriebliche Integration von Flüchtlingen eine gelebte Willkommenskultur. Dass dabei Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenarbeiten, ist ebenfalls Bestandteil der Unternehmensphilosophie. LR beschäftige mehr als 200 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, berichtet Hinsenhofen. „In kaum einer anderen Branche wie der Gebäudereinigung erlebt man die Zusammenarbeit vieler Nationen Tag für Tag.“

Den tief empfundenen Respekt vor Mensch und Umwelt, dem sich die Betriebsführung eigenen Angaben zufolge verpflichtet fühlt, bekommen auch Edmond Beqiri und Gazmir Lulja zu spüren. Seit mittlerweile drei Monaten sind die beiden in Drebber wohnenden Albaner im Team von LR. Sie haben eine Arbeitserlaubnis, sind mehrere Stunden pro Woche für den Betrieb unterwegs, vornehmlich in der industriellen Gebäudereinigung.

Die beiden Mitarbeiter sind im November 2014 aus Albanien geflüchtet. Als arabische Minderheit in dem Land, in dem sie geboren sind, hätten sie täglich mit Ausgrenzung zu tun gehabt, berichtet Gazmir Lulja. „Weil wir schwarz sind, wurden wir abgestoßen. In Albanien waren wir ein Niemand!“ Auch die Kinder hätten es nicht leicht, sie seien den Mobbingattacken in der Schule wehrlos ausgesetzt gewesen.

Jürgen Meineke aus Barnstorf hat die beiden Albaner tatkräftig bei ihrer Arbeitssuche unterstützt. Der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer engagiert sich in der Initiative „Willkommen in Barnstorf“, die viele Familien bei ihrer gesellschaftlichen Integration unterstützt. Die Kinder wurden in Schulen untergebracht, die Familien engagieren sich in der Gemeinde und sind Mitglied im Kirchenchor.

Auch in sprachlicher Hinsicht wird den Flüchtlingen unter die Arme gegriffen. Durch die Teilnahme an Deutsch-Kursen können sich Edmond Beqiri und Gazmir Lulja mit ihren Kollegen im Betrieb verständigen. „Die Kollegen sind sehr nett und haben uns gut aufgenommen“, freut sich Edmund Beqiri. Für die Chance, die ihnen das Unternehmen gegeben hat, seien sie sehr dankbar.

Die beiden Albaner sind sich einig: Sie sind froh, der Diskriminierung entkommen zu sein, vor allem erhoffen sie sich in Deutschland ein besseres Leben für ihre Kinder. Ein großes Anliegen wäre den beiden noch die berufliche Unterbringung ihrer Söhne. Im Alter von 19 und 21 sind sie auf der Suche nach einem Unternehmen, welches ihnen die Gelegenheit für eine Hospitation gibt.

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