WOCHE DER DIAKONIE Sarah Frerking ist für den Jugendmigrationsdienst verantwortlich

Dolmetscherin für Amtsdeutsch

Mit Rat und Tat steht Sarah Frerking beim Jugendmigrationsdienst für Fragen zur Verfügung.
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Mit Rat und Tat steht Sarah Frerking beim Jugendmigrationsdienst für Fragen zur Verfügung.

Barnstorf – Ein 27-jähriger Syrer hat in der Samtgemeinde Barnstorf Fuß gefasst, aber wegen der aktuell schwierigen Wirtschaftslage dennoch seine Arbeitsstelle verloren. Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für ihn? Welche Unterlagen sind erforderlich? Wie nimmt man Kontakt zu Behörden auf, die Corona-bedingt geschlossen haben?

Sarah Frerking vom Jugendmigrationsdienst des Diakonischen Werks zeigte dem jungen Mann Wege auf. Und erreichte, dass er von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld und vom Jobcenter ergänzende Leistungen bekommt. Die Sozialarbeiterin weiß: Für Menschen mit Migrationshintergrund sind die hiesigen Gepflogenheiten und das „Übersetzen“ von Amtsdeutsch oft unüberbrückbare Hürden.

Zu ihrem Klientel gehören Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 12 und 27 Jahren und ihre Familien. Sie erhalten praktische Hilfe in allen Lebensbereichen: im Umgang mit Behörden, bei der Wohnungssuche und beim Umzug, bei Fragen zum Kindergeld, zu GEZ-Forderungen oder zum Anspruch auf Familienleistungen.

Neben Flüchtlingen suchen Zugewanderte aus europäischen Ländern ihren Rat. Sarah Frerking hat die Erfahrung gemacht: „Auch wer hier seit zehn Jahren lebt, kommt manchmal an seine Grenzen.“ Großes Thema sei aktuell die Einbürgerung.

„Ich habe in den vergangenen acht Monaten Probleme gelöst, von denen ich mir nicht vorstellen konnte, dass es sie gibt“, sagt Sarah Frerking lachend; genau das mache den Reiz ihrer Arbeit aus. Am 1. Januar 2020 hat sie ihr Büro im Diakonischen Werk (Diepholz, Postdamm 4) bezogen. Ihre Vorstellungsrunde in den Schulen der Samtgemeinde, aber auch Diepholz musste sie wegen des Corona-Lockdowns unterbrechen; sobald es möglich ist, möchte sie diese fortsetzen. Dennoch: Ihr Angebot hat sich herumgesprochen. An manchen Tagen geben sich die Klienten die Türklinke in die Hand.

Eine gute Vernetzung ist der Sozialarbeiterin ein Anliegen – innerhalb des Diakonischen Werks und darüber hinaus. Manche Klienten vermittelt sie gezielt an Kollegen weiter, gute Kontakte pflegt sie unter anderem zum Jobcenter. Innerhalb von spätestens einer Woche erhalten Ratsuchende einen persönlichen Termin, die Unterstützung erfolgt „unkompliziert und zeitnah“.

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat Sarah Frerking in Kooperation mit der Flüchtlingssozialarbeit Syke Ferienaktionen durchgeführt. Ein weiteres Projekt war das Angebot „Ferien in der Box“, das sie zusammen mit Ann-Christin Leymann (Gemeinwesenarbeit Kirchengemeinden und Migration), die in Barnstorf an der Umsetzung von „Gemeinsam Stark“ beteiligt war (wir berichteten) realisierte: Überraschungspakete für Jugendliche mit Migrationshintergrund mit Rätseln, Bildern zum Ausmalen, Anleitungen für Spiele und Bastelarbeiten. Angebote für die Herbstferien sind in Planung.

Von ihrem Vorgänger Hans-Jürgen Waschke hat sie ein „Herzens-Projekt“ übernommen: die Begleitung des jährlich vierwöchigen Erholungsaufenthalts von Kindern aus der Tschernobyl-Region. Die Aktion der Landeskirche, an der sich der Kirchenkreis Diepholz seit 1993 beteiligt, ist in diesem Jahr ausgefallen. Sarah Frerking: „Ich hatte mich darauf gefreut und hoffe jetzt, dass es 2021 klappt.“

Zur Person

Sarah Frerking, Bachelor of Arts, studierte Soziale Arbeit in Emden, ihr Anerkennungsjahr absolvierte sie im Diakonischen Werk Diepholz. Im Anschluss war sie unter dessen Dach in Syke in der Flüchtlingssozialarbeit tätig. Seit dem 1. Januar 2020 ist sie für den Jugendmigrationsdienst im Südkreis verantwortlich.

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