Erster Wegebau auf rund zehn Kilometern Länge

Eydelstedter Flurbereinigung nimmt sichtbare Züge an

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Bei einem Ortstermin in Düste informierten Vertreter der Teilnehmergemeinschaften, Behörden und Unternehmen über die ersten Maßnahmen der Flurbereinigung in der Gemeinde Eydelstedt. Allein in diesem Jahr sollen Straßen und Wege auf einer Länge von rund zehn Kilometer hergestellt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,16 Millionen Euro.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Die Planungen haben sich über mehrere Jahre hingezogen, doch nun geht es Schlag auf Schlag: Die Flurbereinigung in der Gemeinde Eydelstedt nimmt sichtbare Züge an. In mehreren Gemarkungen haben die beauftragten Unternehmen den Wegebau in Angriff genommen.

Allein in den kommenden Monaten sollen Straßen und Wege auf einer Länge von rund zehn Kilometer hergestellt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,16 Millionen Euro. Und das ist nur der Anfang. Das gesamte Verfahren umfasst satte 5,5 Millionen Euro.

Die äußeren Bedingungen sind nicht gerade gemütlich. Es regnet und es ist windig, als sich die Vertreter der Teilnehmergemeinschaften, Behörden und Unternehmen zu einem Ortstermin in Düste treffen. Auf einem etwas abgelegenen Wirtschaftsweg legt ein Bagger der Firma Wragge einen alten Durchlass frei, der im Zuge des Wegebaus erneuert werden soll. Gleiches ist bereits in Dörpel geschehen, wo in den nächsten Tagen die erste Asphaltdecke aufgebracht werden kann.

„Ziel ist, die Tragfähigkeit der Wege durch einen grundlegenden Neuaufbau deutlich zu verbessern“, erklärt Karl-Heinz Schütte, der als Geschäftsführer des Verbands der Teilnehmergemeinschaften für die praktische Umsetzung der Flurbereinigung zuständig ist. Der verstärkte Unterbau sei wichtig für die Landwirtschaft, wo heutzutage Gespanne mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen unterwegs sind. Kein Vergleich zu früheren Zeiten.

Drei Gemeinden im Gleichschritt bearbeiten

Mit Blick auf die Gemeinde Eydelstedt spricht Schütte gerne von einem „3-D-Verfahren“. Gemeint sind die drei Gebiete Donstorf, Dörpel und Düste, die im Rahmen der Flurbereinigung unabhängig voneinander, aber möglichst im Gleichschritt bearbeitet werden. Die planerischen Voraussetzungen dafür hat das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, ebenfalls mit Sitz in Sulingen, in Abstimmung mit den jeweiligen Teilnehmergemeinschaften vor Ort geschaffen.

Baustelle in Dörpel: Hier soll schon bald eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden.

Bei der Umsetzung können die Beteiligten auf erhebliche Zuschüsse des Landes, Bundes und der Europäischen Union bauen. Sie tragen mit 75 Prozent die Hauptlast der Kosten. Die restlichen 25 Prozent werden von den Teilnehmergemeinschaften, also von den Grundstückseigentümer beziehungsweise Jagdgenossenschaften, sowie von der Gemeinde Eydelstedt und der Samtgemeinde Barnstorf aufgebracht.

Die Beitragserhebung sei weitestgehend abgeschlossen, berichtet Schütte. Während die Grundstückseigentümer in Donstorf und Dörpel jeweils 150 Euro pro Hektar zahlen müssen, wird in Düste mit 220 Euro kalkuliert. Da kommt insbesondere bei Nicht-Landwirten gerne die Frage auf, warum sie die Maßnahmen mitbezahlen sollen. Doch stellvertretender Bürgermeister Karsten Brokering, zugleich Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Düste, macht deutlich: „Ein großer Teil ist Straßenbau, wovon alle profitieren!“

Auch Lutz Imhof hebt die Vorteile für die Allgemeinheit hervor. Er hat bis zur letzten Wahl selbst im Gemeinderat gesessen und steht nun der Teilnehmergemeinschaft Dörpel vor, wo zahlreiche Straßen von Gemeinde und Samtgemeinde saniert werden. Ohne die Fördermittel der Flurbereinigung seien solche Maßnahmen für die Kommune in den kommenden Jahren kaum realisierbar gewesen, meint der Dörpeler: „Das hätten wir so nicht hingekriegt.“

Vorwiegend Betriebe aus dem Landkreis beauftragt

„Die Fördermittel haben wir frühzeitig beantragt“, betont Schütte. Sein Team kümmert sich um die praktische Umsetzung. Die Aufgaben reichen von der Kassenführung bis hin zur Bauleitung. Neben der Gemeinde Eydelstedt habe der Verband noch ein Dutzend weitere Verfahren auf dem Schirm. Pro Jahr würden Maßnahmen im Wert von vier Millionen Euro abgewickelt. Die Aufträge gingen vorwiegend an Betriebe aus dem Landkreis Diepholz und seien damit auch ein Stück Wirtschaftsförderung.

Bei der Ausschreibung für den Wegebau in Donstorf und Düste hat sich die Straßen- und Tiefbaufirma Wragge aus Drebber durchgesetzt. Über den Zuschlag in Dörpel freut sich die Firma BTS Bochnig & Müller (Bassum). Ihr gemeinsames Ziel ist es, die Hauptarbeiten bis Ende August abzuschließen. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass beim Baggern auch nichtkartierte Versorgungsleitungen oder andere Überraschungen zum Vorschein kommen. „Man glaubt nicht, was hier manchmal so verbuddelt ist“, sagt Jörg Püchner, Bauleiter in Dörpel.

Während sich die Firmen auf die ersten Bauabschnitte konzentrieren, richten sich die Blicke bei der Flurbereinigungsbehörde in die Zukunft: „Wir sind gedanklich schon weiter“, sagt Projektleiter Heinrich Dammeier. Mitte September soll ein Antrag bearbeitet werden, um die Voraussetzungen für die nächsten Vorhaben zu schaffen. Für das Jahr 2018 sind erneut zehn Kilometer Wegebau mit einem Volumen von einer Million Euro geplant. Für 2019 gibt es noch keine Beschlüsse, aber Überlegungen für ein Paket in vergleichbarer Größenordnung.

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