Klinikverbund zieht seine Verwaltung ab

„Erheblicher Einschnitt“ im Hülsmeyer-Park

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Vor sieben Jahren hat sich der Klinikverbund mit seiner Verwaltung im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt angesiedelt. Nun haben die Alexianer beschlossen, den Standort wieder zu verlassen. Die Nachnutzung der Gebäude ist ungewiss.

Eydelstedt - Für die Samtgemeinde Barnstorf kommt es zurzeit knüppeldick. Erst die überraschende Nachricht aus Berlin, dass die Ortsumgehung Barnstorf im Bundesverkehrswegeplan herabgestuft werden soll und sich damit um weitere Jahre verzögern könnte, dann die nächste Hiobsbotschaft aus dem Hause der Alexianer.

Der Klinikverbund will, wie bereits berichtet, mittelfristig seinen Standort im Hülsmeyer-Park in Eydelstedt aufgeben. Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers sitzt gerade beim „frugalen Mahl“ der Friedrich-Plate-Stiftung, als am Freitagabend das Handy klingelt und Landrat Cord Bockhop anruft. Er teilt den Beschluss des Aufsichtsrates mit, dass die Alexianer ihre Verwaltung ins St.-Annen-Stift nach Twistringen und die Krankenpflegeschule nach Syke verlagern werden. „Das ist ein erheblicher Einschnitt für uns“, berichtet Lübbers, während ihm der Appetit auf das gute Essen vergeht.

Dass die Gesundheits- und Krankenpflegeschule in absehbarer Zeit aus Eydelstedt wieder abgezogen werden soll, war der Kommune durchaus bewusst. Was den Verwaltungssitz betrifft, schien die Sache hingegen nicht so klar, obwohl es auch hier schon Gespräche auf Kreisebene gegeben haben soll, wie Eydelstedt Bürgermeister Friedrich Bokelmann auf Anfrage berichtet. Er hofft auf eine sinnvolle Nachnutzung für die Gebäude, die sich im Eigentum des Klinikverbunds befinden. „Unter einem Leerstand würde der gesamte Park leiden“, so Bokelmann.

Der Klinikverbund hatte im Jahr 2008 sechs Gebäude inklusive des Casinos, das inzwischen wieder verkauft und jetzt zur Betreuung von Flüchtlingen genutzt wird, erworben. Ein Jahr später folgte der Umzug von etwa 50 Mitarbeitern nach Eydelstedt. Damit wurde ein weiteres Kapitel in der Erfolgsgeschichte des Hülsmeyer-Parks geschrieben, der sich von einer leer stehenden Kaserne in ein florierendes Gewerbegebiet verwandelt hat.

„Wir waren froh, dass St. Ansgar damals die Gebäude übernommen hat. Das war ein Glücksgriff und passte in unser Konzept“, sagt Lübbers. Die zentralisierte Verwaltung der Klinikstandorte im Landkreis Diepholz und die Krankenpflegeschule samt Schwesternwohnheim habe der Kommune zusätzliche Arbeitsplätze beschert, von denen auch Einwohner aus der Samtgemeinde Barnstorf profitierten. Auch auf den Einzelhandel habe sich die Neuansiedlung positiv ausgewirkt.

Der Samtgemeindebürgermeister blickt nun – bei allem Verständnis für die Entscheidung der Alexianer – auf mögliche Probleme, die auf die Kommune zukommen könnten. Steuerlich dürfte sich die Abwanderung wohl nicht bemerkbar machen. Anders sieht es bei der Vermeidung eines Leerstands aus. Schon damals sei es nicht leicht gewesen, die ehemaligen Verwaltungs- und Unterkunftsgebäude der Bundeswehr zu vermarkten, erinnert sich Lübbers. Aber es seien konstruktiven Lösungen gesucht und gefunden worden. Das macht offenbar Mut, den Kopf auch jetzt nicht in den Sand zu stecken.

Die Gebäude seien in gutem Zustand, vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden und böten hervorragende Möglichkeiten für Firmen, stellt Lübbers fest. Eine zentrale Unterbringung von Flüchtlingen hält er für nicht sinnvoll. Landrat Bockhop habe bereits zugesagt, dass er und die Alexianer mit der Samtgemeinde nach Lösungen für eine Nachnutzung der Immobilien suchen würden. Man müsse die Situation jetzt als „Chance für einen Neuanfang begreifen“, meint der Samtgemeindebürgermeister.

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