Kameradschaften im Altkreis Diepholz feiern Verbandsfest in Dörpel / Ehrungen und Preise

Im Einsatz für den Frieden

Am Denkmal in Dörpel legten die Kameradschaften vor Beginn des Festes einen Kranz nieder. Foto: Brauns-Bömermann

Dörpel – Einmal um den Dorfsee und seinen Strand, nicht zum Vergnügen, sondern gegen das Vergessen der Opfer der Weltkriege. Damit startete das Verbandsfest des Kreisverband Altkreis Diepholz (ehemals Kyffhäuser) der niedersächsischen Kameradschaftsvereinigung in Dörpel.

Der Umzug der fünf Kameradschaften (Donstorf-Dörpel, Sankt Hülfe-Heede, Barver, Cornau, Drentwede) mit Musik des BBC (Barver Bläser Chor) und die Worte von 2. Kreisvorsitzendem Peter Mallwitz am Denkmal und zur Eröffnung des Festes im Saal Warnke zeigten viel Gewicht.

„Wir stehen hier am Denkmal des Irrsinns, der 1939 begann und an dem die Deutschen nicht unschuldig sind. Ich hoffe, dass dieses Denkmal niemals erweitert werden muss.“

Er setzte nach: „Ich wüsste auch gar nicht, ob dann noch jemand da wäre, es zu pflegen.“ Mit den Worten bekannte sich der Verband klar zur originalen Aufgabe des als Volksbund gegründeten Organisation deutscher Kriegsgräberfürsorge. „Vor 100 Jahren gründeten 19 Männer am 19. September den Volksbund. Das klingt altmodisch, heute würde man wohl eher „Bürgerinitiative“ dazu sagen, weil die damalige Regierung nicht in der Lage war, die Gräber der Gefallenen zu pflegen.“ Heute ist der Sitz in Kassel, die Mitgliederzahl sei um 40 Prozent auf 100 000 gesunken, das Durchschnittsalter liegt bei 73 Jahren und neue Mitglieder seien im Schnitt 52 Jahre alt. Keine guten Prognosen meinte Mallwitz, obwohl immer noch Kriegsgräber im Ausland gefunden würden, wie letztes Jahr in Weißrussland. „Junge Menschen und Soldaten pflegen im Ausland Gräber und zeigen damit, dass Deutschland sich seiner Vergangenheit bewusst ist.“

Die Thematik unterstrich auch stellvertretender Landrat Volker Meyer: „Man muss die Vergangenheit kennen, um Zukunft zu gestalten. Das tun Sie.“ Im Vordergrund ständen beim Verband viele soziale Belange. Ehrengast Marcel Scharrelmann (Mitglied des Landtages) betonte: „Wir als Politiker müssen vor allem zuhören und im besten Fall umsetzen.“ Er benannte als Beispiele der nahen Vergangenheit in Bezug auf die Entlastung von Vereinen und Ehrenamtlichen: Die Erhöhung der Ehrenamtspauschale, Aufstockung der Vergütung für Übungsleiter und Steuererleichterungen für Vereine.

Für Theo Amelung als stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister war wichtig: „Haltet zusammen.“ Eydelstedts Bürgermeister Friedrich Bokelmann wertete die Arbeit des Verbandes als „Erinnerungskultur“ und „damit uns rechtsradikales Gedankengut nicht wieder ins Elend stürzt.“

Vor dem gemeinsamen Fest gab es noch Preise, Pokale und Ehrungen vom aktuellen Vorstand mit 2. Vorsitzenden Peter Mallwitz, Geschäftsführerin Silke Husmann, den ersten und zweiten Schießwarten Henry Wowerat und Hartmut Abeling. Kreisehrenvorsitzender des Verband Altkreis Diepholz Karl-Heinz Seißenschmidt verlieh Hartmut Abeling das Ehrenkreuz in Silber am Bande. In Anerkennung ihrer Verdienste erhielten Axel Sielaff, Verena und Heinz-Ludwig Niebuhr den Kreisorden des Verbandes Altkreis Diepholz.

Neue Kreiskönigin ist Andrea Wowerat (Drentwede) vor Vize Heiner Blome von der Kameradschaft Sankt Hülfe-Heede.  sbb

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