Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Wintershall startet weitere Untersuchungen für Projekt „Düste Z10“

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Bei einer Bohrung im Jahr 2012 wurden erhebliche Fördergemengen an Erdgas entdeckt.

Barnstorf – Nach langem Stillstand herrscht wieder Betrieb auf der Bohrstelle vor den Toren Barnstorfs. Der heimische Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall hat schweres Geschütz auf dem Gelände am Peperweg aufgefahren, um weitere Erkenntnisse für das Tight-Gas-Projekt „Düste Z10“ zu sammeln. Sie sollen Aufschluss über eine mögliche Umsetzung des Vorhabens geben, das aufgrund der Fracking-Methode bereits vor einigen Jahren kontrovers diskutiert wurde.

Angetrieben wird das Unternehmen von der Aussicht auf erhebliche Fördermengen, die bei einer Bohrung vor etwa sieben Jahren entdeckt wurden. Dabei drangen die Arbeiter in Erdschichten in mehr als 4 000 Metern Tiefe vor. Erste Schätzungen gehen von 40 Milliarden Kubikmetern Erdgas in der gesamten Lagerstätte aus, von denen im besten Fall etwa zehn Milliarden Kubikmeter förderbar wären.

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen stellt sich jedoch die Frage, ob sich die Förderung des Tight-Gases, das in Gesteinsschichten aus besonders dichtem Sandstein lagert, für Wintershall überhaupt lohnt. „Wir prüfen derzeit noch, ob Düste Z10 wirtschaftlich umgesetzt werden könnte beziehungsweise überhaupt machbar ist. Dafür müssen wir weitere Informationen gewinnen“, erklärt Pressesprecher Mark Krümpel mit Blick auf die aktuellen Arbeiten in der Lagerstätte.

Arbeiten sollen etwa zwei Wochen dauern

Für das Unternehmen geht es also darum, weitere Erkenntnisse über die Bohrung zu gewinnen. Konkret sind das Daten zu Gas- und Flüssigkeitsgehalt sowie Spannungszustand der Lagerstätte, wie Krümpel erläutert: „Diese Informationen benötigen wir, um eine optimale Modellierung der Lagerstätte zu erstellen und das Fließverhalten des Erdgases zu berechnen – eine wichtige Grundlage, um eine mögliche Produktion aus der Lagerstätte Düste Z10 prüfen zu können.“

Sofern das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten etwa zwei Wochen dauern. Dabei kommt eine sogenannte Coiled-Tubing-Anlage zum Einsatz. Sie besteht aus einem Kran, über den ein Wickelrohr in die Bohrung eingebracht wird. Mit einer erhöhten Lärmbelästigung ist dabei nicht zu rechnen, so der Pressesprecher. Einzige Ausnahme: Voraussichtlich am 15. Januar wird eine lautstarke Pumpe für wenige Stunden tagsüber betrieben. Darüber hinaus kann es zu routinemäßigen Fackeltätigkeiten kommen.

Antrag sollte bereits 2017 gestellt werden

„Auf Basis der gewonnenen Messdaten analysieren unsere Experten dann in den folgenden Monaten intern, ob eine Entwicklung machbar und wirtschaftlich sinnvoll ist“, so Krümpel. Sofern das Unternehmen zu dem Entschluss kommt, dass das Tight-Gas aus der konventionellen Lagerstätte gefördert werden soll, wäre eine Genehmigung durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie erforderlich. Der entsprechende Antrag sei bisher noch nicht gestellt worden, erklärt Krümpel auf Nachfrage.

Ursprünglich sollte dieser Antrag bereits im Jahr 2017 gestellt werden, wie Vorstandsmitglied Martin Bachmann damals am Rande des Jahrespressegespräches gegenüber unserer Zeitung angekündigte. Das Unternehmen hatte zu diesem Zeitpunkt auf detaillierte Ausführungsbestimmungen für das neue Fracking-Gesetz gewartet, das zuvor vom Bundestag auf den Weg gebracht worden war. Die finalen Rahmenbedingungen für die Antragstellung seien immer noch unklar, hieß es.

Nachdem die Förderpläne mehrere Jahre auf Eis gelegen haben, soll sich nun zeigen, ob das millionenschwere Vorhaben in die Tat umgesetzt wird. Die Fusion von Wintershall und Dea, die vor Jahresfrist von den beiden Mutterkonzernen vertraglich vereinbart wurde und nun im Detail ausgearbeitet wird, hat dabei offenbar keinen Einfluss auf das laufende Verfahren. „Das Projekt wäre mit oder ohne Zusammenschluss mit Dea auf demselben Stand“, erklärt Krümpel.

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