Etwas Ruhe und neue Nummern

Circus Belly gastiert wieder in Barnstorf: Ein Blick hinter die Kulissen

+
In der Manege des Circus Belly: Die Brüder Marietto (links) und Mariano Köhler mit „Apollo“.

Barnstorf - Von Eva-Maria Konkel. Der Circus Belly ist wieder da und freut sich auf das Barnstorfer Publikum. „Wir werden hier immer besonders freundlich aufgenommen“, sagt Karin Köhler, die als Managerin des Familienunternehmens fungiert.

„Ob es die Platzmiete für das Gelände hinter dem Lidl ist, oder die Versorgung mit Wasser und Strom durch die Familie Naber in der direkten Nachbarschaft: Man kommt uns hier sehr entgegen“, sagt sie dankbar.

Die letzten 18 Monate war der Circus in Schweden in einem festen Engagement beim Circus Maximus. Jetzt hat das Unternehmen die Gelegenheit genutzt, auf einem bekannten Platz in Barnstorf etwas zur Ruhe zu kommen, neue Nummern einzustudieren und die Fahrzeuge zu warten, um dann in die neue Saison zu starten.

Am kommenden Wochenende gibt es dann Vorstellungen. Marietto Köhler, der Enkel in der Familie, wird seine Künste auf dem Hochseil zeigen und sein Bruder Mariano lässt das Publikum mit seiner Luftakrobatik staunen.

„Das muss man von Kindesbeinen an lernen“, erzählt Karin Köhler.

Eines der Kamele des Circus Belly, der in Barnstorf auch neue Nummern einstudiert.

Sie sei mit 17 Jahren in den Circus gekommen, berichtet die fünffache Mutter – und das sei für eine Artistenkarriere zu spät. „Aber es gibt auch außerhalb der Manege viel zu tun“, lacht sie und fängt an aufzuzählen. Da seien die Finanzen, die Gespräche mit den Ämtern und vieles mehr. Sie selber sitze an der Kasse und mache die Moderation, während ihr Mann Hans-Joachim für die Tierdressur zuständig ist.

Dass es den Tieren gut geht, liegt der Familie besonders am Herzen. Mal abgesehen davon, dass es seitens des Veterinäramtes strenge Kontrollen gebe, bei denen nicht nur der Zustand der Tiere und der Ställe, sondern auch Transportbedingungen und die Futtervorräte begutachtet werden, mache es auch keinen Sinn, die Tiere schlecht zu behandeln. „Sie müssen doch Vertrauen zu uns haben, sonst können wir nicht mit ihnen arbeiten“, sind sich alle Familienmitglieder einig.

Deshalb ist es auch für alle selbstverständlich mit anzupacken. Der Arbeitstag beginnt um 5.30 Uhr mit der Fütterung der Tiere, dem Ausmisten der Ställe, und natürlich muss auch trainiert werden. Schließlich soll das Programm abwechslungsreich sein und es darf auch etwas Spannung nicht fehlen. Das bedeutet viel harte Arbeit.

Marietto Köhler: „Ich kann mir ein anderes Leben gar nicht vorstellen. Wir sind immer gereist, in jeder Woche war ich in einer anderen Schule. Mal war das gut, mal nicht, aber ich habe noch heute Kontakt zu manchen ehemaligen Schulkameraden. Wir kamen ja immer mal wieder in dieselbe Stadt. Es ist ein schönes Leben, den Menschen Freude zu machen, mehr will ich gar nicht.“

Den anderen Familienmitgliedern geht es genauso, aber es gibt natürlich auch immer wieder Probleme, wie die unschöne Tatsache, dass es schon häufiger während der Vorstellung zu Diebstählen gekommen sei.

„Die Wohnwagen sind während der Vorstellung nicht verschlossen“, erzählen sie, „wir müssen uns häufiger umziehen, das muss schnell gehen, und deshalb haben wir uns jetzt Wachhunde angeschafft, das hat geholfen.“

Aber auch die Tatsache, dass die Familie im Moment kein Winterquartier mehr hat, macht ihr große Sorgen.“ Unser letztes Quartier hatten wir viele, viele Jahre, aber jetzt hat der Besitzer es verkauft und wir brauchen etwas Neues, wo wir mit unseren gut 50 Tieren unterkommen. Natürlich zahlen wir die Miete für das ganze Jahr“, sagt die Frau für die Finanzen und schaut trotzdem zuversichtlich in die Zukunft, auch wenn es immer schwerer werde, das Publikum in das Zirkuszelt zu bekommen.

Dabei werden durchaus ausgefallene Dinge gezeigt – wie Pferde, Kamele, Hochlandrinder, Esel und Lamas in einer Tierdressur. Die Vorstellungen des Circus Belly in Barnstorf auf dem Platz am Lidl sind am Freitag und Samstag jeweils um 16 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Immer mehr Radfahrer sterben bei Verkehrsunfällen

Immer mehr Radfahrer sterben bei Verkehrsunfällen

Lebensverhältnisse in deutschen Regionen bleiben ungleich

Lebensverhältnisse in deutschen Regionen bleiben ungleich

Aufbau beim Brokser Heiratsmarkt: Fast alle Schausteller sind da

Aufbau beim Brokser Heiratsmarkt: Fast alle Schausteller sind da

Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge

Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge

Meistgelesene Artikel

Brokser Heiratsmarkt: Fast alle Schausteller sind schon da

Brokser Heiratsmarkt: Fast alle Schausteller sind schon da

Unfall in Bassum: Verursacher will Hilfe holen - wird aber festgehalten

Unfall in Bassum: Verursacher will Hilfe holen - wird aber festgehalten

„Fridays for Future“ in Diepholz: „Wir müssen unbequem sein“

„Fridays for Future“ in Diepholz: „Wir müssen unbequem sein“

Das Marktprogramm im Detail: Fünf Tage Spaß und Musik

Das Marktprogramm im Detail: Fünf Tage Spaß und Musik

Kommentare