Umleitung belastet Verkehr in Drebber / Iven: Kreis kommt für Schäden auf

Einwohner schlagen Alarm: „Das ist eine Katastrophe!“

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Auf dem Fußweg an der Hauptstraße in Drebber hat der Schwerlastverkehr bereits deutliche Spuren hinterlassen.

Drebber - Von Thomas Speckmann. „Das ist eine Katastrophe!“ – Gastwirt Ingo Halfbrodt schüttelt fassungslos mit dem Kopf, wenn er vor seine Haustür tritt und die rollende Verkehrslawine auf der Hauptstraße in Drebber sieht. Seit Wochenbeginn dient die Ortsdurchfahrt als Umleitungsstrecke. Insbesondere beim Schwerlastverkehr kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen auf der beengten Fahrbahn.

Auslöser für das erhöhte Verkehrsaufkommen sind die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 51 in Diepholz. Zwischen den Kreisverkehren Sankt Hülfe und Falkenhardt wird in diesen Tagen die Fahrbahn erneuert. Der überregionale Verkehr muss über die Kreisstraße 30 zwischen Drebber und Aschen sowie die Bundesstraße 69 fließen. Und das ist nicht wenig, wie die Anlieger der Hauptstraße berichten.

Frisör Ludwig Oelstrom hat vor allem den Einmündungsbereich zur Bundesstraße 51 im Auge. Hier wird es ganz eng, wenn sich zwei Lastwagen beim Abbiegen in die Quere kommen. Da müssen die Fahrer zum Teil zurücksetzen oder in den Nebenraum ausweichen. Die schweren Fahrzeuge geraten dabei immer wieder auf den gepflasterten Fußweg an der Hauptstraße.

„Viel zu eng“

Auch im weiteren Verlauf der kurvenreichen Ortsdurchfahrt gibt es immer wieder Probleme. Als Gefahrenpunkt hat Ingo Halfbrodt die unübersichtliche und zudem verengte Kurve vor seinem Gasthaus ausgemacht. „Das ist für die Lkw-Fahrer schwer einzusehen, sie gehen hier in die Eisen“, sagt der Anwohner. Eine zusätzliche Gefahr gebe es in Höhe der unweit entfernten Bushaltestelle. Dort müssten die Kinder morgens im Dunkeln aufpassen, damit sie nicht angefahren würden.

„Das ist alles viel zu eng und schwierig für die Lastwagen“, sagt Landwirt Stefan Flemer-Rensmeyer, der mit schwerem Gerät häufiger durch die Ortschaft fährt. Er rät dazu, vorsichtig zu fahren, notfalls auch mal anzuhalten, wenn es zum Begegnungsverkehr auf der Hauptstraße kommt. Sie ist damals bei ihrer Sanierung verengt worden, um damit einen Beitrag zur Verkehrsberuhigung zu leisten. Was Flemer-Rensmeyer ärgert, sind mögliche Schäden im Straßenraum. Als Ratsherr hat er hier die Sanierungskosten im Blick: „Anlieger und Gemeinde dürfen nicht darauf sitzen bleiben.“

Aufhebung der Umleitung in Sicht

Bürgermeister Friedrich Iven hat das Thema auf dem Schirm. Mit der Umleitung müssten die Gemeinde Drebber und ihre Einwohner notgedrungen leben. Das ließe sich verkehrstechnisch nicht anders regeln, sagt der erfahrene Straßenbaumeister. Aber was die etwaige Instandsetzung von Fahrbahn und Gehwegen betrifft, werde die Kommune an die zuständige Behörde herantreten.

„Wir werden nicht an den Kosten beteiligt. Das ist Sache des Landkreises beziehungsweise des Straßenbauamtes, die die Umleitungsstrecke erstellt und ausgewiesen haben“, betont der Bürgermeister. Er sei mit dem Landkreis Diepholz als Träger der Kreisstraße in Kontakt getreten, damit etwaige Schadstellen aufgenommen werden. Iven hofft, dass die Umleitung zum Wochenende aufgehoben werden kann. Dann soll – zumindest verkehrstechnisch – wieder Ruhe in Drebber einkehren.

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