Anke Rathjens findet Gefallen an der Schauspielerei

Drebberanerin tritt in der RTL-Serie „Verdachtsfälle“ auf

In ihrem Debüt für die Serie „Verdachtsfälle“ schlüpft Anke Rathjens (stehend) in die Rolle einer extravaganten Schwiegermutter. Vor laufender Kamera gibt es reichlich Stress unter den Protagonisten. Doch am Rande der Dreharbeiten verstehen sich die Drebberanerin und ihre Kollegen bestens.

Drebber - Von Thomas Speckmann. Anke Rathjens ist in vielen Bereichen aktiv. Sie arbeitet in der Hauswirtschaft und Familienpflege, unterstützt ihren Mann Johannes bei der Kirchenarbeit, betätigt sich als Style-Coach und musiziert in ihrer Freizeit mit den Jagdhornbläsern des Hegerings. Nun kommt ein weiteres, bisher unentdecktes Talent zum Vorschein. Die Drebberanerin versucht sich in der Schauspielerei. Mit Erfolg: Am kommenden Dienstag tritt sie in der RTL-Serie „Verdachtsfälle“ im Fernsehen auf.

Mit solchen inzwischen weit verbreiteten Reality- und Doku-Soaps hat Anke Rathjens früher keinerlei Berührungspunkte, und auch die Schauspielerei liegt ihr völlig fern. Doch dann wird sie im Sommer dieses Jahres durch eine Freundin auf die Firma „Filmpool“ aufmerksam, die immer wieder neue Leute für ihre Fernsehproduktionen sucht. „Ich war neugierig und habe mich einfach mal darauf eingelassen“, berichtet die 54-jährige Drebberanerin.

Ihre schriftliche Bewerbung bleibt nicht lange unbeantwortet. Schon Anfang September gibt es eine Einladung zum Casting in einem Hotel in Münster, wo Anke Rathjens gleich vor die Kamera muss. Die kleine Rolle hat sie schnell einstudiert. Es handelt sich um ein Streitgespräch unter Geschwistern, wo vor allem Emotionen eine große Rolle spielen. „Mal sollten wir freundlich sein, mal aggressiv, mal traurig“, erinnert sich die Anfängerin.

„Nach zwei Wochen hatte ich das erste Angebot“

Mit Blick auf die Konkurrenz stellt sich die Frage, ob ihre Vorstellung für ein Engagement reichen wird. Es gibt schnell Klarheit: „Nach zwei Wochen hatte ich das erste Angebot“, berichtet Anke Rathjens freudestrahlend. Die Produktionsfirma bietet eine Rolle für die bekannte Sat1-Vorabendserie „Auf Streife – Die Spezialisten“. Da heißt es: Zugreifen!

Der erste Drehtag am 22. September in Köln-Hürth wird wohl ewig in Erinnerung bleiben. „Ich war total aufgeregt. Aber ich wurde freundlich aufgenommen und fühlte mich gleich gut aufgehoben“, schildert die Anfängerin ihre Eindrücke am Set. Erfahrene Kollegen, die sich schon länger in der Laienschauspielerei betätigen, nehmen sie an die Hand. Man tauscht sich aus, gibt sich gegenseitig Tipps und bereitet sich gemeinsam auf die Rolle vor.

Anke Rathjens schlüpft in die Rolle von Tamara Domske, eine aufgeregte Mutter, die sich um ihre verletzte Tochter sorgt. Dazu kommen, wie in solchen Serien nicht unüblich, Familienstreitigkeiten und gegenseitige Schuldzuweisungen. Die kurzweilige Handlung kennt die Drebberanerin aus dem Drehbuch, das sie schon zuhause durchgearbeitet hat. Den Text muss sie aber nicht auswendig wissen. Das ergibt sich vor Ort nach Anweisung des Regisseurs.

Hat sich mit Erfolg bei der Produktionsfirma Filmpool beworben: Anke Rathjens aus Drebber.

Die Aufregung ist groß, als die Scheinwerfer angehen. „Guck nie in die Kamera“, lautet der Tipp des Filmbruders. „Das war ganz hilfreich“, sagt Anke Rathjens. Sie konzentriert sich auf die Handlung, folgt den Vorgaben des Filmteams und spielt mehrere Szenen, eine davon sogar während einer Fahrt im Rettungswagen. Am frühen Nachmittag sind die Dreharbeiten im Kasten. Wann der Beitrag gesendet wird, ist unklar. Aber für die 54-Jährige steht fest: „Ich habe Lust auf mehr.“

Vier Wochen später geht es wieder nach Köln. Diesmal gleich für drei Drehtage mit Übernachtung. Auf dem Programm steht eine neue Folge für die RTL-Serie „Verdachtsfälle“. Der Titel: „Meine Hochzeit, meine Familie und ich“. Die Arbeiten finden an mehreren Schauplätzen statt. Zunächst im Studio, dann auf einem Gutshof und in angemieteten Privatwohnungen. Anke Rathjens soll eine extravagante Schwiegermutter verkörpern, die mit der künftigen Braut ihres Sohnes ganz und gar nicht einverstanden ist. Um das elegante Outfit muss sich die Darstellerin diesmal selbst kümmern. Als freiberufliche Schmuckberaterin von „Pippa & Jean“ hat sie gleich die passenden Ketten, Ringe und Handtaschen parat. Tipps für die Kleidung liefert Farb- und Stilberaterin Beate Recker aus Wetschen. Das Schminken vor Ort erfolgt dann in Eigenregie.

Sendung am 14. November

Bei den Dreharbeiten ist wieder Spontanität gefragt. Die Darsteller können auch mal vom vorgefertigten Text abweichen, schließlich sollen die Szenen möglichst real herüber kommen. „Man muss sich in die Rolle hineinversetzen und fallen lassen“, sagt Anke Rathjens, die keineswegs auf den Mund gefallen ist und gerne in der ersten Reihe steht. Ein Job als Komparsin im Hintergrund wäre wohl nichts für sie.

Die 54-Jährige kann sich gut vorstellen, diesen Weg weiterzugehen und hofft auf weitere Angebote. „Man weiß nicht, was passiert. Es ist immer was Neues“, schätzt sie die Arbeit im Rampenlicht. Dass die Dreharbeiten eine schöne Abwechslung zum Alltag sind und sich damit ein paar Euro verdienen lassen, sind zusätzliche Anreize. „Aber reich wird man davon nicht“, sagt die Hobby-Schauspielerin, die in Honorarfragen zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.

Am liebsten würde Anke Rathjens in einem Werbespot mitspielen, vielleicht am Strand in der Südsee oder ganz spektakulär auf einem Flugzeugträger. Doch das sind erst einmal nur Fantasien. Jetzt fiebert sie ganz gespannt ihrem ersten Fernsehauftritt als extravagante Schwiegermutter entgegen. „Ich habe die Bilder selbst auch noch nicht gesehen“, sagt sie. Also Einschalten, am Dienstag, 14. November, ab 15 Uhr auf RTL!

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Meistgelesene Artikel

Ranga Yogeshwar liest am 29. Januar im Saal der Kreissparkasse

Ranga Yogeshwar liest am 29. Januar im Saal der Kreissparkasse

Martfelder Weihnachtsmarkt: Musik im Ohr, Freude im Herzen

Martfelder Weihnachtsmarkt: Musik im Ohr, Freude im Herzen

Allegro Chor überzeugt in der Brinkumer Kirche

Allegro Chor überzeugt in der Brinkumer Kirche

Bachs Weihnachtsoratorium: Eine erste Idee von Weihnachten

Bachs Weihnachtsoratorium: Eine erste Idee von Weihnachten

Kommentare