Thilo Meyer und Marlies Kalbhenn gestalten Programm der großen Adventsfeier

Etwas Frohes für Landfrauen

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Stimmte mit seiner Geige weihnachtliche Lieder an und bewies auch Qualitäten als Entertainer: Thilo Meyer aus Specken.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Unterschiedlicher hätten die zwei Ehrengäste bei der großen Adventsfeier des Landfrauenvereins Barnstorf nicht sein können: Thilo Meyer aus Specken war mit seiner Geige gekommen, um weihnachtliche Lieder zu präsentieren. Autorin Marlies Kalbhenn aus Espelkamp zog ein Buch aus der Tasche, um das Publikum mit einer Lesung zu unterhalten.

Die beiden Akteure bereicherten den adventlichen Nachmittag der rund 120 Besucher im Hotel Roshop auf ganz besondere Weise. Thilo strebte zum Podest und vermittelte den Eindruck: „Gebt mir eine Bühne, ich bin der geborene Entertainer“. Seine Geige spielte dabei eine fast untergeordnete Rolle, denn der Schüler hat ein angeborenes Talent, Menschen anzusprechen. Das zollten die Landfrauen mit herzlichem Lachen und viel Beifall.

„Und nun etwas Frohes“, sprach der Schüler ins Mikrofon und gab damit den Ton an. Alle Gäste im Saal sangen gemeinsam „Lasst uns froh und munter sein“. Dann meinte Thilo, es sei ja noch ein wenig zu früh für den nächsten Song, aber: „,Oh, Du Fröhliche´ geht immer“. Um danach in die Gesichter zu schauen und amüsiert festzustellen: „Ja, da kommen den ersten schon die Tränen“. Der Junge hatte sich sogar selbst anmoderiert und damit der Vorsitzenden des Landfrauenvereins die Arbeit abgenommen. Imke Abeling blieb nicht mehr viel zu sagen, als: „Ich finde, das war eine gute Idee, Dich zu uns einzuladen. Wir sollten Dich gleich fürs nächste Jahr buchen“. Eine Zusage gab es noch nicht, denn das Allroundtalent hatte schon den nächsten Termin vor der Brust: Judo-Training.

Vortrag von Marlies Kalbhenn

Der Vortrag von Marlies Kalbhenn war anderer Natur. Die Autorin und Verlegerin hatte ihr Werk „Zweimal Bescherung“ mitgebracht und las aus ihren niedergeschriebenen Erinnerungen an die Kindheit in der Weihnachtszeit. Dazu gab es fiktive Geschichten um das Fest aller Feste. Mit den Erinnerungen erreichte der Ehrengast aus Espelkamp viele Landfrauen, die die Zeit in den 1950er Jahren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit noch zu spürenden Entbehrungen kannten: „Wir waren noch 1955 in den Nachkriegsjahren fest gefangen. Ohne Heizung, aber Öfen, mit Waschtag in der Zinkbadewanne am Samstag und ich war 18, als wir unseren ersten Fernseher bekamen“, erläutert Kalbhenn.

Die Autorin schreibt, was sie beobachtet und würzt ihre Gedanken immer mit einer Prise Humor. Es scheint, als beobachte sie ihre Umgebung röntgenologisch, um die komplexen Handlungen dann ganz einfach geschrieben auf den Punkt zu bringen. Wie die Szene des Bades, wenn der Vater die Haare der Kinder abspült, die Kinder den Waschlappen vor die Augen drücken gegen den Seifenschaum. Wer kennt diese Szenen nicht?

„Feiern geht nicht allein“

Sie erinnerte an den Weihnachtsabend ihres Zuhauses in Rheda-Wiedenbrück, der stets einem obligatorischen Ablauf folgte. Dabei vergaß sie aber auch das Besondere nicht: Zum Beispiel wenn der Vater, seines Zeichens Pfarrer, kurz vor der Bescherung die Kinder schmoren ließ, weil er noch ein Gedicht für jeden schreiben wollte. Auch humanitäre Ratschläge hatte die Autorin für die Landfrauen parat: „Teilt schon ab Januar und wartet nicht bis Weihnachten. Und merkt Euch: Feiern geht nicht allein.“ Sie beschrieb damit die hoffnungslose Sentimentalität: „Nur dieses eine Mal, nur an Weihnachten.“

Das Zauberwort einer weiteren Geschichte für gestresste, allein erziehende Mütter lautete: „Ich weiß“, nachdem sie dem Engel in Jeans begegnete und eine innere Ruhe verspürt hatte. Keine Tränen, aber Betroffenheit und vor allem Mitgefühl füllten den Saal. Dabei machte sich eine Frage in den Köpfen breit: „Wie stressig lasse ich mein Weihnachten werden dieses Jahr?“ Innehalten, wenn auch nur für zweieinhalb Stunden, das hatte für die Landfrauen geklappt.

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