Meinung der Bürger gefragt

Skulptur soll Platz im Barnstorfer Ortskern finden

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Feinarbeit mit der Motorsäge: Bildhauer Uwe Oswald stellt insgesamt fünf Holzskulpturen her. Sie stellen einen wesentlichen Bestandteil des Kunstobjektes dar.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Skulptur mit dem Titel „Drinnen und Draußen“ nimmt langsam Konturen an. Bildhauer Uwe Oswald ist damit beschäftigt, die ersten Teile für das große Kunstwerk herzustellen. Doch wo das Objekt in Zukunft stehen soll, ist zurzeit noch unklar.

Der Rat des Fleckens Barnstorf will zunächst ein Meinungsbild aus der Bevölkerung haben, bevor er eine Entscheidung fällt. Die Verwaltungsausschuss des Fleckens Barnstorf habe in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass die Bürger bei der Standortfrage beteiligt werden sollen, berichtet Fachbereichsleiterin Frauke Brüning. 

Die Politik hat mehrere Vorschläge erarbeitet, die zur Diskussion gestellt werden. Bindend soll das öffentliche Meinungsbild aber nicht sein. Die endgültige Entscheidung behält sich die Politik vor.

Ein Modell der Skulptur mit dem Titel „Drinnen und Draußen“.

Fest steht bereits jetzt, dass die „Kunst im öffentlichen Raum“ ihrem Namen gerecht werden soll. Will heißen: Kein versteckter Platz in der Peripherie, sondern zentral und gut sichtbar im Barnstorfer Ortskern, damit sich die Aufenthaltsqualität erhöht und sich die Menschen mit dem Werk auseinandersetzen können. Das würde auch zum Charakter der Skulptur passen, die viel Spielraum für Interpretationen lässt.

Die Volksbank-Passage als Standort ist schon seit längerer Zeit im Gespräch. Hier sieht der Verwaltungsausschuss zwei Möglichkeiten: Entweder im Eingangsbereich, wo früher das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Bokelmann stand, oder im hinteren Bereich kurz vor dem Rathausvorplatz. Eine weitere Alternative wäre die kleine Grünfläche im Einmündungsbereich Kampstraße/Schlingstraße, wo häufig Werbeplakate oder auch der Weihnachtsbaum der Kommune stehen.

Weitere Spenden notwendig

Die Kosten des Projektes belaufen sich auf rund 15 500 Euro. Laut Brüning ist die Finanzierung bis auf etwa 2000 Euro gesichert, sodass noch weitere Spenden über den Heimatverein erwünscht seien. Die Kommune habe mehrere Sponsoren gewonnen und steuere auch selbst einen Zuschuss von 1 000 Euro bei. 

Inzwischen liege auch eine Zusicherung des Landschaftsverbandes Weser-Hunte in Höhe von 3 500 Euro vor. Darüber hinaus hat die Kommune mehr als 30 Radierungen, ebenfalls hergestellt von Oswald, veräußert. In der Bibliothek sind noch weitere Unikate der handgefertigten Farbdrucke erhältlich. Sie vermitteln einen Eindruck von der Skulptur.

Zentraler Punkt der Installation ist ein Tor aus unbehandeltem Eisenblech mit einer Durchgangsbreite von 1,2 Metern und einer Höhe von drei Metern. Der Durchgang wird blockiert von einer liegenden Kugel mit einem Durchmesser von 1,2 Metern. Die Kugel aus Spezialbeton mit glaserverstärkter Wandung ist hohl. Auf der einen Seite des Tores stehen drei Figuren und auf der anderen Seite zwei Figuren.

Herstellung hat begonnen

Mit der Herstellung der Figuren hat der heimische Bildhauer schon vor einigen Wochen begonnen. An das erforderliche Eichenholz ist die Gemeinde recht günstig gekommen. Es stammt von Bäumen, die einem Sturmtief im Herbst vergangenen Jahres zum Opfer gefallen sind. Das leicht ausgetrocknete Material wird nun in Form gebracht und dann mit Acrylfarbe beschichtet.

Bei der Herstellung der jeweils rund eine halbe Tonne schweren Körper greift Oswald zur Motorsäge. Dabei darf die Oberfläche des Holzes ruhig etwas grob erscheinen. „Die Spuren lasse ich, damit man später auch sieht, dass es nicht mit Beitel oder Stecheisen bearbeitet ist“, erklärt der freischaffende Künstler.

Vorschläge für Standort gesucht

Zwei der fünf Figuren hat Oswald schon fast fertiggestellt. In Kürze würde er gerne mit der Herstellung der mächtigen Kugel beginnen. Doch dafür müssen Details zum Fundament geklärt werden, das wiederum vom Standort des Gesamtobjektes abhängt. Sofern diese Frage zeitnah beantwortet wird, wäre der Bildhauer in der Lage, seine Arbeiten im Spätsommer fertig zu stellen.

Nun ist also die Bevölkerung gefragt: Was den Standort betrifft, können Bürger zwischen den drei Vorschlägen der Politik wählen und ihren Favoriten äußern. Als Plattform dient bis zum 8. Juni eine kleine Präsentation im Eingangsbereich des Barnstorfer Rathauses. Darüber hinaus stehen Bürgermeisterin Elke Oelmann und Fachbereichsleiterin Frauke Brüning als Ansprechpartner zur Verfügung.

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