Hospizverein Barnstorf besteht seit zehn Jahren

„Eine Arbeit, die Anerkennung verdient“

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Fast alle, der in den Jahren 2008 und 2009 ausgebildeten Hospizbegleiterinnen des Hospizvereins Barnstorf, (in Klammern die Vorstandspositionen; v.l.): Sylke Gück (stellvertretende Vorsitzende und ehrenamtliche Koordinatorin), Beate Kenneweg, Brunhild Koop-Lampe, Ilka Strehlow (erste Vorsitzende), Heidrun Oetting (Beisitzerin), Renate Meier, Elisabeth Pudel, Ramona Mende, Karin Grunz, Christiane Roth (Schriftführerin), Karin Ripking und Renate Wahlers (Beisitzerin).

Barnstorf - Zehn Jahre Hospizverein Barnstorf: Zu einem harmonischen „Familientreffen“ konnte die erste Vorsitzende, Pastorin Ilka Strehlow, zahlreiche Mitglieder und geladene Gäste im katholischen Pfarrhaus in Barnstorf begrüßen.

Zehn Jahre ist es nun her, dass eine schon 1987 eingebrachte Anregung von Anita Lammermann, aufgrund persönlicher Erfahrungen in der Familie, zur Gründung des Vereins durch Doris Freundt-Binnewies und Sylke Gück führte.

Pfarrer Michael Lier als Hausherr gab in seinem Grußwort seiner Freude Ausdruck, dass der Hospizverein seine Heimat im katholischen Pfarrhaus von Barnstorf gefunden hat und dort auch seine Treffen und Weiterbildungen durchführt.

Als Bezug zur Hospizarbeit zitierte er das Lutherwort: „Mitten wir im Leben sind, mit dem Tod umfangen..“ das uns darauf hinweist, dass das Sterben zum Leben gehört und für jeden unausweichlich ist.

Das Verdienst eines Hospizvereins sei es „das Sterben nicht aus der Gesellschaft zu verdrängen“ und „das Sterben nicht zu kaschieren“. Dieser Aufgabe stelle sich der Barnstorfer Hospizverein seit seiner Gründung mit gutem Erfolg.

Die im katholischen Pfarrhaus von den Betreuerinnen des Hospizvereins angebotenen Trauerfrühstücke dienten Betroffenen dazu, ins Gespräch zu kommen und im Gespräch zu bleiben. Er und seine Gemeinde seien stolz und glücklich, dafür Gastgeber sein zu dürfen.

Lier sprach dem Hospizverein den Glückwunsch zum Geburtstag aus und wünschte weiterhin Gottes Segen.

„Sterben außer Haus“ zur Normalität geworden

Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers stellte fest, dass die Hospizarbeit fest in den Händen der Frauen sei. Die große Mehrheit der Anwesenden und sämtliche aktiven Mitarbeiter seien Frauen. Er empfand das als Aufforderung an die Männer, sich auch dieser Herausforderung mehr zu stellen.

Tod und Sterben sei früher ein gesellschaftliches Tabu gewesen. Man starb oft in dem Hause, in dem man geboren worden war, und die Angehörigen begleiteten einen ein Leben lang in Höhen und Tiefen, ohne dass davon, was sich im Inneren an Leid abspielte, viel nach außen drang.

Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels sei aber das „Sterben außer Haus“ zur Normalität und die Notwendigkeit der Betreuung durch „Fremde“ immer größer geworden. Aber auch in diesem Fall sei nicht nur Bedauern und Trauer im Leid angesagt, sondern ebenso das Lachen, obwohl einem manchmal nicht unbedingt danach ist.

Das sei nun die Leistung, die die Betreuerinnen des Hospizvereins ausgezeichnet erbringen, und die großes Lob und Anerkennung verdiene. Zur Unterstützung dieser Arbeit überreichte Lübbers einen Zuschuss der Gemeinde an die Vorsitzende.

„Zeit zu schenken“ als Ziel 

In ihrem Rückblick auf die Arbeit des Hospizvereins seit seiner Gründung stellte 1. Vorsitzende, Pastorin Ilka Strehlow zunächst einen kleinen „Handschmeichlerstein“ vor, der sowohl den Betreuten als auch den Betreuerinnen oft schon geholfen hat, wenn die Worte fehlten.

Die Hospizarbeit sei mehr als pflegerische Versorgung, sondern es gehe in erster Linie darum, „Zeit zu schenken“, was in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit ein wertvolles und selten gewordenes Gut sei.

Nach der Gründung des Vereins 2007 wurden in den Jahren 2008 und 2009 zwei Kurse zur Hospizbetreuung durchgeführt und es freue sie, dass fast alle Teilnehmerinnen von damals noch heute zu dem 15köpfigen aktiven Betreuerteam dazugehörten. Insgesamt hat der Verein nun 40 Mitglieder und finanziert sich aus Beiträgen und Spenden. Zunächst hatte der Hospizverein keine Anfragen für Hospizdienste, was sich erst durch die Palliativbewegung änderte. Das „Trauerfrühstück“ das jeden zweiten Samstag jeden zweiten Monats im katholischen Pfarrhaus für Angehörige und Hinterbliebene stattfindet, fand dagegen bald zunehmenden Zuspruch. Erwähnenswert sei, dass ein Großteil der Teilnehmer(innen) nicht aus Barnstorf, sondern aus den umliegenden Gemeinden und Städten kämen. Vermutlich ist es dort anders herum.

Auch die Zusammenarbeit mit den Hospizvereinen der umliegenden Städte und Gemeinden ist mit den Jahren immer enger geworden und die Weiterbildungen werden nun oft gemeinsam durchgeführt.

Umrahmt von unaufdringlichem Harfenspiel

Umrahmt wurde das Fest musikalisch vom unaufdringlichen Harfenspiel von Britta Wortmann von der „Märchentruhe“ aus Bassum.

Nach einem leckeren Imbiss boten Marianne Lohaus und Leta Henderson in der Kirche nebenan ein äußerst hörenswertes Konzert vor den fast vollbesetzten Bankreihen.

Unter der Überschrift „Von heute bis morgen ist eine lange Reise“ bot Marianne Lohaus mit ihrem glockenreinen Sopran mit der Begleitung von Leta Henderson an der Hammond – Orgel eine Reise durch die Nacht, die „nicht allein zum Schlafen“ da ist.

Von „Der Mond ist aufgegangen“ über den “Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ und „Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht“ wurden bei den Zuhörern viele Assoziationen und Erinnerungen an das geweckt, was ihnen schon des Nachts oder im Traum widerfahren ist.

Die einzelnen Stücke wurden von Leta Henderson mit einfühlsamen Worten verbunden und unter anderem die Stücke „Ihr von Morgen“ und „Bis ans Ende meiner Lieder“ von Udo Jürgens ließen das Auditorium nachdenklich stimmen.

Brausender, lang anhaltender und verdienter Applaus ließen den Künstlerinnen keinen Ausweg von der abschließenden Zugabe „Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein“. 

 wz

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