Ein letztes Bild zum Abschied

Eydelstedter lassen Angehörige Särge bemalen

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Brigitte Meyer und Christian Krause möchten Angehörigen mit der Aktion helfen, zur Ruhe zu kommen.

Barnstorf - Von Katharina Schmidt. Der Standardsarg ist zwei Meter lang, 65 Zentimeter breit und aus schlichtem Holz. Bestatter Florian Krause aus Eydelstedt und Brigitte Meyer (Inhaberin der Praxis für Gesundheit, Beratung und Malort in Barnstorf) finden, dass ein bisschen mehr Farbe erlaubt ist.

Zum einen, um der individuellen Persönlichkeit des Verstorbenen gerecht zu werden. Zum anderen, um Hinterbliebenen eine intensive Art des Abschiednehmens zu ermöglichen. Die beiden bieten Angehörigen an, Särge für geliebte Menschen zu bemalen. Es ist eine Kooperation, wie es sie im Landkreis wenn überhaupt nur selten gibt. 

Kruse stellt die hölzernen Ruhestätten, Meyer bietet den nötigen Raum zum Pinseln und persönliche Begleitung. Wie genau das Ganze abläuft, davon konnten sich alle Interessierten am Sonntag, 19. November, auf der Messe „Und dann...?!“ in Barnstorf ein Bild machen.

Malen um innezuhalten

Beide sind sich einig: Menschen sollten sich Zeit lassen, um Abschied zu nehmen. Dass sei in der Vergangenheit ein Stück weit in Vergessenheit geraten, bedauert Krause. Vor Beerdigungen herrsche in Familien oft Hektik. „Wenn die Menschen sich ausbremsen lassen würden, ginge es ihnen besser“, ist er überzeugt.“ Meyer bestätigt: „Gerade im Trauerfall ist es wichtig, innezuhalten und die Gefühle wahrzunehmen.“ 

Wenn jemand stirbt, würden sich die Ereignisse oft überschlagen. Beim Malen könnten Angehörige zur Ruhe kommen. „Dem Verstorbenen kann ein Bild, Symbol, Wünsche oder was auch immer ausgedrückt werden soll, für die letzte Reise mitgegeben werden.“ Der Diplom-Sozialpädagogin und Gestaltberaterin ist es wichtig, Tod und Trauer mehr in das Leben zu integrieren – immerhin beträfen die Themen jeden.

Aber bunte Särge? Ist das nicht etwas pietätlos? Diese Frage mag sich manch einer stellen. Die ersten Reaktionen auf die Idee von Bestatter sind gemischt. „Manche sind begeistert“, sagt er. „Aber man hat auch immer welche, die sagen: ,Wie kann der nur?‘“

„Es ist unterschiedlich, wie Menschen Trauer und Tod begegnen“, erklärt Meyer.

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