Erweitern statt neu ausweisen

Windkraft-Planung: Eydelstedter Bauausschuss formuliert seine Bedenken

Eydelstedt - Von Sven Reckmann. Noch bis zum 14. November ist Gelegenheit für Eingaben zur 60. Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Barnstorf „Windenergieanlagen III“. Ebenso wie Privatpersonen, Behörden oder Unternehmen können auch die betroffenen Mitgliedsgemeinden ihre Stellungnahmen abgeben.

Bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Eydelstedt am Dienstag stand dieses Thema auf der Tagesordnung. Und die Ausschussmitglieder waren sich schnell einig, dass die Gemeinde auf eine Stellungnahme nicht verzichten sollte.

Einstimmig bei einer Enthaltung (Thorsten Runnebaum ist nach eigener Aussage durch eigene Flächen von der Planung berührt) votierte der Ausschuss für die folgende Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplanes ab: „Die Gemeinde Eydelstedt hat einige Bedenken zur derzeitigen Planung des Flächennutzungsplanes (...):

1. Eine weitere Ausweitung von Flächen für Windenergie ist notwendig und wird den Kommunen sogar vorgeschrieben. Nur sollten diese weiteren Planungen gut durchdacht sein, da es mittlerweile schon mehrere Windparks gibt, die bereits in Betrieb sind. In Eydelstedt befinden sich derzeit drei Gebiete. Aus unserer Sicht ist es für die Anwohner Eydelstedts und für die Umwelt sinnvoller, diese bestehenden Gebiete eventuell zu erweitern und keine zusätzlichen mehr auszuweisen, um eine Bündelung zu schaffen. Mit Döpel-Süd würde ein neuer Park entstehen, der ein großes Windmühlen-freies Gebiet zwischen Düste und Schierholz und Barver wesentlich verkleinert.“

Die Beibehaltung eines großen, von Windmühlen freien Gebiets hätten die Planer im Fall von Drebber als Gegenargument für neue Anlagen gewertet, heißt es in der Stellungnahme. „Also muss es auch hier zum Tragen kommen (Gleichbehandlung). Der Park Dörpel-Süd würde auch wesentlich dichter an die Ortschaften Dörpel und Donstorf heranrücken und somit mehr Einwohner betreffen, die Lärmbelästigung und Schattenwurf ausgesetzt sind.“

2. Des Weiteren spiele der Vogelschutz eine große Rolle. „Und dieser wird aus unserer Sicht in der Planung nicht richtig umgesetzt. In den Gebieten Dörpel-Süd und Barver sind unterschiedliche Kriterien angewendet worden hinsichtlich des Vogelschutzes“, heißt es in der Stellungnahme. „Auch Dörpel-Süd dient den Vögeln zur Nahrungssuche. Aus diesen Gründen sollten sie gleichgestellt werden.

3. Außerdem sollten die Abstände zwischen Windparks nicht auf drei Kilometer reduziert werden, um eine ,Verspargelung‘ der Landschaft zu vermeiden.

4. Dadurch, dass in dem Gebiet Barver angedacht wird, die Genehmigungen der bestehenden Anlagen nach dem Ablauf des EEG´s zu entziehen, besteht für die Besitzer keinerlei Planungssicherheit mehr. Voraussichtlich werden die Betreiber dieser Anlagen ein Klageverfahren einleiten.“

Endgültig entscheidet jetzt der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss, ob diese Stellungnahme so abgegeben wird.

In der von zehn Zuhörern verfolgten Sitzung hatte es auch in der Bürgerfragestunde eine rege Diskussion zu dem Thema gegeben. Dabei meldete unter anderem die Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer Dannau (Eydelstedt) ihre Bedenken gegen die Planungen an. Im Namen von 37 Grundstückseigentümern aus dem Teilbereich Barver spricht die IG sich gegen die Ausweisung eines Teilbereiches Dörpel-Süd aus; stattdessen spreche alles dafür, Barver als Sondergebiet für Windenergie zu belassen.

Rubriklistenbild: © dpa

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