Modellbetrieb in Dörpel nimmt Gewässerschutzberatung in Anspruch

Effiziente Düngung soll die Nitrateinträge verringern

+
Landwirt Lutz Imhof (Mitte) und sein Mitarbeiter Olaf Ansorge (links) nehmen die Dienste der Landwirtschaftskammer in Anspruch. Wasserschutzberater Bernd Eilers überreicht dem Modellbetrieb zur Anerkennung ein Hofschild. 

Dörpel - Von Thomas Speckmann. Eine neue Verordnung soll dafür sorgen, eine pflanzengerechtere Düngung in der Landwirtschaft zu erreichen und gleichzeitig die Nitratbelastung von Grundwasser zu reduzieren.

Einige Betriebe müssen seit der Einführung zusätzliche Bedarfsermittlungen und Bilanzen erstellen. Für Landwirt Lutz Imhof aus Dörpel sind solche Dokumentationen bereits gängige Praxis. Sein Hof ist einer von aktuell 15 Modellbetrieben in der Region, die auf freiwilliger Basis eine Gewässerschutzberatung in Anspruch nehmen.

Ein Hofschild mit der Aufschrift „Wir machen mit!“ kennzeichnet die Betriebe, die sich aktiv an der Maßnahme beteiligen. Gefördert wird das gesamte Projekt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Um die Umsetzung und Betreuung vor Ort kümmert sich die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, vertreten durch Wasserschutzberater Bernd Eilers und seine Kollegen, mit denen Lutz Imhof einen regelmäßigen Informationsaustausch pflegt.

„Arbeit effizienter und ökologischer machen“

„Grundwasser- und Gewässerschutz ist ein großes Anliegen der Landwirtschaft“, unterstreicht der Landwirt aus Dörpel. Er macht keinen Hehl daraus, dass sein Berufsstand immer wieder in die Kritik gerät, wenn es um zu hohe Nitratbelastungen des Grundwassers geht. Dabei werde aber oft verkannt, dass sich zahlreiche Landwirte mit diesem Thema intensiv auseinandersetzen und einen sorgfältigen Umgang mit Düngemitteln anstreben würden.

Welche Bedeutung die Düngung auf Boden und Wasser hat, will der heimische Agrar-Betriebswirt durch die von Fachleuten begleitete Orientierung an der Wasserrahmenrichtlinie in der Praxis aufzeigen. „Unser Ziel ist es, die Arbeit effizienter und ökologischer zu machen“, sagt Imhof. Durch die gezielten Untersuchungen der Boden- und Wasserwerte ließen sich neue Strategien entwickeln. Die Betriebe könnten aus Fehlern der Vergangenheit lernen, um es in Zukunft besser und wasserschonender zu machen.

Alte Düngegewohnheiten hinterfragen

„Es geht darum, die Arbeit der Betriebe möglichst effizient und ertragsorientiert zu gestalten und dabei gleichzeitig die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie einzuhalten“, fügt Bernd Eilers hinzu. Viele Landwirte würden immer noch nach alter Gewohnheit düngen und die Menge des Düngemittels dem Bedarf in der Wachstumsphase nicht richtig anpassen. „Wir wollen, dass die Leute das hinterfragen und sich mehr um die ökologischen Folgen sorgen“, unterstreicht der Wasserschutzberater.

Die EU-Richtlinie sieht vor, dass nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser vorhanden sein dürfen. Doch viele Grundwasserproben überschreiten diese Werte noch immer. Der Grenzwert hätte bereits im Jahr 2015 eingehalten werden sollen. Aktuell befindet sich die Regelung aber in einer sechsjährigen Verlängerung bis 2021. „Um die Vorgaben jetzt endlich umzusetzen, gibt es unser Beratungsprogramm“, so Eilers.

Datenbasiertes Düngen

Die Vertreter der Landwirtschaftskammer überprüfen die Werte, indem sie im Frühjahr und im Herbst Bodenproben auf den Feldern der Modellbetriebe entnehmen und diese auf mineralischen Stickstoff untersuchen. Das gilt auch für den Hof von Imhof, der auf seinen Flächen vorwiegend Getreide, Mais und Möhren anbaut. Die gesammelten Daten werden mit den Düngemengen abgeglichen, die von den Landwirten auf dem Acker aufgebracht werden. Daraus lassen sich dann wertvolle Schlüsse ziehen.

Den zusätzlichen Zeitaufwand für die Kommunikation nimmt Imhof gern in Kauf. „Mit den Ergebnissen können wir schneller und besser reagieren“, nennt der Landwirt einen großen Vorteil für seinen Betrieb. Somit ließe sich etwa eine Überdüngung frühzeitig erkennen und entsprechend gegensteuern. Das komme nicht nur der Umwelt zugute, sondern wirke sich auch positiv auf den Geldbeutel aus.

Wichtig ist den Beteiligten vor allem die Sensibilisierung für den Wasserschutz. Darum bezieht die Landwirtschaftskammer auch angehende Landwirte in das Projekt ein. Bei Betriebs- und Feldbesuchen sollen Berufsschüler erfahren, wie Nitrateinträge vermindert werden können. „Das soll frühzeitig Aufmerksamkeit für das Thema schaffen“, sagt Eilers. Ähnlich wie die Hofschilder, die die beteiligten Höfe in den Landkreisen Diepholz, Vechta und Oldenburg schmücken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Diese Dinge sollten Sie schleunigst aus Ihrem Wohnzimmer entfernen

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Deichbrand-Festival: Party am Freitag

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Deichbrand Festival am Freitag: Beste Stimmung unter den Festivalisten

Meistgelesene Artikel

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Twistringer Schützenkommers feiert Glückspilz Kathmann

Kompaktsanierung der KGS Leeste gestartet

Kompaktsanierung der KGS Leeste gestartet

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

Lastwagen, Kleinwagen und Sprinter krachen auf der B 51 ineinander

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Viele junge Bäume in Syke hängen am 75-Liter-Tropf

Kommentare