Elke Oelmann spielt Komparsin für Krimi / „Das ist eine völlig andere Welt“

Barnstorfer Bürgermeisterin mittendrin im „Tatort“

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Dreharbeiten vor dem Siemens-Hochhaus in Bremen: Ein Schauspieler geht zielstrebig durchs Bild, Komparsin Elke Oelmann sorgt im Hintergrund für Leben auf dem Bürgersteig.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Wissen Sie schon, was Sie am Abend des 15. Mai 2016 tun? Elke Oelmann weiß es. Denn es ist Pfingstsonntag, und Sonntag ist bekanntlich „Tatort“-Zeit. Wie viele Millionen Menschen in Deutschland wird die Bürgermeisterin des Fleckens Barnstorf dann vor dem Fernseher sitzen.

Doch im Gegensatz zu anderen Zuschauern kann sie sich selbst auf dem Bildschirm sehen. Sie hat bei der Produktion der Folge „Der hundertste Affe“ als Komparsin mitgewirkt.

„Das war ein Geburtstagsgeschenk von meinem Mann“, erzählt Oelmann freudestrahlend. Sie ist großer Fan der beliebten Fernsehreihe. Vor allem die Beiträge aus Münster, Bremen und Hannover haben es ihr angetan. Das weiß natürlich ihr Ehemann Jörg, der den kleinen Ausflug in die Schauspielerei einfädelt. Er recherchiert im Internet, kontaktiert Radio Bremen und schon landet ein Schreiben der Produktionsfirma Bavaria in der Post. Elke Oelmann ist sichtlich überrascht, als sie die Einladung für die Dreharbeiten in Bremen liest.

Mit einer Portion Neugier und leichtem Kribbeln im Bauch geht es an die Weser. Schauplatz des Drehtages ist das Siemens-Hochhaus in der Nähe des Hauptbahnhofes. Mitten im pulsierenden Stadtleben schlägt das Drehteam seine Zelt auf. „Das ist eine völlig andere Welt“, stellt Oelmann fest, die nach einer kurzen Einweisung an ihre erste Szene herangeführt wird.

Im Gegensatz zur Kommunalpolitik darf die Bürgermeisterin hier nicht das Wort ergreifen. Ihr Job ist es, für Leben auf der Straße zu sorgen, während die Schauspieler im Vordergrund einen Polizeieinsatz inszenieren. Sobald die Klappe fällt, setzt sich die Komparsin in Bewegung. Sie marschiert über die Straße, schlendert an einem Schaufenster entlang oder steht einfach nur wartend auf dem Bürgersteig. Dann der Schnitt. Im Kasten ist die Sache aber noch längst nicht. Die Szenen werden mehrfach wiederholt. Grund: Mal ist eine Person falsch gelaufen, mal bellt ein Hund, mal schiebt sich eine Wolke vor die Sonne.

Neben Elke Oelmann sind noch weitere Komparsen am Start, darunter drei Studenten und eine Rentnerin, die mit dem Job möglicherweise ihre Haushaltskasse aufbessern. Die Gage hält sich allerdings in Grenzen, wie die Barnstorferin bei einem Blick in die Abrechnung feststellt: 51 Euro für sechs Stunden. Abzüglich Steuern bleibt ein Betrag von 37,92 Euro. Davon können Elke Oelmann und ihr Mann die Fahrt nach Bremen bezahlen, aber ums Geld geht es ihnen bei der Aktion ohnehin nicht.

„Das ist total spannend“, freut sich die Barnstorferin über die neue Erfahrung. Zur Überraschung hat sie gleich mehrere Einsätze. Sie bindet sich die Haare zusammen, benutzt ein Kopftuch oder zieht eine andere Jacke an, um dann als neue Passantin durch das Bild zu laufen. „Das wusste ich bisher nicht, dass es oft dieselben Personen im Hintergrund sind. Seitdem achte ich mehr auf Komparsen im Fernsehen.“

Was die „lebenden Requisiten“ mitbringen müssen, ist Disziplin, aber auch reichlich Geduld. „Viel Warterei“, sagt Oelmann. Szenen werden bis ins Detail arrangiert, dann gibt es Klärungsbedarf im Drehteam und immer wieder Umbaupausen. Das bietet aber auch Gelegenheit für einen kurzen Plausch. Zum Beispiel mit Oliver Mommsen alias Hauptkommissar Stedefreund: „Er ist sehr nett, total offen, ganz normal“, schildert Oelmann ihre Begegnung mit dem berühmten Schauspieler, der mit Sabine Postel (Inga Lürsen) das Ermittler-Duo im Bremer „Tatort“ bildet.

In der Folge „Der hundertste Affe“ werden die Kommissare in einen Krisenstab beordert. Erpresser fordern die Freilassung eines inhaftierten Biochemikers, der an gentechnisch verändertem Saatgut geforscht hat. Die Täter gehen nicht nur professionell vor, sondern scheinen auch zu allem bereit. Schon bald erkennen Lürsen und Stedefreund, dass sie Bremen vor einem katastrophalen Anschlag bewahren müssen. So viel zur Ausgangssituation. Die komplette Geschichte gibt es dann am Pfingstsonntag nächsten Jahres. Pünktlich um 20.15 Uhr in der ARD. Elke Oelmann ist schon jetzt gespannt auf „ihren“ ersten „Tatort“.

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