Feierlicher Abschied nach 36 Dienstjahren in der Sozialstation Barnstorf

Doris Freundt-Binnewies hat Pionierarbeit geleistet

Geschäftsführerin Christine Körbel (r.) überreichte der scheidenden Pflegedienstleiterin Doris Freundt-Binnewies (l.) ein ganz persönliches Buch, welches die Mitarbeiter als Andenken vorbereitet hatten. Foto: Spahr

Barnstorf - Bewegender Augenblick nach sage und schreibe 36 Dienstjahren in der Sozialstation Barnstorf: Mit einem gebührenden Fest im Garten der Einrichtung, zu dem viele Mitarbeiter, Freunde und Ehrengäste erschienen waren, wurde Pflegedienstleiterin Doris Freundt-Binnewies in den Ruhestand verabschiedet. Den Staffelstab übergab sie an ihre Nachfolgerin Hiltrud Suing, die sich in den zurückliegenden Monaten bereits gründlich in ihre neue Aufgabe einarbeiten konnte.

Die Feier war geprägt von Redebeiträgen all jener, mit denen die 63-jährige Cornauerin in der kirchlichen Einrichtung zu tun hatte. Klaus Priesmeier, Superintendent des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz, richtete ein „dickes und herzliches Dankeschön“ an die scheidende Pflegedienstleiterin und drückte seine Freude über die gute Zusammenarbeit aus. Die Sozialstation sei immer ein Ort gewesen, „wo Menschen noch als Menschen untereinander sind“, so Priesmeier. Auch Pastorin Ilka Strehlow blickte auf gute gemeinsame Jahre zurück.

Freundt-Binnewies habe „Pionierarbeit“ geleistet, stellte Geschäftsführerin Christine Körbel rückblickend fest. „Sie war eine feste Institution an der Sozialstation. Sie hat alles aufgebaut hier.“ Vor 36 Jahren habe die Sozialstation Barnstorf fünf Angestellte gehabt, eine Pflegeversicherung habe es damals noch nicht gegeben. Heute seien es mehr als 50 Mitarbeiter, die sich nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels um immer mehr Pflegebedürftige kümmern würden.

Hauptaufgabe der Pflegedienstleiterin war in den vergangenen Jahren die Organisation der Einsatzplanung. Im Alltag bedeutete dies, dass sie beispielsweise zu den Pflegebedürftigen fuhr und sich erkundigte, welche Hilfe benötigt wird. Des Weiteren war sie Ansprechpartnerin in Krisensituationen. Ihr Arbeitsumfeld füllte sie stets mit Leben. Sie sprühte vor Ideen, Tatendrang und Humor.

Auch bei der Feier wurde viel gelacht. Von Trauer war erst einmal wenig zu spüren, auch wenn viele Wegbegleiter den Abschied sehr schade fanden. Von ihren Kollegen erhielt Freundt-Binnewies neben einem bunt blühenden Busch, der sie metaphorisch selbst darstellen sollte, einen kleinen Ordner geschenkt. Darin waren neben Protokollen und Fotos aus alten Zeiten auch persönlich gestaltete Seiten von jedem Mitarbeiter der Sozialstation.

Es war ein Abschied der Erinnerungen und Anekdoten. Daran angelehnt revanchierte sich die scheidende Mitarbeiterin mit einem Zitronenbäumchen. Der alte Baum bei der Sozialstation trage leider kaum mehr Früchte. Einen Zitronenbaum habe sie immer dort gehabt, denn „das Geld muss immer fließen“, so Freundt-Binnewies während ihrer Dankesrede an die Gäste. Bäume und Pflanzen seien auch das, was sie nun angehen wolle. Neben ihrem Hobby, dem Garten, werde sie sich verstärkt dem Thema Inklusion widmen, welches sie schon seit vielen Jahren stark beschäftige.

Am Rande der Feier äußerte sich die langjährige Mitarbeiterin ein wenig stolz über ihre Leistungen, war nun aber auch sehr froh, die langjährige Arbeit in der Sozialstation ruhen lassen zu können. Es sei durchaus auch sehr anstrengend gewesen, gestand die Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ganz von der Bildfläche verschwinden werde sie jedoch nicht. An ihrer Tätigkeit in der Seniorenwohngemeinschaft in Drentwede wolle sie weiter festhalten. „Das ist mein eigenes kleines Projekt über die Jahre gewesen.“ ls

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