Bürgermeister-Diskussion

Kandidaten für das höchste Amt in der Samtgemeinde trotzen dem Wetter

Die Kandidaten Alexander Grimm, Elke Oelmann und Dr. Christina Radons mit Moderator Alfred Kuhlmann (von links) bei der Podiumsdiskussion zur Samtgemeindebürgermeister-Wahl auf dem Sportplatz in Drebber.
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Die Kandidaten Alexander Grimm, Elke Oelmann und Dr. Christina Radons mit Moderator Alfred Kuhlmann (von links) bei der Podiumsdiskussion zur Samtgemeindebürgermeister-Wahl auf dem Sportplatz in Drebber.

Barnstorf – Es grummelte vor der Podiumsdiskussion der Barnstorfer Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten auf dem Sportplatz in Drebber. Düstere Wolken zogen auf. Unbeeindruckt von den Witterungsverhältnissen stellten sich Alexander Grimm (SPD), Elke Oelmann (Grüne) sowie Dr. Christina Radons (parteilos) den Fragen des Moderators und des Publikums.

Alfred Kuhlmann, parteiloser Bürgermeister der Gemeinde Goldenstedt, leitete die Diskussionsrunde. Rund 60 Zuhörer nahmen auf Stühlen auf dem Rasen des Fußballplatzes in Drebber am Donnerstagabend Platz. Mit aufwendiger Videotechnik übertrug das Organisationsteam um Familie Maschmeyer das Bild der Podiumsdiskussion auf die LED-Wand des Sportplatzes.

Nach der Begrüßung durch Fredy Albrecht, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat, sprach Moderator Kuhlmann von „großen Fußstapfen“, die der scheidende Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers hinterlassen werde. Fußstapfen, „die es von einem der Kandidaten zu füllen gilt.“

Samtgemeindebürgermeister-Kandidatin Elke Oelmann stellte zu Beginn klar, warum sie ihren Fuß unter dem Podiumstisch auf einem Kasten abstellen müsse: „Meine Bänder sind gedehnt. Ich habe die vergangenen Tage Tür-Wahlkampf in Drebber betrieben.“

Auf die erste Frage „Wie war die Resonanz auf ihre Kandidatur“ holte Radons aus und trug ausführlich ihre Vita vor. Eine konkrete Antwort auf die Eingangsfrage blieb sie schuldig. Die Zuhörer quittierten das mit einem Raunen.

Wasserglas und Regenschirm

Bei der zweiten Frage von Kuhlmann kippte Elke Oelmann ihr Wasserglas um. Der Inhalt ergoss sich in Richtung ihres Mitbewerbers Alexander Grimm. Als Wiedergutmachung hielt die Kandidatin der Grünen beim einsetzenden Regen ihren Schirm sowohl über sich, als auch über den Sozialdemokraten.

Grimm erklärte, warum er der Barnstorfer Samtgemeindebürgermeister werden wolle. Er sei mit der Region verwachsen und wolle diese nachhaltig voranbringen. Aber: „Mit Versprechungen werde ich mich zurückhalten, denn ich verspreche nichts, was ich nicht auch umsetzen kann.“

Das Thema Wirtschaft spaltet

Christina Radons, promovierte Diplom-Kauffrau, betonte, dass für sie das Thema Wirtschaft zentral sei: „Steuereinnahmen haben eine entscheidende Bedeutung, um Investitionen angehen zu können. Die Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde Barnstorf sehe ich dabei als Chefinnen-Sache.“

Elke Oelmann bekräftigte, dass sie beim Thema Wirtschaft soziale, ökologische und ökonomische Aspekte im Einklang betrachten wolle.

„Ich bin vorsichtig bei Aussagen zu Investitionen, denn die wirtschaftliche Lage ist nicht so positiv, wie oft dargestellt. Corona wird weitere Einschneidungen mit sich bringen. Ich werde mir anschauen, was zutun ist und dann entscheiden, ob ein Wirtschaftsförderer sinnvoll ist“, ergänzte Alexander Grimm.

Wohngebiete und Betreuungsangebote schaffen

Beim Thema „Wohnen und Bauen“ gab es bei den Aussagen der drei Kandidaten diverse Überschneidungen. So seien der Ausbau von Betreuungsangeboten und das Schaffen von Wohngebieten wichtige Punkte.

Die einzelnen Hauptziele der Kandidaten unterschieden sich dabei schon eher voneinander. Alexander Grimm wolle Perspektiven für die Zukunft der Samtgemeinde entwickeln. Elke Oelmann habe das Ziel, Politik für ein Miteinander zu schaffen. Wirtschaftsförderung bilde das Hauptziel von Christina Radons. Mit der parteilosen Kandidatin werde es hingegen keine „weiter aufgeschobenen Baustellen“ geben.

Grimm sprach sich gegen das Umwandeln der Samtgemeinde Barnstorf in eine Einheitsgemeinde aus.

Auch Radons stelle sich gegen eine Einheitsgemeinde. Oelmann könne sich vorstellen, dass die Stärken der Mitgliedsgemeinden dadurch gebündelt werden würden, dies jedoch aktuell nicht gewünscht sei und sie eine Einführung deswegen vorerst nicht sehe.

Das Publikum bei der Podiumsdiskussion der Samtgemeindebürgermeister-Kandidaten Barnstorf auf dem Sportplatz in Drebber wurden von Fredy Albrecht begrüßt.

Nach gut zwei Stunden versuchte Moderator Kuhlmann die Redezeit der Kandidaten möglichst kurz zu halten, was nicht nur die Stimmung etwas ins Wanken brachte. Wind zog auf und lies die Schirme, die auf dem Podest aufgebaut waren, umfallen.

Verhalten waren die anschließenden Wortmeldungen der Bürger: Zwei Fragen äußerten Drebberaner.

Das Thema des öffentlichen Nahverkehrs, das einige Anwohner interessierte, sei ein kostspieliges aber auch wichtiges, betonten alle drei Kandidaten.

So stürmisch und abwechslungsreich wie das Wetter wurde es während der Debatte indes nicht. Das ließ sich am Ende der Veranstaltung aus Gesprächen einzelner Zuhörer entnehmen. Und auch die Sonne ließ sich jetzt hinter den dunklen Wolken blicken.

Zur nächsten Podiumsdiskussion kommen die drei Bewerber am Mittwoch, 18. August, um 18 Uhr am Sundering-Sportplatz in Barnstorf zusammen.

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