Generationen in der Grundschule Drentwede

680 Ex-Schüler beim wohl größten Klassentreffen

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Heinz Wiecher und Lisa Heuer fanden sich auf den Klassenbildern wieder. - Fotos: Brauns-Bömermann

Drentwede - Von Simone Brauns-Bömermann. Das Plumpsen des Steines vom Herzen von Anja Melloh hallte lange nach am Samstagnachmittag. Der Vorsitzenden des Fördervereins Junges Drentwede war im entspannten Gesicht anzusehen, dass alles lief.

Ab 14.30 Uhr verwandelte sich die Grundschule in Drentwede samt Garten und angrenzender Kindertagesstätte in einen Treffpunkt der Generationen: Alle ehemaligen Schüler waren eingeladen, etwa 680 kamen: Das vermutlich größte Klassentreffen aller Zeiten in der Region! Die Teilnehmer sahen sich in der Pausenhalle vielen Klassenfotos mit Listen gegenüber, wo es galt, sich selbst und die Schulfreunde zu finden. Und nicht selten stand einer davon schon neben einem.

„Wir organisieren schon seit Februar dieses Jahres“, sagte Anja Melloh, die mit ihrem neunköpfigen Team und der zweiten Vorsitzenden Birte Kattau-Behnert die Umsetzung der Idee geschafft hatte. „Wir hatten Klassenlisten seit 1950, aber auch viel ältere Bilder. Also waren wir auf die Mithilfe des gesamten Ortes angewiesen“, so Melloh. Denn es galt, so viel wie mögliche Jahrgänge anzuschreiben, wenn oft konkrete Adressen fehlten.

Sponsoren unterstützen Zusammentreffen

Sponsoren fanden sich zur Finanzierung der Einladungen, der Beköstigung zum „Meeting“ in der Schule sowie für Musik und Spielprogramm für die Kleinsten. Die weiteste Einladung wurde nach Amerika versandt. Es kamen rund 680 Menschen, die alle irgendwie mit der Grundschule Drentwede verbandelt sind.

Die Hand gaben sich symbolisch Robin Bruns, der aktuell 2017 die Schule Richtung Gymnasium Twistringen verließ, und Christian Brinkmann, geboren 1936 und 1942 in Drentwede eingeschult. „Später habe ich mich von Berufswegen für die Sporthalle eingesetzt“, erzählt der Senior, der beim Landkreis Diepholz lernte, später gehobene Positionen in der Verwaltung in Barnstorf innehatte. 

Robin erinnert sich gerne an die letzte Übernachtungsparty in der Grundschule: „Mir gefiel die Grundschule gut“, meinte er. Bunt wie der Trubel an der Schule waren die Ballone, die die Kinder starten ließen.

Arndt Ohmann traf auf die ehemalige Deutschlehrerin und Schulleiterin Mechthild Dunkerbeck. Sie hatte ein Aufsatzheft für ihn dabei.

In der Pausenhalle in der Traube der ehemaligen Schüler standen Lisa Heuer (geborene Rohlfs) und Heinz Wiecher, beide aus Drentwede, die sich auf alten Klassenfotos fanden. Wiecher wurde 1952 eingeschult, Heuer 1953. Hausmeister Werner Döpke stand daneben und freute sich über das rege Interesse. 

An den Wänden hing unter den Bildern eine Art Griffel-Bleistift zum Ergänzen der Klassenlisten. Das erledigten die ehemaligen Schüler gemeinsam, während sich andere in die Arme fallen, ihre Namen nennen. Andere standen sich gegenüber und halfen sich auf die Sprünge, wie man sich damals mit Spitznamen nannte.

Grundschule von immenser Bedeutung für das Dorf

Bürgermeister Theo Amelung hatte die Wichtigkeit des Standortes Grundschule Drentwede für die dörfliche Weiterentwicklung in der Eröffnung akzentuiert: „Ohne Grundschule ziehen junge Familien hier nicht mehr her“, war Richtung Barnstorfs Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Lübbers gerichtet. Von der Anzahl der Besucher war jeder beeindruckt, und die wenigsten hatten damit gerechnet.

„Eigentlich geht das Schulleben auf das Jahr 1631 zurück“, erfuhr Amelung vom Chronisten. Zeugnis in Bild geben davon die ältesten erhaltenen Aufnahmen von 1907 und 1912 mit dem noch reetgedeckten Schulhaus.

An einem Bild stand Arndt Ohmann, der von seiner Lehrerin und ehemaligen Schulleiterin Mechthild Dunkerbeck erkannt wurde: „Hallo Arndt, ich habe Dein altes Aufsatzheft wiedergefunden, das habe ich im Auto“. Sie ergänzt: „Arndt war immer ein guter Schüler, das sollte er zurückhaben“.

Arndt ist inzwischen selbst als Schulsozialarbeiter am Gymnasium Twistringen beschäftigt und stellvertretend für viele andere Lebensläufe an dem Tag in Drentwede. Am Abend wurde dann noch gefeiert.

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