Bewerbung für den Vorentscheid

Eigenes Friedenslied für den Eurovision Song Contest

Seine Wurzeln hat Werner Warnke in Dörpel. Nun wohnt er gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Aevermann in der Lüneburger Heide. Mit dem Lied „Golaida“ hat sich das Paar für den deutschen Vorentscheid des weltweit größten Musikwettbewerbs beworben.

Dörpel/Suderburg - Von Thomas Speckmann. Die zwölf Punkte aus seinem alten Heimatort Dörpel wären ihm vermutlich sicher. Doch erst einmal muss Werner Warnke mit seiner Frau Sylvia den Sprung auf die große Bühne schaffen. Sie bewerben sich aktuell um eine Teilnahme am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC).

Mit einem gemeinsam geschriebenen Lied möchte das Ehepaar die deutsche Fahne beim weltweit größten Musikwettbewerb am 12. Mai 2018 in Lissabon vertreten.

„Schlechter als in den letzten Jahren kann es nicht mehr werden“, sagt Werner Warnke, der ein großer Fan des traditionsreichen Wettbewerbs ist. Im Mai dieses Jahres hat der 61-jährige Frührentner wie Millionen Zuschauer an den Fernsehbildschirmen mit anschauen müssen, wie Deutschland, vertreten durch Levina mit „Perfect Life“, auf dem vorletzten Platz landete. „Da würden wir mit unserem Lied wahrscheinlich auch nicht schlechter abschneiden“, sagen die Eheleute.

Songtitel „Golaida“

Ihr Lied trägt den Titel „Golaida“. Es ist eine Hommage an die Geburtsstätte der Langobarden, also des bekannten Germanen-Stammes, der in der Lüneburger Heide beheimatet war. Eine Region, die auch Werner Warnke schätzen gelernt hat, seitdem er aus der Samtgemeinde Barnstorf weggezogen ist. Seit zehn Jahren lebt er mit seiner Frau in der 4 500-Seelen-Gemeinde Suderburg.

„Lango, Lango, Langobarden. Unsere Ahnen Elbgermanen“, heißt es in dem eingängigen Refrain. Sylvia Aevermann (50), die als freischaffende Künstlerin tätig ist, erläutert die Geschichte des selbst verfassten Songtextes, der teilweise sogar auf Latein vorgetragen wird: „Es geht um den Sieg der Langobarden über die in ihr Stammesgebiet einfallenden Vandalen. Als diese vertrieben sind, gibt es keine Gewalt mehr. Niemand wird unterdrückt, es herrscht Frieden.“

„Unser Song soll eine Botschaft des Friedens sein“, unterstreicht das Ehepaar. Eine eindringliche Botschaft, die über Grenzen hinaus reicht und schon einmal bei dem europäischen Gesangswettbewerb für Furore gesorgt hat. Wer erinnert sich nicht an Nicole, die sich im Jahr 1982 mit dem von Ralph Siegel komponierten Klassiker „Ein bisschen Frieden“ in die Herzen des Publikums sang und den ersten Platz beim „Grand Prix de la Chanson d’Eurovision“ eroberte?

Reicht das Talent?

Ob es das aktuelle Bewerberduo mit dem Talent der berühmten Sängerin aufnehmen kann ist, eine andere Frage. Obwohl: Werner Warnke hat mit dem Schlager „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Karat bereits einmal einen Gesangswettbewerb gewonnen. „Das ist aber schon 40 Jahre her, damals bei Leifi in Cornau“, schmunzelt der gebürtige Dörpeler. Den Sieg habe er wohl seinen Bekannten zu verdanken, die sich bei der Abstimmung in der Discothek in der Überzahl befunden hätten. Der Preis: 100 D-Mark und eine Flasche Bacardi.

Gesangs- oder Klavierunterricht habe er nie gehabt, geschweige denn könne er Noten lesen, gibt der gelernte Bürokaufmann in Handwerksbetrieben unumwunden zu. Aber das steht seiner Liebe zur Musik natürlich nicht im Wege. So ist ihm in einem ruhigen Moment in der Natur auch die Melodie für „Golaida“ zugeflogen. „Das kam von innen heraus, wie eine Eingebung“, berichtet der 61-Jährige.

Ihr gemeinsames Lied haben die Eheleute vor einigen Monaten das erste Mal öffentlich präsentiert. Bei der Ausstellung „Land Art“ in Hösseringen soll es kräftigen Beifall gegeben haben. Der Zuspruch hat offenbar Mut gemacht, den nächsten Schritt zu wagen. Das selbst gedrehte Video mit einer A-cappella-Version, das auch bei „Youtube“ im Internet zu sehen ist, haben die Bewerber vor wenigen Tagen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) eingereicht.

Jury trifft Vorauswahl

Aus allen Kandidaten wird eine Jury 20 mögliche Teilnehmer auswählen. Mit ihnen will der NDR dann im Studio arbeiten, um ihren Gesang und ihre Bühnenpräsenz optimal beurteilen zu können. Auf Basis dieser Ergebnisse werden dann die fünf Teilnehmer für den deutschen Vorentscheid bestimmt. Sollten Werner Warnke und Sylvia Aevermann dabei sein, bräuchten sie noch instrumentale Begleitung. Sie haben bereits verschiedene Bands und Musiker angesprochen, ob sie im Erfolgsfall bei dem Projekt mitwirken würden.

Das Duo geht recht locker an die Sache heran und rechnet sich im Falle eines Auftritts vor großem Publikum durchaus Chancen aus. „Nach der zweiten Strophe werden die Zuschauer in der Halle garantiert mitsingen“, ist sich Werner Warnke sicher. Und wenn´s nicht klappt mit der Teilnahme am ESC? „Dann schauen wir wieder von zuhause auf dem Sofa zu und drücken unserer Konkurrenz die Daumen.“

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