„Aus Barnstorf nicht mehr wegzudenken“

„Eine absolute Erfolgsgeschichte“ - Interessengemeinschaft Gesundes Leben feiert 30-jähriges Bestehen

Die jungen Künstler des Zirkus Barbarella wirbelten auf dem Außengelände.

„Wir bringen Menschen zusammen“, das hat sich die Interessengemeinschaft Gesundes Leben (Igel) auf ihre Fahren geschrieben. Aus Anlass des 30. Geburtstags des Vereins hatte der Igel – wie schon kurz berichtet – zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen.

Barnstorf – Eingeläutet wurde dieser mit einem Empfang für geladene Gäste und mit einem gemeinsamen „Happy Birthday, lieber Igel“. In einer Art Gemeinschaftsarbeit begrüßten Vorsitzender Johann Knake und seine Vorstandskollegen die Gäste, darunter ganz besonders die Gründungsmitglieder des Vereins. Vertreter aus Politik, Verwaltung und aus der heimischen Wirtschaft waren unter den Gästen ebenso wie Mitarbeiter, Vereinsmitglieder und Nachbarn.

„Der Igel ist eine absolute Erfolgsgeschichte“, resümierte Johann Knake, „und aus Barnstorf nicht mehr wegzudenken.“ Und der Igel ist den Kinderschuhen entwachsen: Aus dem kleinen Verein sei über die Jahre ein kleines Unternehmen geworden.

Knake wies auf die neue Möglichkeit der Fördermitgliedschaft für Unternehmen hin. Damit sei man in der Geschäftswelt auf offene Ohren gestoßen. Denn nur wenn es gelinge, neue Mittel zu erschließen, könne langfristig die Angebotspalette so aufrechterhalten werden.

Bundestagsabgeordneter (und Igel-Mitglied) Axel Knoerig erinnerte an die Anfänge des Vereins mit gerade etwa einem Dutzend engagierter Bürger und dem Gesundheitsladen.

Er berichtete, dass der Gesetzentwurf zur Finanzierung der Krebsberatungsstellen in der Beratung sei. Es könnte dann voraussichtlich in einem halben bis Dreivierteljahr in Kraft treten. Und auch was das Mehrgenerationenhaus betrifft, so soll es über das Ende der aktuellen Förderperiode 2020 eine Lösung geben. Knoerig: „Wir können stolz sein auf das, was geleistet wird, macht weiter so!“

Auf die Krebsberatungsstelle ging auch Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landrat Volker Meyer ein: „Solche Einrichtungen gehören genauso in den ländlichen Raum wie in die Stadt.“

Fachbereichsleiterin Frauke Brüning, die den terminlich verhinderten Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers vertrat, hatte aus den Akten und Aufzeichnungen des Vereins einiges Interessantes herausgefischt.

Der erste Förderantrag 1992 zielte auf Kopierkosten für Programme und einen neuen Anrufbeantworter.

Sie berichtete, dass die erste Förderung für den Verein seitens der Kommune in den ersten beiden Jahren 200 DM jährlich betragen hatte. 2010 hatte sich der Zuschuss von der Samtgemeinde schon auf 15 000 Euro erhöht.

„Igel“ in Barnstorf feiert 30-jähriges Bestehen

„Igel“ in Barnstorf feiert 30-jähriges Bestehen
 © Sven Reckmann
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Brüning erinnerte an den Ratsbeschluss zum Bau des Mehrgenerationenhauses und zeigte sich stolz auf die große Angebotsvielfalt, die entstanden sei. Als einen persönlichen Wunsch formulierte sie, dass der „stachlige Igel“ sich im Bereich der Gesundheitsförderung wieder etwas stärker positionieren möge.

Fleckensbürgermeister Elke Oelmann erinnerte an viele Veranstaltungen in den zurückliegenden Jahren unter dem Dach des Igel. Menschen bekommen hier Beratung und neuen Lebensmut, „dafür unseren Dank und Wertschätzung“. „Ich hoffe, dass wir in diese Nähe und diesem Miteinander weiterarbeiten können.“

Was einen Unternehmer dazu bewegt, die Unternehmens-Partnerschaft einzugehen, erklärte Alois Koop-Brinkmann aus Drebber in seiner Ansprache. Es gehe dabei nicht um den „Return of Invest“. Der Igel bringe Hilfe und Hilfsbedürftige zusammen. „Wir investieren in Menschen und in die Gemeinschaft“.

Ein schriftliches Grußwort hatte der FDP-Bundestagsabgeordnete Matthias Seestern-Pauly zugesendet: „Mehrgenerationenhäuser verbinden die Menschen wie kaum ein anderer Ort“, schrieb er.

Alle Redner bedankten sich bei den vielen Mitarbeitern, die ganz gleich, ob ehrenamtlich oder hauptamtlich, den Igel und sein Angebot tragen. „Sie sind der Herzschlag dieses Hauses“, unterstrich Wilhelm Dieke vom Igel-Vorstand.

Tombola, Musikquiz und Bastelangebote gab es zu entdecken, die unterschiedlichen Einrichtungen wie Kibis, Krebsberatungsstelle oder Krippe stellten sich vor. Im Obergeschoss weckte eine Ausstellung zur Igel-Historie Erinnerungen an den Weg, den der Verein in den vergangenen Jahrzehnten bewältigt hatte.

Draußen, auf der abgesperrten Dr. Rudolf Dunger Straße, war derweil „Barnstorfs bunteste Kaffeetafel“ ausgebreitet; Besucher waren aufgefordert, ihr eigenes Geschirr mitzubringen, um symbolisch die Vielfältigkeit der Igel-Arbeit und der Menschen darzustellen.

Dazwischen wirbelten die jungen Artisten vom Zirkus Barbarella. Menschen „aus aller Herren Länder“ genossen auf den Bänken den Kuchen und die Darbietungen im Sonnenschein und waren im Gespräch miteinander.

„Das ist Igel im besten Sinne“, meinte Vorstandsmitglied Michael Bruhns und zog ein positives Fazit des Tages.

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